Schloss Grünenfurt

Schloss Grünenfurt

Übersicht

Schloss Grünenfurt ist ein Landschloss im Memminger Stadtteil Grünenfurt in Oberschwaben. Die heutige Anlage entstand in den Jahren 1737 bis 1738 und steht unter Denkmalschutz. Sie geht auf einen älteren, befestigten Landsitz zurück, der bereits vor dem 18. Jahrhundert bestand und von Weihern umgeben war. Dieser Vorgängerbau wurde im Zuge der Neuerrichtung weitgehend abgetragen.

Das Schloss ist von einem Park im englischen Landschaftsstil umgeben. Teile der Wirtschaftsgebäude stammen noch aus dem 16. oder 17. Jahrhundert und wurden in die spätere Schlossanlage einbezogen. Im 18. Jahrhundert ergänzten Holzpavillons die Gartenanlage. Schloss Grünenfurt befindet sich in Privatbesitz und wird bis heute bewohnt. Eine Besichtigung ist nicht möglich.

Besuch und Eindruck

Das Schloss liegt innerhalb des Ortsteils Grünenfurt zwischen Eisenburg und Memmingen. Die Anlage befindet sich in einer von Wasserläufen geprägten Umgebung. Nördlich verläuft der Weidenbach, südlich der Haienbach; beide vereinigen sich nordöstlich des Schlosses.

Der Zugang zur Schlossanlage erfolgt über eine Brücke, die von einem Rundturm mit Kegeldach flankiert wird. Diese Bauteile stammen noch aus der ersten, renaissancezeitlichen Anlage. Herrenhaus und Wirtschaftsgebäude gruppieren sich um einen Schlosshof und vermitteln einen geschlossenen Eindruck.

Das Herrenhaus ist von einem Schlosspark im englischen Stil umgeben, in dem sich unter anderem ein Holzpavillon aus dem 18. Jahrhundert befindet. Eine Sommerlinde im südlichen Bereich des Gartens ist als Naturdenkmal ausgewiesen. Hinweise auf Informationstafeln sind in den Quellen nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Geschichte

Der Vorgängerbau von Schloss Grünenfurt war ein befestigter Landsitz, der von Weihern umgeben war. Die Entstehungszeit dieses frühen Sitzes ist nicht bekannt. Vermutlich wurde er von einem Amendinger Ortsadelsgeschlecht errichtet.

Die Besitzverhältnisse wechselten mehrfach. 1455 gelangte Grünenfurt im Zusammenhang mit dem Erwerb der Herrschaft Eisenburg in den Besitz der Familie Sättelin. Im 16. Jahrhundert war die Familie Freyburg Eigentümer, 1608 ging der Besitz an Eitel Neubronner über. Dessen Nachfolger verkaufte Grünenfurt 1721 für 1.000 Gulden an das Memminger Unterhospital.

1737 erwarb Johann von Scheidlin aus Augsburg den Besitz und ließ den älteren Bau fast vollständig abbrechen. In den Jahren 1737 bis 1738 entstand das heutige Schloss im Stil des Spätbarocks. Bereits 1748 veräußerte das Unterhospital die Anlage erneut.

Bis 1823 befand sich Schloss Grünenfurt im Besitz von Johann Jakob Unold, anschließend erwarb Melchior von Stoll das Anwesen. Es wird bis heute von den Nachkommen bewohnt, die durch Einheirat den Namen von Rom tragen.

Anlage und Baugestalt

Die Schlossanlage besteht aus einem Herrenhaus und mehreren Ökonomiegebäuden, die einen Hof umschließen. Der Zugang erfolgt über eine Brücke mit vorgelagertem Rundturm, die beide aus der frühen Renaissanceanlage übernommen wurden.

Das Herrenhaus ist ein dreigeschossiger Rokokobau mit sieben zu vier Achsen und einem Mansarddach. Das Erdgeschoss ist genutet und durch Lisenen gegliedert. An der Südseite befindet sich ein Portal mit Pilastern und geschwungenem Gebälk. Darüber ist ein Sandstein mit dem Wappen der Familie Scheidlin und der Jahreszahl 1734 angebracht.

Im Inneren weist das Treppenhaus umlaufende Eichenholzbaluster auf. Im ersten Obergeschoss liegt ein Saal mit Stuckdecke, Bandelwerk, Blattvoluten und Muschelmotiven. Weitere Räume tragen reich oder schlicht gestalteten Stuck.

Eine Gartenmauer mit stichbogigem Portal umgibt die Kernanlage. Innerhalb der Mauer liegt ein Wirtschaftshof mit einstöckigen Stallgebäuden. Weitere Wirtschaftsgebäude befinden sich außerhalb der Ummauerung und stammen im Kern aus dem 16. oder 17. Jahrhundert.

Fakten

Lage: Grünenfurt, Stadt Memmingen, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: 1737 bis 1738

Schutzstatus: Baudenkmal

Eigentum/Nutzung: Privatbesitz, Wohnnutzung

Alternative Namen: nicht bekannt

Kurztext (300 Zeichen)

Schloss Grünenfurt ist ein spätbarockes Landschloss im Memminger Stadtteil Grünenfurt. Es entstand 1737 bis 1738 anstelle eines älteren befestigten Sitzes und ist von einem englischen Landschaftsgarten umgeben. Das denkmalgeschützte Schloss ist in Privatbesitz.

Kurztext (600 Zeichen)

Schloss Grünenfurt liegt im Memminger Stadtteil Grünenfurt und wurde 1737 bis 1738 als spätbarockes Landschloss errichtet. Es ersetzte einen älteren, von Weihern umgebenen Landsitz. Herrenhaus, Wirtschaftsgebäude und Park bilden eine geschlossene Anlage mit Bauteilen aus Renaissance und Barock. Das Schloss steht unter Denkmalschutz, befindet sich in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich.

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Meta-Titel: Schloss Grünenfurt in Memmingen – Geschichte und Besuch

Meta-Beschreibung: Spätbarockes Landschloss in Memmingen mit älteren Wirtschaftsgebäuden und englischem Landschaftsgarten

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