Der Burgstall Burk liegt am Rand des Seeger Ortsteils Burk im Landkreis Ostallgäu in Bayern. Es handelt sich um den Standort einer abgegangenen hochmittelalterlichen Niederungsburg, die als Turmhügelburg oder Motte ausgeführt war. Die Anlage befindet sich in einer sumpfigen Talebene an der Lobach und ist heute als Burgstall mit deutlich erkennbaren Geländespuren erhalten.
Der Burgstall gilt als eines der anschaulichsten Beispiele dieses Burgentyps im Allgäu. Er dokumentiert die Wohn- und Repräsentationsform eines ministerialen Dienstmannengeschlechts des Hochmittelalters. Sichtbar geblieben sind der künstlich aufgeschüttete Burghügel, Reste von Wall und Ringgraben sowie Spuren der Vorburg. Der eigentliche Burgbau ist vollständig abgegangen.
Die Anlage wurde bereits im späten Hochmittelalter aufgegeben und später landwirtschaftlich genutzt. Seit dem späten 20. Jahrhundert ist der Burgstall als Bodendenkmal erfasst, gesichert und durch landschaftspflegerische Maßnahmen wieder deutlicher erfahrbar gemacht worden.
Der Burgstall Burk liegt in flachem Gelände am Ortsrand von Seeg-Burk. Dominant ist der rundliche, etwa 8,5 Meter hohe Erdhügel der Kernburg, der sich deutlich aus der Umgebung erhebt. Der Hügel wird von einem Ringgraben umgeben, der nach 2000 teilweise wieder ausgehoben und geflutet wurde. Vor dem Graben ist ein niedriger Wall erkennbar, der ursprünglich als Träger einer Palisade oder eines Flechtwerkzaunes diente.
Das Plateau auf dem Gipfel des Burghügels weist einen Durchmesser von etwa 25 Metern auf. Es ist heute mit einem Wochenendhaus überbaut und nicht zugänglich. Die Besichtigung ist daher nur von außen möglich. Die Vorburg befand sich südöstlich der Kernburg auf leicht erhöhtem Gelände. Ihre Strukturen sind im Gelände nur noch schwach ausgeprägt, lassen sich jedoch auf Luftbildern anhand unterschiedlicher Bodenfärbungen nachvollziehen.
Eine Informationstafel der Burgenregion Ostallgäu-Außerfern steht vor dem Bodendenkmal und erläutert die Anlage anhand eines Geländeplans. Öffnungszeiten und Eintritt vor dem Besuch prüfen.
Die Burganlage entstand wohl im 12. Jahrhundert als Sitz eines welfischen Dienstmannengeschlechts. Zwischen 1138 und 1147 erscheint ein Suuiker de Seeka als Zeuge in Urkunden des Klosters Weihenstephan. Kurz darauf werden auch sein Bruder Gerboldus de Seeke sowie dessen Sohn Adalgoz mehrfach genannt. Die Familie stand sowohl in Diensten der Welfen als auch des Hochstifts Augsburg.
Als repräsentativer Adelssitz wurde eine Motte mit geräumiger Vorburg errichtet. Dieser Burgentyp war im Hochmittelalter ein verbreitetes Statussymbol ministerialer Familien. Die Burg bestand ursprünglich aus Holz- und Erdbauten und konnte mit vergleichsweise geringem Aufwand errichtet werden.
Bereits gegen Ende des Hochmittelalters wurde die Anlage offenbar aufgegeben. Der im Zeitraum von 1494 bis 1514 belegte Füssener Ratsherr Andreas von Seeg wohnte nicht mehr auf dem Burghügel. Hinweise auf eine weitere Nutzung als Adelssitz fehlen.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fanden 1901 erste Grabungen statt, die jedoch nicht fachgerecht dokumentiert wurden. Eine weitere Untersuchung erfolgte 1932. Dabei wurden unter anderem ein Brakteat, Becherkacheln und ein Truhenschlüssel geborgen, die in das 13. Jahrhundert datieren. Diese Funde deuten auf eine spätere Bauphase hin, in der ein hölzerner Turm durch einen teilweise steinernen Bau ersetzt worden sein könnte.
Vor der Jahrtausendwende wurde der Burgstall in die Burgenregion Ostallgäu-Außerfern aufgenommen. Nach 2000 erfolgten Sicherungs- und Freilegungsmaßnahmen, insbesondere am Ringgraben.
Der Burgstall besteht aus einer klassischen Mottenanlage mit Kernburg und Vorburg. Die Kernburg ist als künstlich aufgeschütteter Erdhügel ausgebildet, der von einem Ringgraben umgeben ist. Der Hügel erreicht eine Höhe von etwa 8,5 Metern. Das Plateau war ursprünglich mit einem hölzernen Turm oder Wohnbau besetzt, der später teilweise in Stein ausgeführt wurde.
Ein um den Graben verlaufender Wall ist noch erkennbar und diente vermutlich als Befestigung für eine Palisade. Die Zufuhr des Grabens erfolgte über die Lobach, einen Nebenfluss der Wertach. Das sumpfige Umfeld bot zusätzlichen natürlichen Schutz.
Die Vorburg lag südöstlich der Kernburg. Von ihr sind nur noch geringe Geländespuren erhalten, da das Areal über lange Zeit landwirtschaftlich genutzt wurde. Der Gesamtgrundriss der Anlage lässt sich vor allem durch Luftbildaufnahmen nachvollziehen.
Der Burgstall ist als mittelalterlicher Turmhügel im Denkmalverzeichnis des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege erfasst.
Lage: Seeg-Burk, Gemeinde Seeg, Landkreis Ostallgäu, Bayern
Koordinaten: 47° 39′ 38,5″ N, 10° 37′ 17,9″ O
Höhe: nicht bekannt
Datierung/Entstehung: 1100 bis 1200
Schutzstatus: Bodendenkmal, Denkmalnummer D-7-8329-0004
Eigentum/Nutzung: privat überbaut, Besichtigung nur von außen
Alternative Namen: keine bekannt