Schloss Immenstadt

Schloss Immenstadt

Übersicht

Im Herzen der Stadt Immenstadt erhebt sich das Stadtschloss – eine dreiflügelige Anlage mit langer Geschichte und wechselvoller Nutzung. Ursprünglich als Amtshaus der Grafen von Montfort-Rothenfels im 16. Jahrhundert erbaut, wurde es unter den Grafen von Königsegg zu einer repräsentativen Residenz ausgebaut. Bis 1804 diente es als Verwaltungssitz und Wohnschloss der Grafen Königsegg-Rothenfels. Heute ist das Stadtschloss ein Wahrzeichen Immenstadts und verbindet historische Architektur mit moderner Nutzung: Es beherbergt Gastronomie, Einzelhandel und eine beliebte Eventlocation für Feiern, Tagungen und kulturelle Veranstaltungen.

Besuch und Eindruck

Das Schloss liegt zentral am Marienplatz, umgeben von den barocken Fassaden der Altstadt. Der weitläufige Innenhof öffnet sich zum Stadtzentrum und lädt mit Arkadengängen und Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein. Im Inneren vereinen sich historische Substanz und moderne Ausstattung: der Schlosssaal mit Stuckdecke, helle Tagungsräume und die Beletage, die heute für Hochzeiten und Kulturveranstaltungen genutzt wird. Dank aufwendiger Restaurierungen ist das Ensemble wieder zu einem lebendigen Ort geworden, an dem Geschichte, Kunst und Alltagsleben aufeinandertreffen. Das Schloss kann im Rahmen von Veranstaltungen oder auf Anfrage besichtigt werden.

Geschichte

Die Anfänge des Stadtschlosses reichen in die Mitte des 16. Jahrhunderts. Hugo von Montfort-Rothenfels ließ ab 1550 ein Amtshaus errichten, das später von den Grafen Königsegg übernommen wurde. Zwischen 1595 und 1620 erfolgte unter Georg von Königsegg der Ausbau zur repräsentativen Schlossanlage mit mehreren Flügeln und Erkern. 1746 wurde der Westflügel hinzugefügt, der jedoch 1973 abgebrochen wurde. Mit dem Übergang der Grafschaft Königsegg-Rothenfels an Österreich (1804) und anschließend an Bayern (1805) verlor das Schloss seine Funktion als Residenz. Es diente fortan als königlich-bayerisches Land- und Amtsgericht, später als Behördensitz. Nach der Auflösung des Amtsgerichts 1970 blieb das Gebäude in staatlicher Nutzung, bis es 2005 von der Stadt Immenstadt erworben wurde. Inzwischen befindet sich das Stadtschloss in Privatbesitz und wurde zu einem multifunktionalen Veranstaltungsort umgestaltet.

Anlage und Baugestalt

Das Stadtschloss ist eine dreigeschossige Dreiflügelanlage mit Sattel- und Walmdächern. Die ältesten Bauteile stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts, der Ostflügel wurde 1604 bis 1620 umgestaltet, der Südflügel im 17. und 18. Jahrhundert ergänzt. Charakteristisch sind die polygonalen Erker mit geschweiften Hauben, die klassizistisch gegliederten Fassaden und die massiven Mauern aus Bruchstein. Im Inneren haben sich barocke und frühneuzeitliche Elemente erhalten – darunter Stuckdecken, Gewölbegänge und profilierte Türrahmen. Der 1973 entfernte Westflügel bildete einst den Abschluss zur Stadtseite. Der heutige Innenhof ist offen gestaltet und dient als Veranstaltungsfläche.


Fakten

Lage: Stadtzentrum Immenstadt im Allgäu, Landkreis Oberallgäu, Bayern

Koordinaten: 47° 33′ 56″ N, 10° 13′ 36″ O

Höhe: ca. 720 m ü. NHN

Datierung/Entstehung: ab 1550, Ausbau 1595–1620, Erweiterung 1746

Schutzstatus: denkmalgeschützt

Eigentum/Nutzung: Privatbesitz, Veranstaltungsort mit Gastronomie und Einzelhandel

Besonderheit: ehemalige Residenz der Grafen Königsegg-Rothenfels

 
 
 

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