Die Burg Neideck liegt auf einem Sporn über dem Tal der Unteren Argen, rund zwei Kilometer nordöstlich des Ortsteils Christazhofen in der Gemeinde Argenbühl im Landkreis Ravensburg. Die Anlage auf 665 Metern Höhe geht vermutlich auf das 12. Jahrhundert zurück und diente als Sitz der Edelfreien von Neideck, die im 13. Jahrhundert in überregionalen Urkunden erwähnt werden. Trotz späterer Veränderungen und der teilweisen Nutzung zu Wohnzwecken blieb die Struktur des mittelalterlichen Burgstandorts erkennbar. Die Burg gilt als ein Beispiel einer Adelssitzanlage in typischer Spornlage des westallgäuer Raumes. Die Burg Neideck befindet sich in privatem Besitz, das Gelände ist daher nicht frei zugänglich. Die Anlage thront auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Sporn oberhalb der Unteren Argen. Der erhaltene Baubestand umfasst ein quadratisches, palasartiges Wohngebäude, dessen eine Hälfte ursprünglich als Wohnturm errichtet wurde. Dieser Turmrest zeigt typische Merkmale hochmittelalterlicher Wehrarchitektur und bildet mit dem später angefügten Wohnflügel ein bauliches Ensemble, das heute teilweise bewohnt ist. Die Gebäudestruktur dokumentiert die Entwicklung vom befestigten Wohnturm zum erweiterten Burggebäude. Der Rittersaal und ein ehemaliges Verlies sind erhalten geblieben, während die Burgkapelle im Jahr 1884 entfernt wurde. Das äußere Erscheinungsbild mit seiner klaren Form, den massiven Mauerzügen und den modernen Wohnanpassungen verdeutlicht den Wandel der Nutzung über mehrere Jahrhunderte hinweg.Übersicht
Besuch und Eindruck
Die Ursprünge der Burg Neideck reichen vermutlich in das 12. Jahrhundert zurück. Die erste Erwähnung erfolgt im Jahr 1217 im Zusammenhang mit der Herrschaft der Edelfreien von Neideck. Ritter Heinrich von Neideck wird 1239 im Gefolge von Graf Wolfrad von Veringen genannt, als dieser den sogenannten Leutkircher Vertrag zwischen den Klöstern Isny und Kempten vermittelte. Im Jahr 1293 wird derselbe Heinrich als Landrichter auf der Leutkircher Heide und in Wangen erwähnt, was auf die regionale Bedeutung der Familie schließen lässt.
Nach mehrmaligem Wechsel der Besitzverhältnisse gelangte die Burg 1493 durch Verkauf in andere Hände. Im Jahr 1780 wurde sie schließlich gemeinsam mit der Herrschaft Trauchburg verwaltet, womit ihre frühere Eigenständigkeit endete. Obwohl die Anlage fortan in privatem Besitz blieb, blieben wesentliche Teile der mittelalterlichen Bausubstanz erhalten. Die spätere Nutzung als Wohnsitz trug dazu bei, dass die Burg nicht vollständig verfiel.
Die Burg Neideck entstand als Höhenburg in Spornlage oberhalb der Unteren Argen. Das Areal von rund 40 mal 50 Metern wird durch ein heute noch bestehendes quadratisches Wohngebäude dominiert, das auf eine Grundfläche von etwa 11 mal 11 Metern zurückgeht. Der ehemalige Wohnturm bildet den ältesten Teil der Anlage. Daran wurde in späterer Zeit ein Palas angebaut, der teilweise in den heutigen Wohnbau integriert ist.
Im Inneren blieben der Rittersaal und ein Verlies erhalten. Die Burgkapelle, die einst zur Anlage gehörte, wurde 1884 abgebrochen. Die Anlage zeigt typische Merkmale einer Spornburg – die Verteidigung profitierte von den natürlichen Hängen, während ein künstlicher Halsgraben nicht überliefert ist. Die bauliche Verbindung von Turm und Wohntrakt dokumentiert den Übergang vom mittelalterlichen Wehrbau zum residierenden Herrensitz.
Lage: Argenbühl--Neideck / Landkreis Ravensburg / Baden-Württemberg Koordinaten: 47° 44′ 3,7″ N, 9° 59′ 7,7″ O Höhe: 665 m ü. NHN Datierung/Entstehung: Vermutlich 12. Jahrhundert Schutzstatus: Keine Angabe Eigentum/Nutzung: Privatbesitz, bewohntes Gebäude Alternative Namen: Keine bekanntenFakten