Schloss Türkheim

Schloss Türkheim

Übersicht

Schloss Türkheim liegt im Markt Türkheim im schwäbischen Landkreis Unterallgäu. Die Schlossanlage bildet seit dem ausgehenden 15. Jahrhundert einen zentralen baulichen und herrschaftlichen Bezugspunkt des Ortes. Mit der Verlegung des Herrschaftssitzes der Herrschaft Schwabegg von Schwabegg nach Türkheim um 1470 gewann der Ort deutlich an politischer und wirtschaftlicher Bedeutung.

Ab 1531 entstand mit dem Bau des Schlosses ein eigenständiger fürstlicher Herrschaftsbereich. Der ursprüngliche Baukern entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einer weitläufigen Schlossanlage, deren heutiges Erscheinungsbild maßgeblich von barocken Umbauten und Erweiterungen geprägt ist. Entscheidenden Einfluss hatte Herzog Maximilian Philipp von Bayern-Leuchtenberg, der Türkheim zu seinem Ruhesitz bestimmte und umfangreiche Baumaßnahmen anregte.

Heute besteht die Anlage aus dem sogenannten „Großen Schloss“ und dem „Kleinen Schloss“. Das Große Schloss wird seit 1983 als Ganzes für das Rathaus der Gemeinde und ein Museum genutzt, während das Kleine Schloss ein Schlosscafé beherbergt.

Besuch und Eindruck

Das Schloss Türkheim präsentiert sich als geschlossene, repräsentative Schlossanlage mit mehreren Baukörpern, die das historische Ortsbild wesentlich prägen. Der dominierende Hauptbau, das Große Schloss, ist ein dreigeschossiger Rechteckbau mit hohem Walmdach und Bodenerker. Seine heutige äußere Gestalt geht vor allem auf barocke Umgestaltungen des 17. und 18. Jahrhunderts zurück.

Dem Großen Schloss ist das etwas kleinere, ebenfalls dreigeschossige Kleine Schloss zugeordnet. Beide Bauten sind in ein Ensemble eingebunden, zu dem weitere Wirtschafts- und Gartenanlagen gehören. Ein Torbogen verbindet seit 1687 das Schloss mit dem benachbarten Kapuzinerkloster und dessen Kirche, die 1685 gegründet wurden.

Zum Gesamtbild zählen außerdem ein Schlossgarten, eine Ummauerung sowie weitere Nebengebäude, die den Charakter eines fürstlichen Residenz- und Verwaltungsstandortes unterstreichen. Hinweise auf Informationstafeln sind in den Quellen nicht genannt. Öffnungszeiten und Eintritt vor dem Besuch prüfen.

Geschichte

Mit der Verlegung des Herrschaftssitzes der Herrschaft Schwabegg nach Türkheim um 1470 begann der Aufstieg des Ortes zu einem regionalen Machtzentrum. Ab 1531 ließ Wolf Dietrich von Knöringen das Schloss Türkheim errichten und begründete damit einen eigenständigen fürstlichen Herrschaftsbereich. Der Hauptbau entstand in den Jahren 1531 bis 1535 und bildete den Kern der späteren Schlossanlage.

Einen tiefgreifenden Wandel erfuhr das Schloss, als Herzog Maximilian Philipp von Bayern-Leuchtenberg Türkheim zu seinem Ruhesitz bestimmte. Unter seiner Herrschaft wurden umfangreiche bauliche Erweiterungen und Veränderungen vorgenommen. Ab 1682 begannen erneute Arbeiten am Schlossbau unter der Leitung von Giovanni Antonio Viscardi. Die entscheidende barocke Prägung erhielt das Schloss jedoch erst durch die späteren Planungen von François Cuvilliés dem Älteren und Karl Albert von Lespilliez um 1754. In dieser Phase entstand die heutige Gestalt des Großen Schlosses mit dem mächtigen Walmdach.

1685 gründete Herzog Maximilian Philipp das unmittelbar beim Schloss gelegene Kapuzinerkloster mit Kirche. Zwei Jahre später verband ein Torbogen die beiden Baukomplexe. 1695 ließ seine Gemahlin Maurita Febronia das sogenannte Kleine Schloss errichten, das die Anlage ergänzte.

Nach dem Tod des Herzogs fiel das Erbe an seinen Neffen Kurfürst Max Emanuel. In späterer Zeit diente das Schloss als Sitz des Land- und Amtsgerichtes. Seit 1983 wird das Große Schloss als Rathaus der Gemeinde Türkheim sowie als Heimatmuseum genutzt, während das Kleine Schloss eine gastronomische Nutzung erhielt.

Anlage und Baugestalt

Das Große Schloss ist ein dreigeschossiger Rechteckbau mit hohem Walmdach und Bodenerker. Sein baulicher Kern stammt aus den Jahren 1531 bis 1535. Umgestaltungen erfolgten in mehreren Phasen, insbesondere zwischen 1682 und 1686 sowie um 1754. An diesen Arbeiten waren François Cuvilliés der Ältere und Karl Albert von Lespilliez maßgeblich beteiligt.

Das Kleine Schloss ist ebenfalls ein dreigeschossiger Walmdachbau. Es wurde 1695 nach Plänen von Giovanni Antonio Viscardi errichtet. Beide Schlossbauten sind Teil eines größeren Ensembles.

Zur Anlage gehören außerdem mehrere in der Denkmalliste geführte Nebengebäude und Elemente, darunter ein Ökonomiegebäude und ein ehemaliges Gewächshaus aus dem 17. und 18. Jahrhundert, ein Schlossgarten aus dem Jahr 1682, eine Ummauerung aus derselben Zeit sowie ein Tor aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Zusammen bilden diese Bauteile eine geschlossen überlieferte Schlossanlage.


Fakten

Lage: Türkheim, Landkreis Unterallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: ab 1531, Kernbau 1531 bis 1535

Schutzstatus: nicht bekannt

Eigentum/Nutzung: Rathaus und Museum im Großen Schloss, Café im Kleinen Schloss

Alternative Namen: Großes Schloss, Kleines Schloss

 
 
 

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