Schloss Lautrach

Schloss Lautrach

Übersicht

Schloss Lautrach, auch als Neues Schloss Lautrach bezeichnet, befindet sich in der Gemeinde Lautrach im Landkreis Unterallgäu in Schwaben. Die heutige Anlage geht auf einen Neubau aus dem späten 18. Jahrhundert zurück, nachdem ältere Schlossbauten mehrfach zerstört worden waren. Das Schloss entstand in einer Phase grundlegender Umbrüche und steht in direktem Zusammenhang mit der Geschichte des örtlichen Adelssitzes und des Fürststifts Kempten. Im Lauf der Zeit wechselte das Anwesen mehrfach den Besitzer und erfüllte unterschiedliche Funktionen, darunter repräsentative, erzieherische und wissenschaftliche Zwecke.

Seit dem 20. Jahrhundert ist das Schloss eng mit der Nutzung als Bildungs- und Tagungsort verbunden. Umfangreiche Umbauten und Restaurierungen ermöglichten die fortdauernde Nutzung des Gebäudes, ohne die historische Bausubstanz vollständig aufzugeben. Heute wird Schloss Lautrach als Tagungsstätte mit angeschlossenem Hotelbetrieb genutzt.

Besuch und Eindruck

Das Schloss liegt im Ort Lautrach und ist von einem Hofgarten umgeben. Von der älteren Schlossanlage sind keine sichtbaren Reste erhalten. Das heutige Erscheinungsbild wird vollständig vom Neubau aus der Zeit 1781 bis 1783 geprägt. Der langgestreckte Baukörper mit drei Geschossen bestimmt den Eindruck der Anlage.

Besondere Innenräume sind überliefert, darunter ein kleiner Theatersaal, der im 19. Jahrhundert eingerichtet wurde. Dieser Raum ist mit handbedruckten Bildtapeten aus einer Pariser Manufaktur ausgestattet. Die Motive zeigen mythologische und erzählerische Szenen. Weitere Innenräume wurden im 20. Jahrhundert im Zuge von Renovierungen angepasst.

Das Schloss diente zeitweise als Erholungs- und Begegnungsstätte für Wissenschaftler. In dieser Phase fanden regelmäßige Zusammenkünfte statt, die als Fakultätssitzungen bezeichnet wurden. Hinweise auf Informationstafeln oder museale Präsentationen sind in den Quellen nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Geschichte

In Lautrach bestand bereits im Mittelalter ein Rittersitz. Der Burgstall Altenlauternach ist seit 1164 als Sitz des Heinrich von Lauternach belegt. Nach dem Ende der Herrschaft der Lauternacher folgten ab 1417 die Herren von Landau. Im Dreißigjährigen Krieg wurden Ort und Schloss zerstört, später jedoch wieder aufgebaut.

1645 gelangte das Schloss an das Fürststift Kempten. Ein erneuter Brand im Jahr 1780 zerstörte große Teile des alten Schlosses. In den Jahren 1781 bis 1783 ließ Fürstabt Honorius Roth von Schreckenstein das Neue Schloss Lautrach als Propstei und Jagdschloss errichten.

Nach der Säkularisation ging der Besitz 1803 an das Kurfürstentum Bayern über und wurde 1805 an den französischen Grafen Jean-Luis Firmas-Perier versteigert. Unter ihm entstand ein Theatersaal mit handbedruckten Bildtapeten. 1814 erwarb er auch das alte Schlösschen.

1831 folgte ein Besitzerwechsel zu Freiherr von Speth, 1838 zu dem Priester Josef Deybach. Dieser richtete mit Unterstützung eines Barons eine Erziehungsanstalt für höhere Töchter ein, 1840 kam ein Knabeninstitut hinzu. Auf den Ruinen des alten Schlosses entstand dafür ein neues Institutsgebäude.

1869 ging das Neue Schloss in den Besitz der Herrschaft Zeil über. 1889 erwarben die Wagnerschen Anstalten von Dillingen das verbliebene Erbe Deybachs. Ab 1921 gehörte das Neue Schloss Hermann Anschütz-Kaempfe, der es renovieren ließ und als Erholungsheim für Professoren und Studenten nutzte. 1931 vermachte er das Schloss der Ludwig-Maximilians-Universität München. 1966 erfolgte der Verkauf an die Wagnerschen Anstalten. 1989 begann der Umbau zu einem Managementzentrum, das 1993 eröffnet wurde.

Anlage und Baugestalt

Vom Alten Schloss sind keine baulichen Reste erhalten. Das Neue Schloss ist als dreigeschossiger, langgestreckter Bau ausgeführt. Es besitzt ein Mansardwalmdach und hervorgehobene Mittelrisalite mit geschweiften Giebeln. Die Architektur entspricht einem repräsentativen Schlossbau des späten 18. Jahrhunderts.

Der Bau ist von einem Hofgarten umgeben, der zur Gesamtanlage gehört. Im Inneren befinden sich Räume unterschiedlicher Entstehungszeit, darunter der Theatersaal mit dekorativen Bildtapeten. Weitere Ausstattungsmerkmale sind das Ergebnis späterer Nutzungsphasen und Renovierungen. Angaben zu Baumaterialien oder detaillierten Stilmerkmalen über die genannten Elemente hinaus liegen in den Quellen nicht vor.


Fakten

Lage: Lautrach, Gemeinde Lautrach, Landkreis Unterallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: Neubau 1781 bis 1783

Schutzstatus: nicht bekannt

Eigentum/Nutzung: Tagungsstätte und Hotelbetrieb

Alternative Namen: Neues Schloss Lautrach

 
 
 

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