Burg Eisenberg

Burg Eisenberg

Übersicht

Die Ruine der Burg Eisenberg erhebt sich auf dem Isenberch, einem rund 1.055 Meter hohen Bergvorsprung der Tannheimer Berge nördlich von Pfronten. Sie gehört zur Gemeinde Eisenberg im Landkreis Ostallgäu und bildet mit der benachbarten Burg Hohenfreyberg eine weithin sichtbare Burgengruppe. Erbaut wurde die Anlage um 1315 durch die Edelfreien von Hohenegg, die nach Norden ins Allgäu auswichen. Eisenberg zählt zu den bedeutenden Mantelmauerburgen des Spätmittelalters im Allgäu. Obwohl sie seit dem 17. Jahrhundert Ruine ist, zeigt sie bis heute eindrucksvoll Aufbau und Wehrcharakter einer hochmittelalterlichen Höhenburg.

Besuch und Eindruck

Die Burgruine liegt oberhalb der Ortschaft Eisenberg auf einem Gipfelplateau, das über markierte Wege erreichbar ist. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über das Voralpenland bis in die Tiroler Berge. Das Gelände wurde durch die Gemeinde und den Burgverein gesichert und ist frei zugänglich.
Die ovale Hauptburg mit ihrer massiven Mantelmauer prägt das Erscheinungsbild der Anlage. Die hohe Ringmauer ersetzte den sonst üblichen Bergfried und übernahm zugleich die Schutzfunktion. Der heutige Zugang liegt an der Westseite und entstand im 16. Jahrhundert. Das ursprüngliche Haupttor befand sich östlich, wo später eine große Bastion errichtet wurde.
Innerhalb der Hauptburg sind Mauern der Wohnbauten, Reste von Kellergewölben und Spuren der Kapelle erhalten. Zwei Palasse mit Küche, Backstube und Badestube lehnten sich an die Mantelmauer. In der Vorburg erhebt sich ein quadratischer Turm, der früher als Auslug oder Geschützplattform diente. Heute trägt er eine hölzerne Aussichtsplattform mit Blick über das Pfrontener Tal.
Die Sanierung erfolgte in traditioneller Bauweise. Ergänzungen beschränkten sich auf statisch notwendige Stellen. In Verbindung mit der Nachbarburg Hohenfreyberg bietet Eisenberg ein anschauliches Beispiel spätmittelalterlicher Wehrarchitektur in alpiner Lage.

Geschichte

Die Burg wurde um 1315 von Peter von Hohenegg gegründet, nachdem die Familie ihre Burgen Loch und Vilsegg an den Tiroler Grafen Meinhard II. verloren hatte. Erstmals erwähnt wird die Anlage 1340 als „uf den Isenberch“. 1382 verkauften die Hohenegger Burg und Herrschaft an Herzog Leopold III. von Österreich, der sie an Friedrich von Freyberg verlieh, den Schwiegersohn des letzten Hoheneggers.
Im Bauernkrieg von 1525 erlitt die Veste Schäden, für die sie zehn Jahre später entschädigt wurde. Während des Dreißigjährigen Krieges beschloss die Tiroler Landesregierung 1646, die Burgen Eisenberg, Hohenfreyberg und Falkenstein zu räumen und anzuzünden, um sie nicht in feindliche Hände fallen zu lassen. Die Schweden änderten jedoch bald ihre Marschrichtung, sodass die Zerstörung vergeblich war. Seit dieser Zeit blieb Eisenberg unbewohnt.
Bis 1952 blieb die Ruine im Besitz der Familie von Freyberg-Eisenberg. Nach dem Tod der letzten Namensträgerin ging die Anlage 1980 an die Gemeinde Eisenberg über. Gemeinsam mit dem „Verein zur Erhaltung der Burg Eisenberg“ begann 1981 die Sicherung der Mauern. Heute befindet sich auf dem Gelände neben den Ruinen eine Sendeanlage für RSA Allgäu. Das Burgmuseum in Zell zeigt Funde und Forschungsergebnisse zu den Burgen Eisenberg und Hohenfreyberg.

Anlage und Baugestalt

Die Kernburg wurde als Mantelmauerburg errichtet, bei der eine geschlossene Ringmauer den Bergfried ersetzte. Die Mauer umgibt die Hauptburg vollständig und wurde im späten 15. Jahrhundert durch Zinnen und Zwinger verstärkt. Zur gleichen Zeit entstanden die Befestigungen der Vorburg mit vier halbrunden Schalentürmen und einem weiteren Turm am Haupttor.
Die östliche Bastion schützte den ursprünglichen Eingang. Um 1535 wurden die Verteidigungsanlagen der Artillerietechnik angepasst, unter anderem durch erdverfüllte Kammern zur Dämpfung von Beschuss. Gleichzeitig entstand ein verbessertes Entwässerungs- und Abwassersystem. Im Inneren lehnten sich Wohntrakte, Küche, Back- und Badestube, Kapelle und Zisterne an die Mantelmauer.

Die Sanierung in den 1980er-Jahren erfolgte bewusst handwerklich und zurückhaltend. Im Gegensatz zur wissenschaftlich rekonstruierten Nachbarburg Hohenfreyberg wurde Eisenberg vor allem konstruktiv gesichert und statisch stabilisiert. Die Burg gilt damit als Beispiel für bürgerschaftliches Engagement im Denkmalschutz.


Fakten

Lage: Eisenberg, Landkreis Ostallgäu, Bayern

Koordinaten: 47° 36′ 46″ N, 10° 35′ 25″ O

Höhe: 1.055 m ü. NN

Datierung/Entstehung: um 1315

Schutzstatus: Ruine, gesichert durch Gemeinde und Burgverein

Eigentum/Nutzung: Gemeinde Eisenberg, frei zugänglich

Alternative Namen: keine

 
 
 

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