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Kraftisried, Ostallgäu

Kraftisried

 
 

Ortsinfos

Kraftisried – Natur, Gemeinschaft und gelebte Tradition im Allgäu

Eingebettet in sanfte Hügel und umgeben von Wiesen, Feldern und Wäldern liegt die Gemeinde Kraftisried im Herzen des Ostallgäus – einem der schönsten Landstriche Bayerns. Zwischen 788 und 915 Metern Höhe eröffnet sich hier ein weiter Blick bis zu den Allgäuer Alpen, während der nahe Kemptener Wald und kleine Weiher das harmonische Landschaftsbild prägen. Rund um Kraftisried laden zahlreiche Wander- und Radwege zu Entdeckungstouren ein: über Höhenrücken, durch stille Waldstücke oder in die Nachbargemeinden. Ob gemütlicher Spaziergang, sportliche Tour oder Naturbeobachtung – hier erlebt man das Allgäu in seiner ursprünglichen Form.

Das Dorfleben ist geprägt von einer lebendigen Gemeinschaft, in der Traditionen und Bräuche noch fest verankert sind. Kirchen, Kapellen und Feldkreuze erzählen von der Geschichte der Region. Vereine sorgen mit Musik, Theater und Sport für ein vielfältiges kulturelles Miteinander.

Kontakt

Gemeinde Kraftisried
Hauptstraße 11
87647 Kraftisried
Tel.: 08377 / 97365
Fax: 08377 / 97366
E-Mail: kontakt@kraftisried.de

 

Mit seiner guten Anbindung an die B12, der Nähe zu Marktoberdorf und Kaufbeuren, einer funktionierenden Nahversorgung und regem Vereinsleben bietet Kraftisried sowohl Bewohnern als auch Besuchern hohe Lebensqualität. Mittelpunkt des dörflichen Miteinanders ist das Dorfgemeinschaftshaus „Kraftwerk“ mit der beliebten Gastwirtschaft „Mittadinna“, wo sich Einheimische und Gäste zum Essen, Feiern und Austauschen treffen.

Kraftisried verbindet Ruhe und Natur mit gelebter Gemeinschaft – ein Ort, an dem Tradition erhalten bleibt und modernes Dorfleben lebendig ist.

Während vielerorts im Allgäu Gasthäuser schließen müssen, erlebt die Gemeinde Kraftisried mit dem „Mittadinna“ das Gegenteil: einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt. Seit der Eröffnung im neuen Gemeinschaftshaus hat sich das Lokal zu einem echten Mittelpunkt des Dorflebens entwickelt – und zeigt, dass Wirtshauskultur auch heute funktionieren kann.

Laut einer Studie des Bayerischen Zentrums für Tourismus beklagen viele Kommunen das sogenannte Wirtshaussterben. Kraftisried dagegen hat früh reagiert: Die Gemeinde investierte in das Gemeinschaftshaus und fand mit Waqas Amjad einen engagierten Wirt, der den ehemaligen Gasthof unter neuem Konzept wieder zum Leben erweckte. Der Name „Mittadinna“ – ein schwäbisches Wortspiel für „miteinander“ – ist Programm: Geselligkeit, Begegnung und Dorfzusammenhalt stehen im Mittelpunkt.

Heute ist das „Mittadinna“ weit mehr als ein Restaurant. Es ist Treffpunkt, Veranstaltungsort und kulturelles Zentrum in einem. Ob Dorffeste, Musikabende, Seniorennachmittage, Vereinsversammlungen, Familienfeiern oder Hochzeiten – im Gemeinschaftshaus ist fast immer etwas geboten. Auch die örtlichen Vereine, vom Musik- bis zum Schützenverein, nutzen die Räume regelmäßig für ihre Veranstaltungen.

Dass der Plan aufgegangen ist, zeigt die Begeisterung der Gäste: Ob auf einen Kaffee am Nachmittag, ein Feierabendbier oder eine Familienfeier – das „Mittadinna“ ist stets gut besucht. Kraftisried hat mit dieser Initiative bewiesen, dass Tradition und Moderne keine Gegensätze sein müssen. Die Gemeinde hat das Wirtshaussterben nicht nur gestoppt, sondern aus der Not eine Stärke gemacht.

Kraftisried, Ostallgäu
Kraftisried, Ostallgäu
 

Historie

Die Ursprünge Kraftisrieds reichen in die Zeit der karolingischen Rodungsperiode zurück. 943 übertrug König Otto der Große den Reichshof Thingau an das Kloster Kempten. Ein Reutmeister namens Kraft erhielt den Auftrag, das westlich gelegene Land urbar zu machen – aus dieser „Rodung des Kraft“ entwickelte sich der Ortsname.

Erstmals schriftlich erwähnt wird Kraftisried 1357 in einer Urkunde des Stifts Kempten. Im Mittelalter war das Gebiet zwischen zwei Herrschaften aufgeteilt: einerseits dem Fürststift Kempten, verwaltet über das Pflegamt Thingau, andererseits dem Hochstift Augsburg mit dem Pflegamt Oberdorf. Auch die Herrschaften Kemnat und Kipfenberg besaßen Lehen, darunter eine Mühle, zwei Höfe und eine Kohlhütte. Im 16. Jahrhundert gingen diese Güter schrittweise in den Besitz des Fürststifts Kempten über.

Im Jahr 1525 zählte das Dorf bereits 30 Häuser. Die Zeit war von Konflikten und Not geprägt, auch die Bauernkriege berührten die Region. Bei der Vereinödung im Jahr 1804 wurden 55 Güter gezählt, wenige Jahre später, 1809, schon 58 Wohnhäuser. Seit 1818 ist Kraftisried eine selbständige Gemeinde.

Das Ortsbild entwickelte sich aus einem kleinen Haufendorf mit Kirchplatz und Pfarrhof. Die Kirche sowie mehrere Kapellen in den Weilern dokumentieren die Frömmigkeit und Verbundenheit der Bewohner. Die Familie Schweithart aus Kaufbeuren spielte im 15. Jahrhundert eine Rolle in der Ortsgeschichte: Ulrich von Schweithart wurde 1451 mit den Kipfenberger Gütern belehnt und verlegte seinen Sitz in das Schloss Westerried. Deren Wappen, ein schreitender Greif, wurde später zum Gemeindewappen.

Im 19. und 20. Jahrhundert blieb Kraftisried stark landwirtschaftlich geprägt. Viehzucht und Milchwirtschaft bestimmten das Leben, daneben entwickelten sich Handwerksbetriebe und kleinere Gewerbe. Mit der Vereinödung veränderte sich die Siedlungsstruktur, und durch die Modernisierung der Landwirtschaft wandelte sich auch die Dorfgemeinschaft. Heute ist Kraftisried ein Ort, der Tradition bewahrt und zugleich offen für Neues bleibt.

 
 

Einkaufsmöglichkeiten • Gastronomie • Wandern • Radfahren • Schwimmen • Langlauf • Schneeschuhwandern

 
 
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