Schloss Hohenschwangau

Schloss Hohenschwangau

Übersicht

Schloss Hohenschwangau liegt im Ortsteil Hohenschwangau der Gemeinde Schwangau bei Füssen im bayerischen Landkreis Ostallgäu. Das heutige Schloss ist der Neugotik zuzuordnen und geht auf die mittelalterliche Burg Schwanstein zurück, die unterhalb einer älteren Doppelburganlage errichtet wurde. Die Anlage befindet sich in unmittelbarer Nähe des Alpsees und liegt gegenüber dem später erbauten Schloss Neuschwanstein.

Über Jahrhunderte hinweg war der Bau wiederholt von Verfall, Kriegsschäden und Funktionswechseln geprägt. Erst im 19. Jahrhundert erhielt er durch den Erwerb und Umbau durch Kronprinz Maximilian von Bayern seine heutige Gestalt. Schloss Hohenschwangau diente der bayerischen Königsfamilie als Sommerresidenz und war der wichtigste Aufenthaltsort der Kindheit von König Ludwig II. Bis heute ist das Schloss weitgehend in dem Zustand erhalten, der im Zuge der neugotischen Umgestaltung des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde.

Besuch und Eindruck

Schloss Hohenschwangau erhebt sich auf einer Anhöhe zwischen Alpsee und Schwansee. Die Lage erlaubt weite Ausblicke in die umgebende Landschaft und auf die benachbarten Höhenzüge. Das Schloss zeigt sich als viergeschossige, kompakte Anlage mit markanter gelber Fassadenfarbe, Rundtürmen und polygonalen Aufbauten. Die neugotische Überformung prägt das äußere Erscheinungsbild ebenso wie die geschlossene Wirkung des Baukörpers.

Im Inneren sind die Räume mit einer vollständig erhaltenen Ausstattung aus der Biedermeierzeit versehen. Wandgemälde aus dem 19. Jahrhundert bestimmen den Raumeindruck und greifen historische, literarische und regionale Themen auf. Hinweise auf Informationstafeln werden in den Quellentexten nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt vor dem Besuch prüfen.

Geschichte

Ein erster Zusammenhang mit der Herrschaft Schwangau ist bereits 1090 belegt, als ein Castrum Swangowe erwähnt wird. Dabei handelte es sich um eine Doppelburg aus Vorder- und Hinterschwangau. 1363 ist erstmals ein runder Turm belegt, der später als Schwan und ab 1476 als Burg Schwanstein bezeichnet wurde. Diese Burg wurde unterhalb der älteren Anlage errichtet und war weniger wehrhaft, dafür leichter zugänglich.

Nach dem Aussterben der Herren von Schwangau im Jahr 1536 gelangte die Herrschaft über mehrere Zwischenstationen an den Augsburger Patrizier Johann Paumgartner. Dieser ließ die baufällige Burg von 1538 bis 1547 durch den Baumeister Lucio de Spari in italienischer Manier zu einem ungewöhnlichen Wohnbau ausbauen. 1567 erwarb Herzog Albrecht V. von Bayern die Burg. Bereits im frühen 17. Jahrhundert galt sie wieder als stark baufällig.

Mehrfache Kriegsbeschädigungen in den Jahren 1632, 1635, 1742 bis 1743 und 1809 beschleunigten den Verfall. 1820 wurde der Bau zum Abbruch verkauft, jedoch 1821 von Fürst Ludwig von Oettingen-Wallerstein gerettet. 1832 erwarb Kronprinz Maximilian von Bayern die Anlage und ließ sie von 1832 bis 1837 durch Domenico Quaglio neugotisch umgestalten. Nach dessen Tod wurden die Arbeiten fortgeführt.

Das Schloss diente König Maximilian II. und seiner Familie als Sommerresidenz. König Ludwig II. verbrachte hier einen großen Teil seiner Kindheit und Jugend. Seit 1923 befindet sich Schloss Hohenschwangau im Besitz des Wittelsbacher Ausgleichsfonds und wird museal genutzt.

Anlage und Baugestalt

Das heutige Schloss ist in die Außenmauern der Burg Schwanstein aus dem 14. Jahrhundert eingebunden, die zwischen 1537 und 1547 teilweise erhalten und überformt wurden. Der Hauptbau ist viergeschossig und weist drei Rundtürme mit polygonalen Aufbauten auf. Der Torbau ist dreigeschossig ausgeführt.

Die neugotische Umgestaltung des 19. Jahrhunderts betrifft sowohl das Äußere als auch die Innenräume. Die Raumstruktur folgt einem regelmäßigen Grundriss mit einem durchlaufenden Mittelflur und beidseitig angeordneten Zimmerfluchten. Die Innenausstattung aus der Biedermeierzeit ist vollständig erhalten.

Besondere Bedeutung kommt den Wandgemälden zu, die zwischen 1835 und 1836 nach Entwürfen von Moritz von Schwind und Ludwig Lindenschmit dem Älteren ausgeführt wurden. Sie thematisieren die Geschichte des Schlosses, des Schwangaus sowie Stoffe aus mittelalterlichen Sagen.


Fakten

Lage: Hohenschwangau, Gemeinde Schwangau, Landkreis Ostallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: mittelalterlicher Vorgängerbau, Umbau 1832 bis 1837

Schutzstatus: nicht bekannt

Eigentum/Nutzung: Wittelsbacher Ausgleichsfonds, museale Nutzung

Alternative Namen: Schwanstein, Burg Schwanstein, Altes Schloss

 
 
 

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