Gemeinde Lamerdingen – lebendig, ländlich und traditionsbewusst
Im Norden des Landkreises Ostallgäu liegt die Gesamtgemeinde Lamerdingen, bestehend aus den Ortsteilen Lamerdingen, Dillishausen, Großkitzighofen und Kleinkitzighofen. Seit der Gebietsreform 1978 bilden sie eine starke Gemeinschaft innerhalb der Verwaltungsgemeinschaft Buchloe. Rund 2.000 Einwohner schätzen die ruhige Lage zwischen Gennach und Singold, die gute Infrastruktur und das aktive Dorfleben.
Lamerdingen ist eine typisch ländlich geprägte Gemeinde, in der Handwerks- und Gewerbebetriebe für wohnortnahe Arbeitsplätze sorgen. Zugleich hat sich die Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten durch Neubaugebiete und die Ausweisung von Gewerbeflächen kontinuierlich vergrößert. Ein lebendiges Vereinsleben und zahlreiche Feste prägen den sozialen Zusammenhalt. Mit dem 1992 eingeführten Gemeindewappen und dem monatlich erscheinenden Informationsblatt „Zwischen Gennach und Singold“ wurde das Gemeinschaftsgefühl weiter gestärkt.
Ein wichtiger Mittelpunkt für Familien ist der Kindergarten St. Martin, der 2014 eröffnet und 2020 erweitert wurde. Er steht, wie die gesamte Pfarreiengemeinschaft Lamerdingen, für ein reges kirchliches und soziales Leben.
Die einzelnen Ortsteile besitzen ihren eigenen Charakter:
Lamerdingen, erstmals 1067 als „Lademutingen“ erwähnt, beeindruckt mit der barocken Pfarrkirche St. Martin und ihrem markanten Laternenturm. Dorfhaus, Feuerwehr, Musikkapelle, Spielplatz und die renaturierte Gennach bilden ein attraktives Ortszentrum.
Dillishausen ist geprägt von der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Fresken des Augsburger Malers Joseph Mages. Das Hochwasserrückhaltebecken an der Salach sowie die Eschenlohmühle mit Reithalle und Pferdetherapiezentrum ergänzen das Ortsbild.
Großkitzighofen, die nordöstlichste Siedlung des Landkreises, besitzt die Pfarrkirche St. Stephan und die „Rote Kapelle“. Im Zuge der Dorferneuerung wurden Dorfhaus, Feuerwehrhaus und das Kriegerdenkmal umfassend saniert.
Kleinkitzighofen, mit der Pfarrkirche St. Cyprian und Justina aus dem 14. Jahrhundert, erhielt 2018 einen neugestalteten Kirchvorplatz und eine barrierefreie Friedhofszugang. Das Bürgerhaus, von einem engagierten Betreiberverein geführt, dient als Ort für Feste, Begegnung und Kultur.
Die umfassende Dorferneuerung (2007–2019) hat in allen Ortsteilen neue Impulse gesetzt, Ortskerne belebt und Treffpunkte geschaffen. So präsentiert sich Lamerdingen heute als moderne, lebenswerte Gemeinde mit dörflichem Charme, funktionierender Infrastruktur, starker Gemeinschaft und lebendiger Tradition – ein Ort, in dem Heimat spürbar bleibt.
Die Ursprünge Lamerdingens gehen auf eine alemannische Gründung zurück. Der Ortsname entwickelte sich aus „Lademutinga“ und bedeutet „bei den Leuten des Lademout“. Die erste Nennung erfolgte im 11. Jahrhundert, und schon früh war Lamerdingen Pfarrei. Die Kirche St. Martin wurde 1067 genannt, der heutige Bau weist gotische und barocke Elemente auf.
Im Hochmittelalter finden sich verschiedene Adelsgeschlechter als Grundherren, darunter die Edlen von Balzhausen und Schwabegg, die Ursin-Ronsberger und die Welfen. Lamerdingen gehörte bis 1803 zum Hochstift Augsburg, während Großkitzighofen dem Domkapitel Augsburg unterstand. Mit der Säkularisation fiel das Gebiet an Bayern.
Die Geschichte der Ortsteile ist eng mit der Entwicklung der Region verbunden: Großkitzighofen wird 1067 als „Kuzzenkova“ erwähnt und entwickelte sich zu einem Pfarrdorf mit der markanten Kirche St. Stephan. Kleinkitzighofen besitzt mit der Pfarrkirche St. Cyprian und Justina eine der ältesten Kirchen im Gebiet, deren Ursprung ins 14. Jahrhundert zurückgeht. Dillishausen ist seit 1299 urkundlich fassbar und bewahrt in seiner Kirche St. Peter und Paul eine barocke Ausstattung.
Die Region war in Kriegszeiten stark betroffen. Im Bauernkrieg von 1525 beteiligten sich Bewohner an den Aufständen. Während des Dreißigjährigen Kriegs erreichten Pestzüge und Plünderungen auch die Dörfer der Umgebung. Brände, Hungersnöte und Überschwemmungen hinterließen über Jahrhunderte ihre Spuren.
Im 19. Jahrhundert veränderten Vereinödung und Verwaltungsreformen die Struktur der Dörfer. Landwirtschaft und Handwerk prägten lange Zeit das Leben, ehe im 20. Jahrhundert neue Erwerbszweige hinzukamen. Persönlichkeiten wie Valentin Riedel, geboren 1802 in Lamerdingen und später Bischof von Regensburg, trugen zur überregionalen Bedeutung bei.
Mit der Gebietsreform von 1978 kamen Dillishausen, Großkitzighofen und Kleinkitzighofen zur Gemeinde Lamerdingen. Heute bewahrt die Gemeinde ihr reiches Erbe in Kirchen, Kapellen und historischen Gebäuden, während zugleich moderne Infrastruktur und ein aktives Vereinsleben die Gegenwart bestimmen.
Gemeinde Lamerdingen
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