Schloss Marktoberdorf ist ein ehemaliges fürstbischöfliches Schloss im bayerischen Landkreis Ostallgäu. Die Anlage liegt am östlichen Ortsrand von Marktoberdorf in unmittelbarer Nähe der barocken Stadtpfarrkirche Sankt Martin. Über Jahrhunderte diente das Schloss den Fürstbischöfen von Augsburg als Jagdschloss und Sommerresidenz.
Der heutige Bau geht auf einen barocken Neubau aus dem frühen 18. Jahrhundert zurück, der ältere Schlossanlagen ersetzte. Bereits im 15. Jahrhundert ist ein Schloss in Oberdorf urkundlich belegt. Nach der Säkularisation ging das Gebäude in staatlichen Besitz über und wurde im 19. und 20. Jahrhundert für Verwaltungs- und Bildungszwecke genutzt. Seit den 1980er-Jahren ist Schloss Marktoberdorf Sitz der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf und erfüllt damit eine kulturelle Funktion.
Schloss Marktoberdorf befindet sich am östlichen Rand des Stadtgebiets und ist Teil eines historisch gewachsenen Ensembles mit der nahegelegenen Pfarrkirche Sankt Martin. Vom Schloss führt in südöstlicher Richtung die Kurfürstenallee, eine rund zwei Kilometer lange Lindenallee aus dem 18. Jahrhundert, zu einem Aussichtspunkt außerhalb der Stadt.
Der barocke Schlossbau prägt mit seiner klaren Gliederung und Lage den Übergang vom Stadtkern zur umgebenden Landschaft. Zum Schloss gehört ein Gartenbereich, in dem sich ein unterirdischer Konzertsaal der Bayerischen Musikakademie befindet. Dieser wurde in den 1990er-Jahren ergänzt und ist von außen nur eingeschränkt wahrnehmbar.
Angaben zu öffentlich zugänglichen Innenräumen oder zu Informationstafeln sind in den Quellentexten nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt sollten vor dem Besuch geprüft werden.
Ein Schloss in Oberdorf ist erstmals 1424 urkundlich erwähnt. Zwischen 1505 und 1517 ließ Fürstbischof Heinrich von Lichtenau einen spätgotischen Neubau errichten. Ende des 16. Jahrhunderts wurde diese Anlage in den Jahren 1598 und 1599 deutlich erweitert. Dieses Schloss bestand bis 1722.
Im Jahr 1722 ließ Fürstbischof Alexander Sigismund, Pfalzgraf bei Rhein, den spätgotischen Bau abbrechen und durch einen barocken Neubau ersetzen. Baumeister war Johann Georg Fischer aus Oberdorf im Allgäu. Das Schloss wurde in der Folgezeit als Jagdschloss und Sommerresidenz der Augsburger Fürstbischöfe genutzt. 1812 starb hier mit Clemens Wenzeslaus von Sachsen der letzte Augsburger Fürstbischof, der zugleich letzter Kurfürst von Trier war.
Nach der Säkularisation ging Schloss Marktoberdorf in staatlichen Besitz über. Ab 1819 waren das königliche Landgericht und das Oberdorfer Rentamt im Schloss untergebracht. 1864 zog die Messungsbehörde ein. Von 1876 bis 1923 nutzte eine Präparandenschule das Gebäude. Bis 1967 diente das Schloss als Sitz des Landratsamts des Landkreises.
1967 kam es zu einem Brand, infolgedessen der West- und der Südflügel längere Zeit leer standen. Erst 1984 wurde das Schloss renoviert. Seit diesem Jahr ist es Sitz der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf. 1996 wurde vor dem Schloss ein neuer, unterirdischer Konzertsaal eröffnet.
Schloss Marktoberdorf ist ein barocker Schlossbau, der 1722 anstelle älterer Anlagen errichtet wurde. Der Neubau ersetzte einen spätgotischen Vorgängerbau und bestimmt bis heute das Erscheinungsbild der Anlage. Angaben zur genauen Geschosszahl, zu Baumaterialien oder zu dekorativen Details sind in den Quellentexten nicht enthalten.
Zum Schloss gehört eine Gartenanlage, von der die Kurfürstenallee ausgeht. Diese Lindenallee wurde im 18. Jahrhundert angelegt und ist ein fester Bestandteil des historischen Umfelds. In den Gartenbereich integriert ist ein unterirdischer Konzertsaal, der der Nutzung durch die Musikakademie dient.
Weitere Bauteile, Nebengebäude oder gestalterische Details werden in den Quellen nicht näher beschrieben.
Lage: Marktoberdorf, Landkreis Ostallgäu, Bayern
Koordinaten: nicht bekannt
Höhe: nicht bekannt
Datierung/Entstehung: erstmals erwähnt 1424, barocker Neubau ab 1722
Schutzstatus: nicht bekannt
Eigentum/Nutzung: Sitz der Bayerischen Musikakademie Marktoberdorf
Alternative Namen: Fürstbischöfliches Schloss Marktoberdorf