Schloss Markt Wald

Schloss Wald

Übersicht

Schloss Markt Wald ist ein ehemaliges Fugger-Schloss im Ort Markt Wald im schwäbischen Landkreis Unterallgäu. Die Anlage steht am Nordostrand des Ortes am Westhang des Neufnachtales und geht in ihrem Kern auf einen älteren Burg- und Schlossstandort zurück. Bereits im späten Mittelalter bestand hier ein befestigter Sitz, der mehrfach zerstört und wieder aufgebaut wurde.

Das heutige Erscheinungsbild des Schlosses ist das Ergebnis eines umfassenden Umbaus in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Auftraggeber war die Linie Fugger-Babenhausen, in deren Besitz Markt Wald seit 1660 stand. Das Schloss diente über lange Zeit als Amtssitz und wirtschaftliches Zentrum der Herrschaft. Nach dem Übergang des Gebietes an das Königreich Bayern im Jahr 1806 behielten die Fürsten Fugger zunächst weitreichende Rechte. Später wurde das Gebäude als fürstlich-fuggersche Oberförsterei genutzt. Seit dem frühen 21. Jahrhundert wird Schloss Markt Wald wieder als Wohnsitz genutzt und schrittweise restauriert.

Besuch und Eindruck

Schloss Markt Wald liegt am westlichen Hang des Neufnachtales am Rand des historischen Ortskerns. Das dreigeschossige, nahezu quadratische Gebäude mit Walmdach und mehreren Türmen prägt das Ortsbild deutlich. Die mächtige Nordfront sowie die geschlossene Bauform lassen den früheren Charakter als Herrschafts- und Amtssitz erkennen.

Zum Schloss gehören bauliche Nebenanlagen wie eine Gartenmauer mit Torpfeilern sowie ein Gartenhaus. Diese Elemente stammen ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert und gehören zum historischen Ensemble. Das Schloss war über Jahrhunderte Mittelpunkt wirtschaftlicher und rechtlicher Verwaltung, was sich in der Größe und Geschlossenheit der Anlage widerspiegelt.

Angaben zu einer öffentlichen Besichtigung sind in den Quellentexten nicht enthalten. Öffnungszeiten und Eintritt sollten vor dem Besuch geprüft werden.

Geschichte

Der Standort von Schloss Markt Wald war bereits im Spätmittelalter befestigt. 1477 wurde das damalige Schloss zum Bürgel entwehrt und wehrlos gemacht. In einer Fehde der Herren von Riedheim wurde die Burg 1474 zerstört. Konrad I. von Riedheim ließ daraufhin ein neues Schloss im Bereich Irmatshofen errichten. Unter seinem Sohn Konrad II. wurde dieses Schloss im Bauernkrieg 1525 erneut zerstört.

Im Jahr 1578 verkaufte der letzte Riedheimer, Christoph Adam, Schloss und Gut Irmatshofen an Erzherzog Ferdinand von Österreich. 1588 gelangte die Herrschaft an dessen Söhne. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wird das Schloss als baufällig beschrieben. 1636 wurde es durch Soldaten verwüstet und blieb über ein Jahrhundert in schlechtem baulichen Zustand.

1660 wurde die Herrschaft für 60.000 Gulden an Graf Leopold Fugger von Babenhausen verpfändet. In den folgenden Jahrzehnten kam es zu zahlreichen Reparaturen und Teilmaßnahmen. 1735 brannte das baufällige Schloss vollständig nieder. Die Ursache wird in den Quellen unterschiedlich angegeben.

Der grundlegende Neubau erfolgte in den Jahren 1747 bis 1748 unter der Leitung von Michael Stiller. Das Schloss erhielt dabei seine heutige Gestalt. Um 1770 wurde die Hauskapelle mit Stuck und Fresken ausgestattet. 1781 wurde Schloss und Herrschaft Irmatshofen den Fuggern als Mannslehen bestätigt.

Im 19. und 20. Jahrhundert kam es zu weiteren Veränderungen, Abbrüchen von Nebengebäuden und Renovierungen. 1964 wurde das Äußere des Schlosses erneuert. Seit 2011 wird das Gebäude wieder bewohnt und umfassend restauriert.

Anlage und Baugestalt

Schloss Markt Wald ist ein dreigeschossiger Walmdachbau mit nahezu quadratischem Grundriss. An der Nordwest- und Nordostecke befinden sich Rundtürme, hinzu kommt ein weiterer Turm an der Südseite. Ein Treppenturm erschließt das Gebäude. Auf den Kegeldächern der Türme sind gusseiserne Geweihe angebracht.

Der Bau geht im Kern auf einen Wiederaufbau nach 1525 zurück, erhielt seine heutige Form jedoch durch den Umbau von 1747 bis 1748. Zum Ensemble gehören eine Gartenmauer mit Torpfeilern sowie ein Gartenhaus mit Zeltdach, beide aus dem 18. Jahrhundert.

Die Hauskapelle wurde im 18. Jahrhundert mit Stuck und Fresken ausgestattet. Weitere Angaben zu Materialien oder zur inneren Raumstruktur sind in den Quellen nicht enthalten.


Fakten

Lage: Markt Wald, Landkreis Unterallgäu, Bayern

Koordinaten: nicht bekannt

Höhe: nicht bekannt

Datierung/Entstehung: Vorgängerbau vor 1525, heutige Gestalt 1747 bis 1748

Schutzstatus: denkmalgeschützt

Eigentum/Nutzung: Privatbesitz der Linie Fugger-Babenhausen, Wohnsitz

Alternative Namen: Fuggerschloss Markt Wald

 
 
 

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