Ostallgäuer Orte - Übersicht

 
 
Pforzen, Ostallgäu

Pforzen

 
 

Ortsinfos

Pforzen liegt malerisch im Wertachtal zwischen Kaufbeuren und Bad Wörishofen und verbindet dörflichen Charakter mit einer sehr guten Lage und solider Versorgung. Die Gemeinde mit ihren Ortsteilen Ingenried, Irpisdorf, Leinau und Hammerschmiede präsentiert sich als attraktiver Wohnort ebenso wie als lebendiger Wirtschaftsstandort. Offene Landschaften, Wiesen, Felder und die naturnahen Ufer der Wertach prägen das Bild. Auf dem Hochplateau bei Ingenried öffnet sich der Blick weit ins Allgäuer Vorland.

Besonders bekannt ist Pforzen durch die Hammerschmiede, wo bedeutende Fossilien – darunter der aufrechtgehende Menschenaffe Danuvius guggenmosi – entdeckt wurden. Ein kleines Museum sowie Themenwege wie die ArchäologieTour Wertachtal und die „Glückswege“ machen Natur und Forschung gleichermaßen erlebbar.

Kontakt

Gemeinde Pforzen
Bahnhofstraße 7
87666 Pforzen
Tel.: 08346 / 9209-0
Fax: 08346 / 9209-22
E-Mail: info@pforzen.bayern.de

 

Mit dem Fahrrad auf Zeitreise – so lässt sich die „ArchäologieTour Wertachtal“ wohl am besten beschreiben. Der 16 Kilometer lange Rundweg ist ein gemeinsames Projekt der Gemeinden Pforzen und Rieden sowie der Stadt Bad Wörishofen. Er führt durch das Wertachtal zwischen Pforzen und Schlingen, eine Landschaft, die seit Jahrtausenden Lebensraum für Menschen war. Elf archäologische Denkmäler liegen entlang der Strecke – Fundstellen, die im Gelände sichtbar sind oder durch Ausgrabungen erforscht wurden. Wer hier radelt, spürt, wie lebendig die Vergangenheit der Region geblieben ist und wie attraktiv das Tal schon immer für Siedlungen gewesen sein muss.

Ebenfalls tief verwurzelt in der Kultur- und Naturgeschichte des Allgäus ist der Erlebnisraum der „Glückswege“. Er wurde im Rahmen der Wandertrilogie Allgäu entwickelt und umfasst mehrere Landkreise, mit einem Schwerpunkt in der grünen Terrassenlandschaft des Unterallgäus. Im Mittelpunkt steht Pfarrer Sebastian Kneipp, dessen Wirken die Region bis heute prägt. Bedeutende Baudenkmäler wie die Basilika in Ottobeuren, das Fuggerschloss in Kirchheim, die Kartause in Buxheim oder die Mindelburg bilden die kulturellen Höhepunkte des Erlebnisraums.

Die „Glückswege“ bündeln bestehende Attraktionen und machen sie auf neue Weise erfahrbar – zu Fuß oder mit dem Rad. Bis Anfang 2021 entstanden insgesamt 14 Rundwege mit 187 Kilometern sowie weitere Rad- und Wanderstrecken, die Gästen und Einheimischen die Schönheiten dieser vielfältigen Kulturlandschaft näherbringen. Federführend betreut wird das Projekt vom Landkreis Unterallgäu und der Unterallgäu Aktiv GmbH.

So verbinden beide Angebote – die ArchäologieTour Wertachtal und die Glückswege – Naturerlebnis, Geschichte und Kultur auf eindrucksvolle Weise und laden dazu ein, die Region aktiv zu erkunden.

Kulturell prägen die Pfarrkirche St. Valentin und die historische Friedenslinde das Ortszentrum. Ein aktives Vereinsleben stärkt das Gemeinschaftsgefühl, während Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten die Nahversorgung sichern. So zeigt sich Pforzen als lebenswerter Ort, der Gästen wie Neubürgern ein herzliches Willkommen bietet.

Pforzen, Ostallgäu
Pforzen, Udo Info Box, Ostallgäu
 

Historie

Die Geschichte Pforzens reicht weit tiefer als seine erste schriftliche Erwähnung. Früheste Spuren menschlicher Anwesenheit stammen aus der mittleren Steinzeit, als in Leinau eine Feuersteinspitze entdeckt wurde. Über die folgenden Jahrtausende hinweg bleiben Funde selten, bis sich in der frühen Eisenzeit erstmals ein klareres Bild der Besiedlung abzeichnet. Ein großes hallstattzeitliches Gräberfeld am nordöstlichen Ortsrand zeigt, dass hier bereits keltische Gemeinschaften lebten.

Auch die Römer hinterließen Spuren: Beim Bau der Kläranlage wurde ein römisches Gebäude zerstört, vermutlich Teil eines Gutshofes, zu dem auch eine zuvor gefundene Marmorsäule gehört haben dürfte. Von besonderer Bedeutung ist das frühmittelalterliche Gräberfeld aus dem 5. Jahrhundert, das mit mehreren hundert Bestattungen zu den größten seiner Art in Südbayern zählt. Es deutet auf eine bedeutende Siedlung der Alemannen und Franken hin – und gilt als Vorläufer des heutigen Dorfes.

Die erste urkundliche Nennung Pforzens erfolgte im 9. Jahrhundert, damals als „Forzheim“, was auf eine Furt über die Wertach verweist. Diese Lage machte den Ort zu einem strategisch wichtigen Punkt. Im Mittelalter wechselten zahlreiche Adelsgeschlechter ihren Besitz im Ort, darunter die Welfen, die Herren von Ursin-Ronsberg und die Edlen von Beuren. Westlich der Kirche stand einst eine Burg, deren Stelle heute als „Burgenstadl“ bekannt ist.

Ab dem 13. Jahrhundert wuchs der Einfluss des Klosters Irsee, das im Laufe der Zeit nahezu den gesamten Grundbesitz und die Gerichtsbarkeit übernahm. Pforzen gehörte bis zur Säkularisation zu den wichtigsten Orten im Herrschaftsgebiet des Klosters. Doch auch schwere Zeiten prägten die Geschichte: Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Ort mehrfach geplündert, 1634 wütete die Pest und wenig später brannten französische Truppen die Häuser nieder.

Mit der Neuordnung Bayerns nach 1808 entstand die politische Gemeinde Pforzen, zu der auch Leinau und die Einöde Hammerschmiede gehörten. Die ehemaligen Klosteruntertanen konnten ihre Höfe nun erwerben, was die bäuerliche Struktur nachhaltig veränderte. Die späteren Gemeindeedikte legten schließlich die Verwaltungsform fest, unter der Pforzen bis heute besteht.

So erzählt Pforzen eine Geschichte, die von frühen Siedlern, Kelten, Römern, Alemannen, Klosterherrschaft, Kriegszeiten und schließlich der modernen Gemeinde geprägt ist – ein Ort, dessen Vergangenheit sich eindrucksvoll in zahlreichen archäologischen Funden widerspiegelt.

 
 

Museum - „Udo“ - Danuvius guggenmosi • Wanderroute rund um die Hammerschmiede - der Heimat von „Udo“ • ArchäologieTour Wertachtal • Glückswege • Gastronomie • Wandern • Radfahren • Schwimmen • Langlauf • Schneeschuhwandern

 
 
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