Mitten im Ortskern von Fellheim im Landkreis Unterallgäu erhebt sich das barocke Schloss Fellheim, ein dreigeschossiger Bau mit Walmdach und vier achteckigen Ecktürmen. Errichtet wurde die Anlage 1557 als Kemptisches Lehen durch Sebastian Reichlin von Meldegg. Nach ihrer Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde sie ab 1635 wieder aufgebaut. Umbauten im 18. Jahrhundert verliehen dem Schloss sein heutiges Erscheinungsbild. Besonders die um 1773 erneuerte Schlosskapelle mit ihrer barocken Ausstattung ist ein charakteristisches Zeugnis dieser Zeit. Das Anwesen blieb über Jahrhunderte im Besitz der Familie Reichlin von Meldegg und steht heute unter Denkmalschutz.
Das Schloss liegt im Zentrum der Gemeinde und ist von allen Seiten gut sichtbar. Es handelt sich um einen dreigeschossigen Putzbau mit biberschwanzgedecktem Walmdach und Dachreiter. Die vier Ecktürme, jeweils mit Zwiebelhaube, prägen die Silhouette des Bauwerks. Im Norden schließen sich ehemalige Wirtschaftsgebäude an, die sich in drei Flügeln um einen Hof gruppieren. Diese Nebengebäude stammen noch aus der Zeit, als zum Schloss ein Bräuhaus, Stallungen, Scheunen und Speicher gehörten.
Im Südflügel befindet sich die Schlosskapelle, die dem heiligen Johann von Nepomuk geweiht ist. Der quadratische Kapellenraum mit Muldendecke zeigt eine barocke Ausstattung mit Altar, Tabernakel und Deckengemälde. Das Altarbild stellt den heiligen Johann Nepomuk dar, das Deckenfresko den Tod des heiligen Marquard.
Das Schloss ist nicht öffentlich zugänglich. Seit 1992 wurde das Gebäude als Pflegeheim genutzt, nachdem es in den Jahren zuvor saniert und erweitert worden war. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der Insolvenz des Betreibers wurde das Heim Ende 2024 geschlossen. Die künftige Nutzung des Schlosses ist derzeit offen.
Die erste bekannte Bauphase des Schlosses Fellheim datiert auf das Jahr 1557. Bauherr war Sebastian Reichlin von Meldegg, der das Anwesen als Lehen der Fürstabtei Kempten errichten ließ. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Anlage 1633 zerstört, aber schon zwei Jahre später wieder aufgebaut. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts fanden umfassende Umbauten statt, darunter die Errichtung der Schlosskapelle im Jahr 1773.
Bis ins späte 18. Jahrhundert blieb das Schloss im Besitz der Familie Reichlin von Meldegg, deren Mitglieder als Landadelige und Beamte in Schwaben und Tirol tätig waren. Ein Epitaph aus Solnhofener Stein in der Kapelle erinnert an Adolf Reichlin von Meldegg († 1797). Nach mehreren Generationen ging das Anwesen im 20. Jahrhundert in neue Hände über.
1990 wurde das Schloss saniert und in den folgenden Jahren als Alten- und Pflegeheim genutzt. Betreiber war zuletzt die „Schloss Fellheim Altershorizonte GmbH“. Die Anlage wurde 2020 in Eigentumsanteile aufgeteilt und an private Investoren verkauft. Nach finanziellen Problemen und einem Aufnahmestopp ordnete das Landratsamt Unterallgäu im Dezember 2024 die Schließung der Einrichtung an. Damit endete vorläufig die Nutzungsgeschichte des Schlosses als Pflegeheim.
Das Schloss ist ein dreigeschossiger, verputzter Massivbau mit Walmdach, dessen Biberschwanzdeckung und Dachreiter auf eine barocke Umbauphase verweisen. Die vier achteckigen Ecktürme, jeweils mit Zwiebelhaube, geben der Anlage ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Die Proportionen des rechteckigen Hauptbaus sind klar gegliedert und zeigen eine Verbindung von Wehrarchitektur und Wohnbau des 16. Jahrhunderts.
Die Schlosskapelle nimmt den Südteil des Westflügels ein. Ihr quadratischer Hauptraum ist über einen gedrückten Chorbogen mit dem rechteckigen Altarraum verbunden. Eine Herrschaftsloge befindet sich an der Ostwand. Der Altar aus marmoriertem Holz entstand um 1773 und zeigt den heiligen Johann Nepomuk. Umgeben ist er von Freisäulen, Voluten und vergoldeten Ornamenten. Das Deckengemälde zeigt ein Schlachtbild, das der Überlieferung nach den Tod des heiligen Marquard darstellt.
An der Nordseite des Schlosses gruppieren sich die ehemaligen Wirtschaftsgebäude, die einst Brauhaus, Schankstube, Pächterwohnung und Stallungen umfassten. Trotz späterer Veränderungen blieb die Grundstruktur des Ensembles erkennbar.
Lage: Fellheim, Landkreis Unterallgäu, Bayern
Koordinaten: nicht angegeben
Höhe: nicht angegeben
Datierung/Entstehung: Erstbau 1557, Wiederaufbau ab 1635, Umbauten im 18. Jahrhundert
Schutzstatus: denkmalgeschützt
Eigentum/Nutzung: private Eigentümergemeinschaft, derzeit ohne Nutzung
Alternative Namen: keine