Auf dem 750 Meter hohen Hoheneggerberg oberhalb des Eistobels bei Grünenbach im Landkreis Lindau lag einst die Burg Hohenegg, Stammsitz eines bedeutenden Adelsgeschlechts des Westallgäus. Von der ehemaligen Spornburg, die im 12. Jahrhundert entstand, sind heute nur noch geringe Mauerreste sichtbar. Ihre Lage über dem tief eingeschnittenen Tal der Oberen Argen verdeutlicht die strategische Bedeutung des Ortes. Die Burg gilt als Ursprung der Herrschaft Hohenegg, deren Geschichte sich über mehrere Jahrhunderte verfolgen lässt. Eine kleine Kapelle aus dem Jahr 1897 erinnert heute an den Platz der einstigen Burg.
Der Burgstall Hohenegg liegt nördlich des Weilers Schüttentobel in der Gemeinde Grünenbach. Er ist zu Fuß auf Waldwegen erreichbar und bietet einen weiten Blick über das Argen-tal. Vom einst rund 15 × 50 Meter großen Areal der Höhenburg haben sich nur geringe Spuren erhalten. Einzelne Mauerreste und Geländeerhebungen deuten den Grundriss der Anlage an. In der Nordostecke steht eine Kapelle aus dem Jahr 1897, die an den früheren Herrensitz erinnert. Eine Informationstafel erläutert Geschichte und Lage der Burg.
Der Ort Hohenegg, rund drei Kilometer östlich von Grünenbach, liegt auf der Südwestflanke des Ibergs in etwa 900 Metern Höhe. Der Name „Hohenegg“ leitet sich vom althochdeutschen „hoch“ und „egg“ für Felskante oder Anhöhe ab – eine treffende Bezeichnung für die einstige Spornburg.
Die Burg Hohenegg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert gegründet und 1171 erstmals erwähnt. Zu dieser Zeit stand sie im Besitz der Herren von Rettenberg, die sich später Herren von Trauchburg nannten. Um 1240 wurde sie Sitz der Herren von Hohenegg, einer Seitenlinie der Trauchberger, die als edelfrei galten und im Gefolge der Grafen von Veringen standen. 1244 wird Rudolf von Trauchberg als „nobilis vir de Hohenegge“ genannt.
1359 verkauften die Hohenegger ihre Stammburg mit der Herrschaft an Graf Wilhelm III. von Montfort-Bregenz. 1451 ging der Besitz an Herzog Sigmund von Tirol über, der Burg und Herrschaft 1456 an Kaspar von Laubenberg verpfändete. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Anlage stark beschädigt und in den folgenden Jahrzehnten aufgegeben. 1559 wird sie letztmals erwähnt. Während des Dreißigjährigen Krieges verfiel sie vollständig, 1730 brach man die verbliebenen Mauern ab und nutzte das Material für den Bau eines Hüttenwerks in Schüttentobel.
1805 kam die Herrschaft Hohenegg mit der Gebietseingliederung an Bayern. 1898 erwarben die Freiherren von Nostitz den Grundbesitz um die ehemalige Burg. Der heutige Weiler Hohenegg entstand im Zuge der Vereinödung 1792 aus verstreuten Hofstellen der früheren Herrschaft.
Die Burg Hohenegg war eine typische Spornburg des Hochmittelalters, deren Anlage sich dem Gelände des Bergsporns über dem Eistobel anpasste. Der Burgbereich maß etwa 15 × 50 Meter. Natürliche Steilhänge schützten die Anlage auf mehreren Seiten, während auf der Bergseite künstliche Gräben und Wälle den Zugang sicherten. Über die genaue innere Struktur ist nichts bekannt; die wenigen erhaltenen Mauerreste lassen auf einfache Wohn- und Wehrbauten schließen.
Im 18. Jahrhundert wurde das restliche Mauerwerk vollständig abgetragen. Heute markieren nur noch leichte Geländemulden die Grenzen der Hauptburg. Die 1897 errichtete Kapelle im Nordosten des Burgstalls greift symbolisch die Tradition des Ortes auf und dient als Erinnerungsstätte an die Herren von Hohenegg.
Lage: Grünenbach-Hohenegg, Landkreis Lindau (Bodensee), Bayern
Koordinaten: 47° 37′ 40,7″ N, 10° 2′ 24″ O
Höhe: ca. 750 m ü. NN
Datierung/Entstehung: um 1171
Schutzstatus: Bodendenkmal (Burgstall mit Kapelle)
Eigentum/Nutzung: Privatgrund, frei zugänglich
Alternative Namen: keine