Die Burg Hugofels ist eine Burgruine auf dem Gebiet von Immenstadt im Allgäu im Landkreis Oberallgäu in Bayern. Erhalten sind nur wenige Reste, die auf einem bewaldeten Höhenrücken oberhalb des Großen und des Kleinen Alpsees liegen. In den Quellen wird Hugofels als Höhenburg in Hügellage beschrieben. Die Anlage stand in engem Zusammenhang mit der benachbarten Burg Rothenfels: Beide werden als gemeinsam gedachte Doppelburganlage beziehungsweise als Gesamtanlage mit nur rund 170 Meter Abstand dargestellt.
Als Entstehungszeit wird die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts genannt. Das zentrale Bauwerk war ein quadratischer Wohnturm beziehungsweise Donjon, der in den Quellen als im Alpenraum besonders ungewöhnlich beschrieben wird, unter anderem wegen seiner Eckrondelle (Tourellen). Die Ruine steckt heute in einem etwa fünf Meter hohen Schuttkegel. Als Höhenlage werden 860 m über NN angegeben, als Bauweise Nagelfluhquader mit Bruchsteinfüllwerk.
Die Burgstelle liegt auf der höchsten Kuppe eines schmalen Grates nordöstlich der Burg Rothenfels. Zwischen beiden Burgen befand sich eine Vorburg, die früher durch ein Außentor gesichert gewesen sein soll; dieser Bereich wird in den Quellen als noch bewohnt beschrieben. Westlich des Turmes deuten Geländestrukturen auf ein eigenes Vorwerk hin. Östlich werden drei Materialgruben auf dem Höhenrücken erwähnt, die als mögliche Steinbrüche gedeutet werden.
Für den Zugang nennen die Quellentexte eine Route vom nordwestlichen Ortsende Immenstadts in Richtung Missen bis zu einem Parkplatz am Kleinen Alpsee. Von dort führe ein steiler, zugleich als bequem begehbar beschriebener Weg zu Rothenfels und Hugofels. In den Quellen steht außerdem, beide Burgruinen seien nicht gefahrenfrei zu besichtigen. Die Gehzeit wird mit etwa 15 Minuten angegeben; der Besuch wird als kostenfrei beschrieben.
Im Burgbereich wird eine moderne Informationstafel erwähnt. Der Erhaltungszustand wird als desolat bezeichnet. Besonders auffällig ist der Wohnturm: Er war nach den Quellen wahrscheinlich vier bis fünf Geschosse hoch und misst etwa 21 mal 21 Meter. Am besten erhalten ist die Südwand aus großen Nagelfluhbrocken; als Gestein wird Konglomerat genannt, das in der Umgebung vorkomme. An den Ecken werden Rondelle beschrieben, mit einem Durchmesser von rund 7,7 Metern; diese dienen laut Quellentext als Aussichtspunkte.
Im Inneren wird ein Kellerraum unter einem Tonnengewölbe erwähnt. Eine provisorische Dachkonstruktion schützt dort einen Schacht im Gewölbe. Der Kellerraum wird als nur mit einem Seil erreichbar beschrieben, teilweise verschüttet. In der Nordostecke liegt demnach eine rechteckige Tankzisterne, etwa drei Meter tiefer, die über einen Schöpfschacht mit den Obergeschossen verbunden gewesen sein soll. Der Keller wird außerdem als nur über einen runden Licht- beziehungsweise Belüftungsschacht im Deckengewölbe zugänglich beschrieben; dieser Zugang ist nach den Quellen gesperrt. Für die Besichtigung gilt daher der allgemeine Hinweis: Öffnungszeiten und Eintritt sowie der Zugang und mögliche Sperrungen vor dem Besuch prüfen.
Die Quellen datieren die Entstehung der Burg Hugofels in die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts. Der Wohnturm wird dabei als Kern genannt. In einer Darstellung wird er als Vorwerk der etwa 170 Meter südwestlich gelegenen Burg Rothenfels eingeordnet. Rothenfels wird in den Quellentexten zeitgleich errichtet und mit den Herren von Schellenberg verbunden; um 1332 wird ein Erwerb durch die Grafen von Montfort-Tettnang genannt.
Die erste Erwähnung von Burg Hugofels wird in den Quellen mit Graf Hugo XIII. von Montfort verknüpft, der sich um 1440 auf der Doppelburg niedergelassen haben soll. Nach einem Brand wird ab 1462 von umfangreichen Umbauten und Erweiterungen berichtet. Genannt werden ein eingewölbter Keller, eine teilweise neu aufgeführte Südwand und ein neuer Zugang zum Wohnturm, der beidseitig durch Schießscharten geschützt gewesen sein soll. Gleichzeitig wird erwähnt, dass die Burg zu dieser Zeit offenbar nur noch als Vorratshaus genutzt worden sei und das Leben auf der tiefer gelegenen Burg Rothenfels bevorzugt worden sei.
Für 1525 wird eine Belagerung im Deutschen Bauernkrieg als Behauptung beziehungsweise Überlieferung dargestellt. In diesem Zusammenhang steht die Erzählung, Graf Wolfgang von Montfort habe sich mit Knechten etwa 20 Wochen im Wohnturm verschanzt. Die Quellen nennen zugleich, dass Forschende seit dem Ende des 20. Jahrhunderts die Deutung solcher Wohntürme und Bergfriede als Rückzugsorte bei Belagerungen in Zweifel ziehen.
1560 wird berichtet, dass nur noch ein Wächter im großen Hauptturm gelebt habe. Mit dem Erwerb der Herrschaft Rothenfels durch die Grafen von Königsegg-Aulendorf im Jahr 1567 habe der Verfall der Doppelburg eingesetzt, weil die neuen Burgherren im Stadtschloss zu Immenstadt residiert hätten. Um 1600 werden erste Abbrüche genannt, 1626 der Abbau des Dachstuhls beziehungsweise die Entdachung.
1875 ging die Ruine laut Quellen in den Besitz der Stadt Immenstadt über. In den Jahren 1932 bis 1939 wurden das Kellergewölbe freigelegt und die Tankzisterne im Nordosteck des Turmes entdeckt. 1994 fand eine Bauuntersuchung der Ruinenreste statt. Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Burgenregion Allgäu werden Maßnahmen genannt: Das Mauerwerk wurde von dichtem Bewuchs befreit, eine moderne Informationstafel im Burgbereich aufgestellt und der Zugangsweg saniert. Außerdem wird erwähnt, dass seitdem ein Verbotsschild am Burgaufgang verschwunden sei, das noch 2007 das Betreten der Burgstelle untersagt habe.
Die Anlage wird als Höhenburg auf einem schmalen Grat beschrieben. Der Wohnturm ist annähernd quadratisch und wird als Donjon beziehungsweise Wohnturm bezeichnet. Als Besonderheit nennen die Quellen kleine Eckrondelle (Tourellen) sowie Bezüge zu französischen beziehungsweise schweizerischen Vorbildern; als Beispiele werden Thun und Scheidegg erwähnt.
Zum heutigen Zustand heißt es, der Turm stecke in einem etwa fünf Meter hohen Schuttkegel. An der Südseite sind große Nagelfluhbrocken sichtbar, die in den Quellen als am besten erhaltener Teil gelten. Die Rondelle sind als Eckverstärkungen beschrieben und werden als Aussichtspunkte genutzt.
Im Inneren wird ein tonnengewölbter Kellerraum erwähnt, etwa fünf Meter hoch. Ein Schacht im Gewölbe und eine tiefer liegende, gewölbte Zisterne werden als Teil der Wasserversorgung beschrieben. Der ursprüngliche Zugang zum Keller ist demnach noch erkennbar, aber seit Jahrzehnten unzugänglich.
Auch Gelände- und Befestigungsspuren werden genannt: Im Süden unterhalb des Burgfelsens liegt eine etwa 1,5 Meter hohe Wallschüttung, begleitet von einem v-förmigen Innengraben. Rund 90 Meter westlich werden Reste einer kurzen Quermauer am Anfang des Höhenrückens erwähnt.
Lage: Immenstadt im Allgäu, Landkreis Oberallgäu, Bayern, Deutschland
Koordinaten:
47° 34′ 12″ N, 10° 12′ 27″ O
Höhe: 860 m über NN
Datierung/Entstehung: 1. Hälfte des 13. Jahrhunderts
Objektart: Höhenburg (Hügellage), Ruine
Bauweise: Nagelfluhquader, Bruchsteinfüllwerk
Eigentum/Nutzung: 1875 im Besitz der Stadt Immenstadt; Nutzung als Vorratshaus wird für die Zeit nach 1462 genannt
Alternative Namen: Burgruine Hugofels; Burg Hugofels (Bayern)