Schloss Kronburg befindet sich in der oberschwäbischen Gemeinde Kronburg im Landkreis Unterallgäu in Bayern. Die Anlage liegt weithin sichtbar oberhalb des Ortes Kronburg auf einer Höhe von 743,6 Meter über Normalnull. Das Schloss steht unter Denkmalschutz. Hervorgegangen ist die heutige Schlossanlage aus einer mittelalterlichen Burg, die nach 1200 errichtet wurde und im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer wechselte. Unter den Herren von Rechberg erfolgte ab dem späten 15. Jahrhundert der Ausbau der zuvor als ruinös beschriebenen Burg zu einem kastellförmigen Burgschloss. Die bauliche Entwicklung wurde durch militärische Ereignisse, Zerstörungen und Wiederaufbauten geprägt, insbesondere im Dreißigjährigen Krieg und im Spanischen Erbfolgekrieg. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich die Anlage im Besitz der Familie Vequel-Westernach. Umfangreiche Renovierungen erfolgten zuletzt zwischen 1993 bis 1998. Schloss Kronburg ist teilweise im Rahmen von Führungen zugänglich und wird für kulturelle Nutzungen verwendet.
Schloss Kronburg erhebt sich auf einem markanten Geländerücken oberhalb des Illertals und prägt durch seine geschlossene Bauform das Landschaftsbild. Die Anlage ist über eine befestigte Zufahrt erreichbar, die vom Ortsbereich Kronburg bis an den Fuß des Burgbergs führt. Von dort verläuft eine geteerte Straße hinauf zum Schloss. Der Weg vom unteren Zugang bis zur Anlage beträgt etwa fünf Minuten Gehzeit.
Der Eindruck des Schlosses wird durch seine nahezu geschlossene Vierflügelanlage mit Innenhof bestimmt. Die vier Rundtürme an den Ecken, die im frühen 18. Jahrhundert nach Beschädigungen wiederaufgebaut und verstärkt wurden, sind bis heute mit Zwiebelhauben und Wetterfahnen versehen. Der Innenhof wird von den Nord-, Ost-, Süd- und Westflügeln eingefasst, die unterschiedliche Bauhöhen aufweisen und aus mehreren Bauphasen stammen.
Im Bereich der Anlage sind zahlreiche bauliche Details sichtbar, darunter Tordurchfahrten, Wappensteine und historische Fassaden. Hinweise auf Informationstafeln sind in den vorliegenden Quellen nicht enthalten. Öffnungszeiten und Eintritt sollten vor einem Besuch geprüft werden.
Die Burg Kronburg wurde nach 1200 von einem staufischen Dienstmannengeschlecht errichtet. Eine urkundliche Nennung erfolgte am 6. Mai 1227 mit Rudolf von Cronburg. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gelangte die Burg in habsburgischen Besitz und wurde fortan als Pfandlehen vergeben. Zu den frühen Lehensinhabern zählten die Herren von Ratzenried und später die Herren von Uttenried.
Im Jahr 1370 nahm die Burg während einer Fehde Schaden. 1460 wurde die Kronburg mit ihren Besitzungen an Hans von Werdenstein verkauft. Bereits wenige Jahre später wurde die Anlage als ruinös und nicht mehr bewohnbar beschrieben. Nach dem Tod Hans von Werdensteins fiel der Besitz über Erbregelungen an die Herren von Rechberg, die ab dem späten 15. Jahrhundert den Ausbau der Burg zu einem Burgschloss betrieben. Der Umbau wurde bis 1536 abgeschlossen.
Nach dem Aussterben der männlichen Linie der Rechberger kam es zu langjährigen Erbstreitigkeiten. 1616 wurde das Schloss im Auftrag Erzherzog Maximilians gewaltsam eingenommen. Ab 1619 befand sich die Herrschaft im Besitz der Familie von Westernach. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Anlage 1632 durch schwedische Truppen beschädigt und geplündert.
Erste Instandsetzungen erfolgten 1693 bis 1694. Im Spanischen Erbfolgekrieg wurde das Schloss 1703 stark befestigt, im Jahr 1704 jedoch von französischen Truppen an den Rundtürmen erheblich beschädigt. Nach Intervention des Augsburger Bischofs Eustachius Egolph Freiherr von Westernach wurden die Türme wiederaufgebaut und verstärkt. Weitere Umbauten betrafen den Ostflügel sowie die Schlosskapelle im 18. Jahrhundert.
1806 ging das Schloss im Zuge der Eingliederung in das Königreich Bayern in staatlichen Besitz über, verblieb jedoch im Eigentum der Familie von Westernach. Nach dem Aussterben der männlichen Linie 1841 wurde der Besitz durch Heirat in der Linie Vequel-Westernach fortgeführt. Seit 1986 ist das Schloss im Rahmen von Führungen zugänglich. Die letzte umfassende Renovierung erfolgte von 1993 bis 1998.
Schloss Kronburg ist als vierflügelige Anlage mit Innenhof ausgebildet. In der Nordwestecke haben sich Reste des ehemaligen Bergfrieds aus Tuffstein erhalten. Der Nordflügel ist außen viergeschossig und innen dreigeschossig ausgeführt und besitzt einen Satteldachbau. Im Erdgeschoss befinden sich Rundpfeiler aus Tuffstein sowie ein kreuzgratgewölbter Raum. Eine Holzdecke im zweiten Obergeschoss stammt aus der Zeit um 1478.
Der Ostflügel ist außen dreigeschossig und hofseitig zweigeschossig und mit einem Walmdach gedeckt. Die Tordurchfahrt zum Innenhof liegt in diesem Gebäudeteil. Über der Durchfahrt befindet sich ein Wappen aus dem 16. Jahrhundert. Im Obergeschoss sind Leinwandtapeten aus dem 18. Jahrhundert erhalten.
Der Südflügel enthält im Untergeschoss die Schlosskapelle. Er ist außen dreigeschossig und innen zweigeschossig ausgeführt und mit einem Satteldach versehen. Im Inneren befindet sich eine zweischiffige Halle mit Kreuzgratgewölbe sowie ein großer, unterteilter Saal mit Holzdecke und Arabeskenmalerei aus dem 16. Jahrhundert.
Der Westflügel weist eine rundbogige Toreinfahrt auf. Darüber ist eine Sandsteintafel mit einem Doppelwappen derer von Westernach aus dem Jahr 1690 angebracht. Im Erdgeschoss befindet sich eine zweischiffige Halle mit Kreuzgratgewölbe, darüber ein ehemaliges Gefängnis mit Tonnengewölbe sowie ein Obergeschoss mit Holzdecke aus dem 16. Jahrhundert.
Lage: Kronburg, Gemeinde Kronburg, Landkreis Unterallgäu, Bayern
Koordinaten: nicht bekannt
Höhe: 743,6 Meter über Normalnull
Datierung / Entstehung: Bau nach 1200, Ausbau zum Burgschloss bis 1536
Schutzstatus: Denkmalschutz
Eigentum / Nutzung: Privatbesitz, Nutzung für Führungen und kulturelle Veranstaltungen
Alternative Namen: nicht bekannt