Die Gemeinde Ruderatshofen liegt eingebettet in die sanft gewellte Landschaft des nördlichen Ostallgäus, rund sieben Kilometer südwestlich von Kaufbeuren. Wiesen, Wälder und Felder prägen das Bild ebenso wie die Höhenzüge vom Kirnachtal bis hinauf zu Punkten wie dem Sattlersbuckl. Diese abwechslungsreiche Natur bietet Einheimischen wie Gästen vielfältige Möglichkeiten. Gut ausgebaute Rad- und Wanderwege führen durch Täler und über Höhen, darunter auch der „Sagenhafte Weg“, der mit regionalen Geschichten verknüpft ist. Im Winter öffnen sich die Fluren zu Loipen und Schneeschuhstrecken, ruhige Touren führen durch verschneite Landschaften. In der näheren Umgebung stehen Bademöglichkeiten zur Verfügung.
Ruderatshofen gilt als lebendiger und geselliger Ort im Herzen des Ostallgäus. Rund zwei Drittel der Gemeindefläche bestehen aus landwirtschaftlichem Nutzland, das restliche Drittel ist Wald. Für die Grundversorgung sorgen bodenständige Handels- und Handwerksbetriebe sowie eine vielseitige Gastronomie. Auch der Urlaub auf dem Bauernhof hat sich erfolgreich entwickelt und bietet authentische Einblicke in das Landleben. Der „Allgäu-schwäbische Fernwanderweg“ durchquert fast das gesamte Gemeindegebiet und macht den Ort zu einem beliebten Ziel für Wanderer.
Das Ortsleben ist geprägt von einem starken Gemeinschaftssinn, Vereinen und gelebten Traditionen. Der Klopferstag, ein nur im Hauptort gepflegter Brauch, verbindet die Generationen und ist ein wertvolles Stück örtlicher Identität. Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie sichern die Nahversorgung und heißen zugleich Besucher willkommen.
Die Gastgeberstruktur entspricht der ländlichen Prägung der Gemeinde: Gasthöfe und Pensionen bieten Zimmer mit persönlichem Service, Ferienwohnungen und Gästehäuser richten sich an Selbstversorger, Bauernhöfe ermöglichen naturnahe Urlaubstage. Diese Vielfalt schafft ideale Voraussetzungen für Familien, Aktivurlauber und Ruhesuchende.
Neben einer soliden Infrastruktur verfügt Ruderatshofen über attraktive Gewerbeflächen und setzt auf eine regionale, vorausschauende Entwicklung, ohne die Traditionen aus dem Blick zu verlieren. Die Verbindung aus Landschaft, Dorfgemeinschaft und wirtschaftlicher Bodenständigkeit verleiht dem Ort eine besondere Lebensqualität, die für Einwohner wie Gäste gleichermaßen spürbar ist.
Ruderatshofen wurde 839 erstmals urkundlich als „Hruodoldishoua“ im Keltensteingau erwähnt. Früh fiel der Ort in den Besitz des Hochstifts Augsburg, das bis zur Säkularisation die Geschicke bestimmte. Kirchenbauten, wie die Pfarrkirche St. Jakobus im gotischen Stil und die Kirche St. Michael in Apfeltrang, dokumentieren die lange kirchliche Tradition.
Die Jahrhunderte waren von kriegerischen Ereignissen nicht verschont. Während des Dreißigjährigen Krieges kam es 1632 und 1646 zu Durchzügen und Einquartierungen. Auch Pestzüge und Hungersnöte forderten Opfer unter der Bevölkerung. Brände und Überschwemmungen ergänzten die Reihe der Katastrophen, die das Leben der Menschen prägten.
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 kam Ruderatshofen an Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen entstand 1818 die politische Gemeinde. Landwirtschaft bestimmte das Leben, die Vereinödung des 19. Jahrhunderts führte zur Auflösung alter Hofstellen und prägte das Siedlungsbild bis heute. Schulen und neue Verwaltungsstrukturen wurden eingerichtet, auch kleine Handwerksbetriebe etablierten sich.
Im 19. und 20. Jahrhundert spielte das Vereinswesen eine wachsende Rolle für die Dorfgemeinschaft. Persönlichkeiten wie engagierte Pfarrer, Lehrer oder kommunale Vorsteher bestimmten die Entwicklung, ohne dass der Ort überregionale Berühmtheiten hervorbrachte. Kriegszeiten hinterließen Spuren, dennoch blieb der Ort von größeren Zerstörungen verschont.
Die Eingemeindung von Apfeltrang im Jahr 1978 und spätere Gebietsveränderungen, darunter die Abtretung Wenglingens 1982, veränderten die Gemeindegrenzen. Seitdem entwickelte sich Ruderatshofen als Teil des Landkreises Ostallgäu weiter. Traditionen wie der Klopferstag und die Bewahrung alter Kirchenbauten zeigen die Verwurzelung in der Geschichte.
Die Gastgebertradition entwickelte sich vom einfachen Quartier auf Bauernhöfen über Gasthäuser mit Fremdenzimmern bis hin zu Ferienwohnungen. Heute wird Gastfreundschaft als Teil der dörflichen Identität gepflegt.
Gemeinde Ruderatshofen
Marktoberdorfer Straße 7
87674 Ruderatshofen
Tel.: 08343 / 306
Fax: 08343 / 1477
E-Mail: info@ruderatshofen.bayern.de
www.ruderatshofen.de