Biessenhofen liegt im Tal der Wertach, eingebettet zwischen sanften Hügeln und nahen Seen wie dem Bachtelsee und dem Bärensee. Die Höhenlage reicht von 683 bis 795 Metern, wodurch das Klima mild und doch alpin beeinflusst ist. Das Pfarrdorf mit seinen Ortsteilen präsentiert sich lebendig und zugleich ländlich geprägt.
Die Freizeitmöglichkeiten sind vielfältig. Wander- und Radwege führen durch Wiesen und Wälder, vorbei an Weihern und Flussläufen. Der Winter bietet Langlaufloipen und Möglichkeiten zum Schneeschuhwandern. Badefreunde nutzen die nahen Seen im Sommer. Kulturinteressierte besuchen das Hirten- und Heimatmuseum „Baschtlehaus“, das die Geschichte des Allgäuer Hirtenwesens lebendig vermittelt. Musik- und Heimatveranstaltungen ergänzen das Angebot.
Interessant ist auch das "Baschtlehaus" in Ebenhofen, ein heimatkundliches Museum, was in dem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gebäude eingerichtet wurde.
Der Förderverein Baschtlehaus Ebenhofen wurde 1999 gegründet. Er hat sich zur Aufgabe gemacht das Museum aufzubauen, es zu führen und es zu einer lebendigen Einrichtung zu machen. Nach der Sanierung des Anwesens wurde eine teils bereits über Jahre zusammengetragene und ergänzte Sammlung über bäuerliche und handwerkliche Kultur eingerichtet. Die ausgestellten Exponate sollen das Leben in Haus und Hof auf einer bäuerlichen Hofstelle und des ländlichen Handwerkes, ergänzt durch Bilddokumente, in früheren Zeiten aufzeigen.
Im ehemaligen Stall sind Kleingeräte über Torfgewinnung, Milchtransportgeräte, Arbeitsgeräte und Gegenstände zur Tierhaltung aufgebaut. In der Scheune sind Großgeräte für die Bodenbearbeitung , Heugewinnung, Erntemaschinen, Holzverarbeitung, Dreschmaschinen, Windfegen, Gülleverarbeitung, Häckselgeräte, Pferde und Ochsengeschirre und eine Wangerei eingerichtet.
Im Erdgeschoss ist eine Stube und eine Küche mit Haus und Küchengeräten, ein Raum mit Milchverarbeitung und ein Raum mit Waschgeräten untergebracht. Im Obergeschoss ist ein Ausstellungsraum für wechselnde Ausstellungen, ein Raum für die Flachsgewinnung und Verarbeitung, eine Schumacherwerkstatt , ein Raum für die Bienenzucht und für alte Maße und Gewichte eingerichtet.
Für den Alltag ist Biessenhofen mit Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie gut versorgt. Pendler profitieren vom Bahnhof, der die Gemeinde mit den Achsen München–Lindau und Marktoberdorf verbindet. Vereine und Feste sorgen für ein starkes Gemeinschaftsleben, in dem Tradition und Moderne harmonisch ineinanderfließen.
Gäste können aus verschiedenen Übernachtungsformen wählen: Gasthöfe, Zimmer und Ferienwohnungen. Biessenhofen vereint die Vorzüge eines zentral gelegenen Ortes mit ländlicher Ruhe und macht es für Urlauber und Bewohner gleichermaßen attraktiv.
Die erste urkundliche Erwähnung Biessenhofens erfolgte im Jahr 929 unter dem Namen „Villa Buosahoua“. Frühzeitliche Siedlungsspuren, darunter bedeutende Grabbeigaben aus dem 5. und 6. Jahrhundert bei Altdorf, weisen auf eine lange Besiedlungsgeschichte hin. Vermutet wird zudem die Lage der römischen Siedlung Escone im heutigen Gemeindegebiet.
Im Mittelalter gehörten die Orte zu verschiedenen Herrschaften. Biessenhofen selbst stand lange in Verbindung mit der Fürstabtei Kempten, ab 1610 kam es zum Hochstift Augsburg. 1551 entstand durch Simprecht von Benzenau die kleine Herrschaft Ottilienberg mit dem Zentrum in Altdorf.
Kirchlich sind mehrere Bauten prägend. Die Pfarrkirche Sankt Georg in Biessenhofen wurde 1928 neu errichtet, nachdem ältere Vorgängerbauten nicht mehr ausreichten. Auch in den Ortsteilen Altdorf und Ebenhofen bestehen historische Kirchen, die mehrfach erweitert oder umgebaut wurden.
Die Wirren des Dreißigjährigen Krieges führten zu Zerstörungen und Belastungen, auch Seuchen wie die Pest hinterließen ihre Spuren. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kamen die Orte zum Kurfürstentum Bayern, 1818 entstand die politische Gemeinde. Bis 1976 hieß sie Gemeinde Altdorf, ehe sie in Biessenhofen umbenannt wurde.
Ein entscheidender Schritt in die Neuzeit war 1852 der Anschluss an die Eisenbahn. Von 1864 bis 1876 hielt der Hofzug des bayerischen Königshauses in Biessenhofen, was dem Ort besondere Bedeutung verlieh. 1905 gründete sich die Allgäuer Alpenmilch AG, die später in den Nestlé-Konzern integriert wurde. Damit entwickelte sich Biessenhofen zu einem bedeutenden Standort der Lebensmittelindustrie.
Im Zweiten Weltkrieg war die Gemeinde aufgrund ihrer Verkehrslage Standort eines Entlassungslagers der US-Armee. Nach 1945 erlebte Biessenhofen ein stetiges Bevölkerungswachstum und entwickelte sich zum regionalen Pendlerzentrum. Das Vereinswesen, Schulen und die Ausweitung der Infrastruktur stärkten die Gemeinschaft.
Gemeinde Biessenhofen
Füssener Straße 12
87640 Biessenhofen
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