Burg Hopfen

Burg Hopfen

Überblick

Die Burgruine Hopfen befindet sich auf einem Hügel über dem Füssener Ortsteil Hopfen am See. Von der hochmittelalterlichen Höhenburg haben sich einige Mauerreste erhalten. Die Anlage liegt in Spornlage auf rund 898 m Höhe und gilt als früheste Steinburg des Allgäus.

Die Ursprünge der Burg sind nicht eindeutig geklärt. Möglicherweise ist sie mit jener „festen Burg“ gleichzusetzen, in die sich der Augsburger Gegenbischof Wigolt 1078 während des Investiturstreits zurückzog. Sicher belegt ist ein welfisches Dienstmannengeschlecht, das zwischen 1172 und 1191 auf der Veste saß und sich nach Hopfen benannte.

Besuch und Eindruck

Nach den Freilegungs- und Sanierungsarbeiten ist die Gliederung der Burg wieder deutlich erkennbar. Die erhaltenen Mauerreste erreichen stellenweise Höhen von bis zu drei Metern. Zur leicht erhöhten Kernburg gehörten ein turmartiger Hauptbau und eine Kapelle. Östlich lag ein großer Vorhof; im Nordosten schützten zwei Abschnittsgräben und eine Vorburg die Anlage.

Heute wird die sanierte Burgruine auch wegen ihrer Aussicht auf die Ammergauer Alpen und die Tannheimer Berge aufgesucht. Die Burg gehört zur Burgenregion Allgäu-Außerfern.

Geschichte

Die Ursprünge der Burg Hopfen sind unklar. Möglicherweise ist sie mit jener „festen Burg“ gleichzusetzen, in die sich der Augsburger Gegenbischof Wigolt 1078 während des Investiturstreits zurückzog.

Von 1172 bis 1191 saß ein welfisches Dienstmannengeschlecht auf der Veste, das sich nach der Burg benannte. Anschließend ging die Anlage an das Hochstift Augsburg und diente bis 1322 als Amtssitz des Füssener Propstes.

Durch den Neubau des Hohen Schlosses in Füssen im 15. Jahrhundert wurde Burg Hopfen offenbar entbehrlich und begann zu verfallen. Anfang des 18. Jahrhunderts nutzte man die Ruine als Steinbruch für den Umbau des Füssener Klosters Sankt Mang.

1999 begann die Stadt Füssen unter fachlicher Anleitung des Mittelalterarchäologen Joachim Zeune mit behutsamen Freilegungs- und Sanierungsarbeiten. Der Verkehrsverein Hopfen am See und zahlreiche freiwillige Helfer beteiligten sich zehn Jahre lang an den Arbeiten. Die Dokumentation der Befunde und Funde ermöglichte es, Gestalt und Baugeschichte der Burg genauer zu rekonstruieren.

Anlage und Baugestalt

Die leicht erhöht liegende Kernburg besaß einen turmartigen Hauptbau, der als Wohnturm angesprochen wird, sowie eine Kapelle. Östlich war ein großer Vorhof vorgelagert. Im Nordosten schützten zwei Abschnittsgräben und eine Vorburg die Veste. An den übrigen Seiten boten die Steilabfälle natürlichen Schutz.

Die einfache Ringmauer ist noch nicht durch Turmbauten oder Bastionen bewehrt. Gerade diese frühe Bauform macht Burg Hopfen für die Burgenkunde besonders bedeutend. Sie gilt als früheste Steinburg des Allgäus.

Freilegung und Erhaltung

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurden meterdicke Schuttschichten über dem Burgplatz abgetragen und das freigelegte Mauerwerk konserviert. Aus statischen Gründen mussten einzelne Mauerausbrüche ergänzt werden.

Die Mauerreste sind heute noch bis zu drei Meter hoch erhalten. Durch die Freilegung lässt sich die Gliederung der mittelalterlichen Burganlage wieder gut erkennen.

Fakten

Lage: Füssen, Hopfen am See, Landkreis Ostallgäu

Höhe: 897,7 m

Burgentyp: Höhenburg, Spornlage

Erhaltungszustand: Ruine

Entstehung: Hochmittelalter

Frühe Nennung: möglicherweise 1078

Burgherren: welfisches Dienstmannengeschlecht, später Hochstift Augsburg

Nutzung: bis 1322 Amtssitz des Füssener Propstes

Besonderheit: früheste Steinburg des Allgäus

Sanierung: ab 1999

Koordinaten: 47.6105 N, 10.6714 O

 
 
 

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