Buchloe, oft als „Tor zum Allgäu“ bezeichnet, liegt im Gennachtal und bildet das urbane Zentrum im Norden des Landkreises Ostallgäu. Die Stadt ist geprägt von einer Mischung aus Kleinstadtatmosphäre, ländlicher Umgebung und moderner Infrastruktur.
Das Freizeitangebot ist vielseitig: Wander- und Radwege erschließen die Umgebung, Schwimmbäder und eine Eissporthalle laden zu sportlichen Aktivitäten ein. Im Winter bieten Langlaufloipen und Schneeschuhstrecken Bewegung in der verschneiten Landschaft. Kulturell prägen Einrichtungen wie das Heimatmuseum, die Volkssternwarte und das Schloss Rio das Bild. Kirchen wie die Stadtpfarrkirche Sankt Mariä Himmelfahrt oder das Haus der Begegnung geben architektonische Akzente.
Buchloe verfügt über eine ausgezeichnete Verkehrsanbindung. Der Bahnhof ist Knotenpunkt mehrerer Bahnlinien, darunter die Achsen München–Zürich und Augsburg–Memmingen. Über die Autobahn A 96 und die Bundesstraße 12 ist die Stadt direkt mit München, Memmingen und Lindau verbunden. Damit ist sie nicht nur ein Wohnort für Pendler, sondern auch ein attraktiver Wirtschaftsstandort mit Betrieben wie Alpina oder den Karwendel-Werken.
Für Urlauber und Durchreisende bietet Buchloe eine Vielfalt an Gastgebern. Neben Hotels und Gasthöfen gibt es natürlich auch Ferienwohnungen und -häuser. Der Einzelhandel, gastronomische Angebote und ein reges Vereinsleben runden das Bild ab. Buchloe verbindet die Vorzüge einer Kleinstadt mit einem aktiven Kultur- und Freizeitleben und ist damit ein lebendiger Mittelpunkt der Region.
Die Ursprünge Buchloes reichen in die zweite Hälfte des 8. Jahrhunderts zurück, als Rodungen im Bereich der Urmark Wiedergeltingen zur Gründung führten. 1150 wird der Ort erstmals als „Buchelon“ urkundlich erwähnt – der Name deutet auf lichte Buchenwälder hin. Zwischen 1273 und 1283 erhob König Rudolf von Habsburg den Markt auf Bitten des Ritters Volkmar von Kemnat zur Stadt. 1311 tauschte das Kloster Stams Rechte in Buchloe und Dillishausen mit dem Hochstift Augsburg, dem der Ort bis zur Säkularisation 1802 unterstand.
Die Stadt war immer wieder von Katastrophen betroffen. Im Bauernkrieg 1525 stellten sich die Buchloer auf die Seite der Aufständischen, angeführt von Sebastian Bader. Herzog Ludwig von Bayern ließ den Markt daraufhin plündern und niederbrennen. Schon 1533 zerstörte erneut ein Großbrand den halben Ort samt der Pfarrkirche. Auch 1546 im Schmalkaldischen Krieg wurde Buchloe ausgeraubt und niedergebrannt. Trotz solcher Rückschläge entwickelte sich der Ort weiter.
Im 18. Jahrhundert diente Buchloe als Standort eines Zucht- und Arbeitshauses, in dem 1771 der berüchtigte „bayerische Hiasl“ kurzzeitig inhaftiert war. Im 19. Jahrhundert zählte Buchloe noch rund 700 Einwohner. Mit dem Bau der Eisenbahn wuchs der Ort rasch zu einem wichtigen Verkehrsknoten.
Nach 1945 führte die Aufnahme zahlreicher Heimatvertriebener zu einem sprunghaften Bevölkerungswachstum. Am 20. April 1954 erhielt Buchloe vom Freistaat Bayern wieder das Stadtrecht sowie das rot-silberne Wappen des Hochstifts Augsburg. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts stieg die Einwohnerzahl auf über 11.000.
Die jüngere Stadtgeschichte ist geprägt durch Industriebetriebe, Schulen, kulturelle Einrichtungen und den Ausbau der Verkehrswege. Persönlichkeiten wie der Nobelpreisträger Erwin Neher oder der Unternehmer Alexander Moksel prägten Buchloe nachhaltig.
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