Schloss Frickenhausen

Schloss Frickenhausen

Übersicht

Das ehemalige Schloss Frickenhausen, auch als Vöhlinschloss bezeichnet, befindet sich in Frickenhausen, einem Ortsteil der Gemeinde Lauben im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz. Errichtet wurde das Schloss um das Jahr 1492 im Auftrag der Memminger Patrizierfamilie Vöhlin. Am Gartentor ist die Jahreszahl 1578 angebracht. Nach dem Tod von Johann Joseph II. Vöhlin von Frickenhausen im Jahr 1785 wurde das Schloss ab 1789 als Pfarrhaus genutzt. Später ging es in Privatbesitz über. Ab den frühen 2020er-Jahren wurde das Gebäude durch die Eigentümer instand gesetzt. Für diese Instandsetzung erhielten sie im Jahr 2025 die Bayerische Denkmalschutzmedaille.

Besuch und Eindruck

Das Schloss zeigt sich als dreigeschossiger Bau mit Satteldach. Im Obergeschoss befinden sich an den Seiten jeweils drei Fenster. An beiden Traufseiten sind Zwerchhäuser ausgebildet, die ebenfalls mit Satteldächern gedeckt sind. An der südöstlichen und an der nordwestlichen Ecke des Gebäudes steht jeweils ein Rundturm. Einer der Türme ist mit einer Spitzhaube versehen, der andere mit einem Dachbalkon. Im Untergeschoss des nordwestlichen Rundturms befindet sich der Kerker des ehemaligen Schlosses. Auf der Ostseite sind drei Aborterker erhalten. Die Räume des Erdgeschosses sind mit Tonnengewölben ausgestattet. Im Dachgeschoss befindet sich der sogenannte Rittersaal. Dieser Raum wurde erst im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts eingerichtet. Die Decke des Rittersaals ist mit Stuckaturen versehen. Hinweise auf Informationstafeln werden in den Quellen nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt sind vor dem Besuch zu prüfen.

Geschichte

Das Schloss Frickenhausen wurde um 1492 durch Bartholomäus Wegmann im Auftrag der Memminger Patrizierfamilie Vöhlin errichtet. Die Familie Vöhlin gehörte zu den größten süddeutschen Gesellschaften im Warenhandel und war zudem im Finanz- und Montanbereich tätig. Die Frickenhauser Linie der Familie ließ sich in Illertissen nieder. Erhard Vöhlin II. der Jüngere, geboren 1487 und gestorben 1557, erwarb im Jahr 1520 die reichsunmittelbare Herrschaft Illertissen für 30.000 Gulden von Schweickhart von Gundelfingen und gab das Memminger Bürgerrecht auf. Am Gartentor des Schlosses ist die Jahreszahl 1578 angebracht, die auf eine spätere Bau- oder Ausstattungsphase hinweist. Nach dem Tod von Johann Joseph II. Vöhlin von Frickenhausen, der von 1709 bis 1785 lebte, wurde das Schloss ab dem Jahr 1789 als Pfarrhaus genutzt. Zu einem späteren Zeitpunkt ging das Gebäude in Privatbesitz über. Ab den frühen 2020er-Jahren erfolgte eine Instandsetzung des Schlosses durch die Eigentümer, die im Jahr 2025 mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet wurde.

Anlage und Baugestalt

Das Schloss ist als dreigeschossiger Baukörper ausgeführt und mit einem Satteldach gedeckt. An den Traufseiten befinden sich Zwerchhäuser mit eigenen Satteldächern. Die südöstliche und die nordwestliche Gebäudeecke werden jeweils durch einen Rundturm markiert. Einer der Rundtürme trägt eine Spitzhaube, der andere ist mit einem Dachbalkon versehen. Im Untergeschoss des nordwestlichen Turms liegt der ehemalige Kerker. An der Ostseite des Schlosses sind drei Aborterker angebracht. Die Räume im Erdgeschoss sind tonnengewölbt. Der Rittersaal im Dachgeschoss wurde im dritten Viertel des 18. Jahrhunderts eingerichtet. Die Stuckaturen an der Decke dieses Saals stammen von Franz Xaver Zimmermann und sind auf die Jahre 1763 bis 1764 datiert. In der Mitte der Stuckdecke befinden sich das Wappen der Stadt Memmingen und des Unterhospitals. In den Ecken sind Wappen Memminger Patrizier angebracht.


Fakten

Lage: Frickenhausen, Gemeinde Lauben, Landkreis Unterallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: um 1492

Schutzstatus: Baudenkmal

Eigentum/Nutzung: Privatbesitz, frühere Nutzung als Pfarrhaus

Alternative Namen: Vöhlinschloss

 
 
 

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