Das Fuggerschloss Babenhausen steht im Markt Babenhausen (Schwaben) im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Die Anlage ist Stammsitz der Linie Fugger-Babenhausen und steht mit Garten sowie Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäuden unter Ensembleschutz. Schloss und Herrschaft verbinden mittelalterliche Wurzeln mit einer langen Ausbaugeschichte bis in das 19. und 20. Jahrhundert.
Der Schlosskomplex besetzt den Rand einer Hochfläche und dominiert mit einer mächtigen Front das alte Zentrum im Tal der Günz. Zum Gesamtbild gehören neben den Schlossbauten auch umfangreiche Wirtschafts- und Verwaltungsgebäude. Das Schloss ist Privatbesitz; im Schloss entstand 1955 ein Fuggermuseum, das nach Angaben der Eigentümerseite derzeit bis auf Weiteres geschlossen ist.
An gleicher Stelle ist 1237 erstmals eine Burg urkundlich erwähnt. Nach wechselnden Lehens- und Besitzverhältnissen gelangte das Lehen 1378 an Jörg von Rechberg; aus dieser Zeit stammt der älteste Teil des heutigen Schlosses, der Rechbergbau. 1538 erwarb Anton Fugger die Herrschaft Babenhausen und ließ ein Neues Schloss errichten; damit begann die Prägung als Fugger-Sitz und die Herausbildung der Linie Fugger-Babenhausen. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Schloss 1633 ein halbes Jahr lang von Schweden besetzt. Im 18. Jahrhundert folgten große Umbauphasen (1737 bis 1747 sowie 1759 bis 1762 nach Entwürfen von Johann Michael Fischer). 1803 wurden die Herrschaften Babenhausen und Kettershausen zum Fürstentum Babenhausen zusammengefasst; die Erhebung in den Reichsfürstenstand ist mit diesem Schritt verknüpft. 1845 wurden die Fassaden vereinheitlicht und in der Gestaltung verändert; vor 1914 entstanden weitere Innenraumgestaltungen, darunter der Ahnensaal.
Für die Baugliederung wird der Rechbergbau als ältester Teil (nach 1378) genannt. Unter Anton Fugger und seinen Nachkommen wurde die Anlage stetig erweitert; die Kirche Sankt Andreas wurde mit ihrem Turm in die Schlossanlage eingebunden. Südlich entstanden weitläufige Wirtschaftsgebäude, darunter Brauerei, Zehentstadel und Kanzlei. Ahnensaal und Bibliothek wurden nach Entwürfen des Münchner Architekten Ernst Haiger gestaltet (Fertigstellung 1914).
Lage: Markt Babenhausen (Schwaben), Landkreis Unterallgäu, Bayern
Schutzstatus: Ensembleschutz (Eintragung E-7-78-115-1)
Erste urkundliche Nennung einer Burg: 1237
Ältester Bauteil: Rechbergbau (nach 1378)
Erwerb durch Anton Fugger: 1538
Umbauphasen: 1737 bis 1747 · 1759 bis 1762 · Fassadenumbau 1845 · Innenraumgestaltung vor 1914
Fuggermuseum: entstanden 1955; nach Eigentümerangabe derzeit bis auf Weiteres geschlossen
Eigentum: Privatbesitz