Oberallgäuer Orte - Übersicht

 
 
Weitnau

Weitnau

 
 

Eingebettet zwischen Hauchenberg und Sonneneck liegt Weitnau im Herzen des Allgäuer Voralpenlands. Das Markt­flecken präsentiert sich als weitläufige Gemeinde mit 54 Ortsteilen, in denen gepflegte Höfe, stille Wälder und weite Fluren eine eindrucksvolle Kulturlandschaft formen. Seit 2005 trägt Weitnau das Prädikat Luftkurort – eine Auszeichnung, die das gesunde Klima, die reine Luft und die erholsame Umgebung würdigt.

Die Freizeitmöglichkeiten sind vielfältig. Hoch über dem Ort thront die Burgruine Alttrauchburg, eine der imposantesten Burganlagen des Allgäus. Von hier schweift der Blick weit über Täler und Höhen. Ganz in der Nähe liegt der Alpkönigblick, ein markanter Aussichtspunkt, der als Station auf dem Carl-Hirnbein-Weg Wanderer und Geschichtsfreunde gleichermaßen anzieht. Der Speckbach-Wasserfall bietet ein Naturerlebnis in unmittelbarer Nähe, seine Kaskaden rauschen durch eine idyllische Waldschlucht.

Im Ort selbst laden das Hohenegg-Museum und wechselnde Märkte dazu ein, Kultur und Brauchtum zu entdecken. Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sind reichlich vorhanden, vom traditionsreichen Gasthaus Adler bis zu modernen Cafés. Für sportliche Abwechslung sorgen das Freibad, ein Golfplatz in Hellengerst, Tennisplätze und eine Beachanlage. Radfahrer und Wanderer finden ein dichtes Netz an Wegen, während im Winter Langlaufloipen und Schneeschuhtrails die Landschaft erschließen.

Das Leben in Weitnau verbindet Naturverbundenheit mit guter Infrastruktur. Drei Kindergärten, zwei Grundschulen und zahlreiche Vereine stärken das Gemeinschaftsleben. Kleine Geschäfte, Wochenmärkte und eine intakte Landwirtschaft prägen das Ortsbild. Die Mischung aus ursprünglicher Landschaft, vielfältigen Freizeitmöglichkeiten und einer lebendigen Kultur macht Weitnau zu einem Ort, in dem sich Gäste wie Einheimische gleichermaßen wohlfühlen.

Weitnau
Weitnau, Brunnen
 

Die Geschichte Weitnaus reicht tief zurück. Bereits 726 soll der Ort unter dem Namen „Witunavia“ genannt worden sein; sicher belegt ist die erste Erwähnung als „Witenowe“ im Jahr 1250. Spätestens im 13. Jahrhundert war Weitnau Verwaltungssitz der Herrschaft Hohenegg, die als österreichisches Lehen von Bregenz aus verwaltet wurde. Das Marktrecht stärkte den Ort und machte ihn zum regionalen Zentrum.

Die Burgruine Alttrauchburg ist ein sichtbares Zeugnis dieser Epoche. Ursprünglich im 12. Jahrhundert errichtet, wurde sie im 14. und 15. Jahrhundert mehrfach erweitert und diente lange als Verwaltungssitz der Hohenegger. Das nahe Schloss Wagegg und weitere Herrensitze unterstrichen die Bedeutung der Herrschaft. Im 18. Jahrhundert verfiel die Burg, blieb aber als markante Landmarke erhalten.

Das kirchliche Leben prägte die Gemeinde gleichermaßen. Die Pfarrkirche Sankt Pelagius, deren Turm auf das 14. Jahrhundert zurückgeht, wurde 1739–1740 im Chor erneuert und von 1862 bis 1872 im neugotischen Stil umfassend neu gebaut. Figuren am Hochaltar, entstanden um 1490 in der Werkstatt der Multscherschule, verbinden das Gotteshaus mit der Kunstgeschichte Süddeutschlands.

Weitnau war auch immer wieder von Katastrophen betroffen. Pestzüge im 16. und 17. Jahrhundert forderten viele Opfer. 1545 zerstörte ein Brand Teile des Ortes. Im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) drangen mehrfach durchziehende Truppen ins Gebiet, besonders in den Jahren 1632 und 1646, als schwedische und kaiserliche Heere die Höfe plünderten.

Mit dem Ende der Pappenheimer Lehnsherrschaft 1692 und dem Übergang an das Fürststift Kempten änderten sich die Herrschaftsverhältnisse. 1780 wurde im Kürnachtal die Marienkapelle errichtet. 1772 begann die Vereinödung, die das Dorfbild grundlegend veränderte: Bauern siedelten ihre Höfe aus den engen Dorfkernen in die Flur hinaus, wodurch das bis heute sichtbare Netz aus Weilern und Einzelhöfen entstand.

1805 führten die Friedensverträge von Brünn und Preßburg zum Übergang der Herrschaft Hohenegg an Bayern. Das Gemeindeedikt von 1818 schuf die heutige Verwaltungseinheit. Im 19. Jahrhundert lebte hier Carl Hirnbein (1807–1871), der als Agrarreformer und Käsepionier in die Geschichte einging. Weitere Persönlichkeiten wie der Ökonom Franz von Miller und der Ingenieur Josef Widmann prägten die Gemeinde.

Die Infrastruktur entwickelte sich stetig: Weitnau erhielt Anschluss an die Bahnstrecke Kempten–Isny, die 1909 eröffnet, später jedoch stillgelegt wurde. Schulbauten, Vereine und Märkte stärkten das Gemeinschaftsleben. Im 20. Jahrhundert folgten Modernisierungen wie Freibad, Sportanlagen und Verkehrswege. Heute zeigt Weitnau ein Bild, in dem Jahrhunderte von Herrschaft, Kultur und bäuerlicher Tradition lebendig geblieben sind.

Kontakt

Markt Weitnau
Hauchenbergweg 6
87480 Weitnau

Tel.: 08375 / 9202 - 0
Fax: 08375 / 9202 - 699
E-Mail: gemeinde@weitnau.de

Besonderheiten

  • Burgruine Alttrauchburg
  • Hohenegg-Museum
  • Alpkönigblick
  • Carl Hirnbeinweg
  • Speckbach Wasserfall
  • diverse Märkte
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Gastronomie
  • Freibad
  • Wandern
  • Radfahren
  • Golf
  • Beachanlage
  • Schwimmen
  • Langlauf
  • Schneeschuhwandern