Oberallgäuer Orte - Übersicht

 
 
Waltenhofen

Waltenhofen

 
 

Waltenhofen liegt südlich von Kempten im Illertal und öffnet sich nach Westen zu den Allgäuer Voralpen. Die Gemeinde mit ihren vielen Weilern, Pfarrdörfern und Einzelhöfen breitet sich zwischen sanften Höhen und dem glitzernden Niedersonthofener See aus. Waltenhofen ist nicht nur ein beliebter Ferienort, sondern auch ein gefragter Wohnstandort, der ländliche Ruhe mit unmittelbarer Nähe zur Stadt verbindet.

Der Niedersonthofener See bildet das Herzstück der Freizeitmöglichkeiten. Er lädt im Sommer zum Schwimmen, Rudern, Segeln und Surfen ein, Angler schätzen den artenreichen Fischbestand. Spazierwege führen um das Ufer, im Winter verwandelt sich die Umgebung in eine stille Landschaft, die zum Winterwandern oder Eislaufen einlädt. Waltenhofen liegt zudem direkt an weit verzweigten Radwegenetzen, die sowohl gemütliche Touren ins Illertal als auch sportliche Routen durch die Voralpen ermöglichen.

Die Gemeinde bietet vielfältige Naturerlebnisse. Wanderrouten führen auf den Stoffelberg oder in die Tobel, im Winter locken Loipen für Langlauf und Routen für Schneeschuhwanderungen. Rodelhänge für Familien ergänzen das Angebot. Durch die Lage zwischen Iller und Alpenkämmen sind weite Ausblicke auf die Allgäuer und Tiroler Berge nahezu überall präsent.

Kulturell und gesellschaftlich ist Waltenhofen lebendig. Feste und Märkte bringen Menschen zusammen, Vereine pflegen Sport, Musik und Brauchtum. Die Pfarreien gestalten das kirchliche Leben, hinzu kommen Theateraufführungen, Konzerte und Ausstellungen. Das Vereinswesen ist breit gefächert – vom Handball bis zur Blasmusik – und verleiht der Gemeinde eine große Vielfalt an Aktivitäten.

Auch die Infrastruktur überzeugt: Einkaufsmöglichkeiten, Gastronomie vom Gasthaus bis zur modernen Küche, Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sind in allen größeren Ortsteilen vorhanden. Die Nähe zur Stadt Kempten sichert kurze Wege zu Hochschulen, Kliniken und einem breiten Kulturangebot. Gleichzeitig ermöglicht die Lage am Illerufer und in den Weilern das Leben in einer naturnahen Umgebung, die vom Grünland und Wald geprägt iSankt

Waltenhofen bietet damit eine Kombination, die selten ist: Natur und Wasser in unmittelbarer Nähe, ein breites Freizeitangebot zu allen Jahreszeiten, gewachsene Dorfgemeinschaften und zugleich die Anbindung an die urbane Infrastruktur Kemptens. Für Feriengäste ist es ein idealer Ort, um den Oberallgäuer Sommer wie auch den Winter in all seinen Facetten zu erleben. Für Einheimische ist es ein Zuhause, das Lebensqualität mit Zukunftsperspektiven verbindet.

Waltenhofen
Waltenhofen
 

Die Geschichte Waltenhofens und seiner heutigen Gemeindeteile reicht weit zurück. Bereits im 11. Jahrhundert sind erste Orte belegt: So erscheint Waltenhofen selbst 1059, Martinszell 1275 als „Cella Sancti Martini“, und Niedersonthofen war mit seiner Wasserburg und späterem Pfarrdorf Teil der reichsunmittelbaren Grafschaft Königsegg-Rothenfels. Auch Memhölz besitzt eine lange kirchliche Tradition mit einer eigenen Pfarrei schon um 1200.

Im Mittelalter prägten mehrere Adelsgeschlechter und Klöster die Herrschaftsverhältnisse. Die Herren von Rauns, später die Werdensteiner, hatten Besitzungen in Waltenhofen und Rauns. Martinszell wurde 1485 von Kaiser Friedrich III. zum Markt erhoben, mit eigenen Rechten in Gerichtsbarkeit und Handel. Die Bauernkriege erreichten auch Waltenhofen: Der aus Martinszell stammende Matthias Waibel trat als Anhänger der lutherischen Lehre hervor und wurde 1525 als Märtyrer hingerichtet.

Die Kirchen entwickelten sich teils aus romanischen Ursprüngen. Die heutige Pfarrkirche Sankt Martin und Alexander in Waltenhofen wurde 1765–1770 im Saalstil mit eingezogenem Chor errichtet, während die Kirche Sankt Cosmas und Damian in Rauns bereits um 1250 von den Herren von Rauns erbaut wurde. Die Kapelle von Memhölz und die Kirchen in Niedersonthofen sind gleichfalls Zeugnisse spätmittelalterlicher Baukunst.

Die Zeit der Pestzüge hinterließ auch hier ihre Spuren. Besonders im 17. Jahrhundert fielen viele Bewohner Seuchen und Hungersnöten zum Opfer. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu wiederholten Truppendurchzügen. Waltenhofen, dem Fürststift Kempten unterstellt, litt wie das gesamte Umland unter den Belastungen von Einquartierungen und Abgaben.

Mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 endete die Herrschaft der Fürstäbte. Waltenhofen fiel an das Königreich Bayern. In Martinszell blieb die Erinnerung an den „Martinszeller Vertrag“ von 1525 lebendig, der zwischen Bauern und Fürstabt geschlossen worden war – nun ging die Region in der neuen Verwaltung auf. Ab 1818 bestanden die politischen Gemeinden Waltenhofen, Memhölz, Niedersonthofen und Martinszell, die in den 1970er-Jahren zur heutigen Großgemeinde vereint wurden.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Waltenhofen wie viele Orte des Allgäus in mehreren Schritten. Zunächst prägte die Leinenproduktion die Heimarbeit vieler Familien. Spinnstuben und Webstühle standen in Bauernhäusern, das Erzeugnis wurde über Kempten vertrieben. Parallel gewann die Milchwirtschaft an Bedeutung. Schon Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Sennereigenossenschaften, die die Milchverarbeitung zentralisierten und den berühmten Allgäuer Käse hervorbrachten. In Memhölz und Niedersonthofen bestanden lange Hauskäsereien, aus denen später gemeinschaftliche Sennereien wurden.

Auch die Infrastruktur wuchs: 1868 wurde die Freiwillige Feuerwehr gegründet, Schulen wurden neu organisiert, Poststellen eingerichtet. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz erfolgte über den Haltepunkt Martinszell an der Linie Buchloe–Lindau. 1923 weihte man in Waltenhofen ein Kriegerdenkmal ein.

Im 20. Jahrhundert setzte sich diese Entwicklung fort. In den 1920er-Jahren begannen erste Gäste die Region für Sommerfrischen zu entdecken – vor allem den Niedersonthofener See. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg der Tourismus stärker an, unterstützt durch die gute Lage zwischen Kempten und Immenstadt. In den 1960er-Jahren endete die Zeit der Hand- und Spanndienste, die Landwirtschaft modernisierte sich. Waltenhofen wandelte sich zu einer Wohngemeinde mit starker Verbindung nach Kempten, blieb aber durch Seen, Pfarrdörfer und traditionelle Vereine stark im Brauchtum verankert.

Kontakt

Gemeinde Waltenhofen
Rathausstraße 4
87448 Waltenhofen 

Tel.: 08303 / 79-0
Fax: 08303 / 79-30
E-Mail: gemeinde@waltenhofen.de

Besonderheiten

  • Feste und Veranstaltungen
  • Niedersonthofener See
  • Schwimmen
  • Rudern
  • Segeln
  • Surfen
  • Angeln
  • Wandern
  • Radfahren
  • Winterwandern
  • Langlauf
  • Rodeln
 
 
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