Schloss Hopferau

Schloss Hopferau

Übersicht

Im Ortskern von Hopferau erhebt sich das gleichnamige Schloss – ein dreigeschossiger Bau mit neugotischer Fassade und bewegter Geschichte. Erbaut 1468 von Ritter Sigmund von Freyberg zu Eisenberg, gilt es als eines der ältesten erhaltenen Schlösser Deutschlands. Ursprünglich Sitz einer kleinen, neu begründeten Herrschaft, wandelte sich das Anwesen im Lauf der Jahrhunderte vom adeligen Wohnsitz über ein Künstlerhaus bis zum modernen Hotel und Veranstaltungsort. Heute ist Schloss Hopferau weit über das Ostallgäu hinaus bekannt – nicht zuletzt, weil hier nach dem Zweiten Weltkrieg der Pionier Konrad Zuse den ersten funktionsfähigen Computer der Welt, die Z4, in Betrieb nahm.

Besuch und Eindruck

Das Schloss liegt umgeben von einem parkartigen Garten im Zentrum des Ferienorts Hopferau. Der Bau mit seinen hellen Fassaden, spitzen Giebeln und dem neugotischen Schmuck vermittelt trotz seiner Größe eine wohnliche Atmosphäre. Im Inneren erwartet die Gäste ein Hotel mit Restaurant, Tagungsräumen und Festsaal. Besonders beliebt sind die Treppenhauskonzerte, die den historischen Rahmen mit klassischer Musik verbinden. Der „Zusesaal“ erinnert an die Episode aus der Frühgeschichte der Computertechnik. Schloss Hopferau ist ein öffentlich zugänglicher Ort der Begegnung, an dem Geschichte, Kultur und Gastlichkeit aufeinander treffen.

Geschichte

Die „Hopfer-Au“ war ursprünglich Besitz der Herren von Hohenegg zu Vils, die sie 1385 an die Herren von Freyberg übertrugen. Nach einer Teilung des Familienbesitzes gründete Ritter Sigmund von Freyberg-Eisenberg 1467 die Herrschaft Hopferau und ließ ein Jahr später das Schloss errichten. Es diente ihm und seinen Nachkommen als Wohnsitz und Jagdschloss. 1504 wurde eine Schlosskapelle angebaut, die heute als Pfarrkirche dient.

Nach mehreren Umbauten im 18. Jahrhundert erhielt das Schloss zwischen 1830 und 1840 durch Domenico Quaglio eine neugotische Gestalt mit erweitertem Ostflügel. 1838 ging es aus dem Besitz der Freyberg-Eisenberger über und wechselte in den folgenden Jahrzehnten mehrfach den Eigentümer.

Der Bildhauer Georg Halbich aus München erwarb das Gebäude 1937 und begann mit aufwendigen Restaurierungen. 1946 richtete der Ingenieur Konrad Zuse im Keller ein Provisorium ein, in dem er seine legendäre Rechenmaschine Z4 in Betrieb nahm – ein Ereignis, das als Geburtsstunde der Computertechnik gilt.

Nach wechselvoller Nutzung blieb das Schloss bis in die 1990er Jahre in Privatbesitz. 1999 erwarb die Kultur-Stiftung Füssen die Anlage, restaurierte sie grundlegend und machte sie als Kulturhaus wieder zugänglich. 2011 übernahm die BERA GmbH das Anwesen und richtete ein Hotel mit Restaurant und Veranstaltungsräumen ein. Seit 2025 befindet es sich im Besitz von Manfred Rietzler, dem Betreiber des Festspielhauses Füssen.

Anlage und Baugestalt

Das Schloss ist ein dreigeschossiger Satteldachbau mit einem angegliederten Flügel in Walmdachform. Der neugotische Stil der Fassade mit Spitzbogenfenstern, Zinnenmotiven und Putzgliederung stammt aus dem Umbau des 19. Jahrhunderts. Die Grundstruktur des spätmittelalterlichen Wohnhauses blieb jedoch weitgehend erhalten.

Im Inneren vereinen sich historische Raumformen mit moderner Ausstattung. Holzdecken, steinerne Treppen und Wandmalereien aus unterschiedlichen Epochen erinnern an die lange Baugeschichte. Der Kapellenanbau von 1504 bildet heute die Dorfkirche von Hopferau. Das Ensemble liegt in einem ummauerten Park mit altem Baumbestand und bietet Ausblick auf die Allgäuer Alpen.


Fakten

Lage: Hopferau, Landkreis Ostallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht angegeben

Höhe: nicht angegeben

Datierung/Entstehung: 1468 (Ritter Sigmund von Freyberg-Eisenberg), neugotischer Umbau um 1835

Schutzstatus: denkmalgeschützt

Eigentum/Nutzung: Privatbesitz, Hotel, Restaurant, Tagungs- und Veranstaltungszentrum

Besonderheit: Standort der Rechenmaschine Z4 von Konrad Zuse (1946)

 
 
 

Optimiert für: Q U E R F O R M A T


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