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Kartause Buxheim

Buxheim

 
 

Buxheim liegt am westlichen Stadtrand von Memmingen und schmiegt sich an die Iller und den ausgedehnten Buxheimer Wald. Der Ort ist von Weihern, kleinen Bächen und sanften Hügeln geprägt und verbindet auf kleinem Raum Natur, Dorfleben und kulturelles Erbe. Am deutlichsten zeigt sich das in der ehemaligen Reichskartause, die bis heute das Ortsbild beherrscht und mit ihren Museen ein weithin bekanntes Ziel bildet.

Die Freizeitmöglichkeiten reichen vom Baden und Bootfahren am Buxheimer Weiher über Spaziergänge im Wald- und Erlebnispfad bis zu Radtouren entlang der Iller. Kneipp-Tretanlagen bringen Erfrischung, ein Skateplatz und Sportplätze schaffen Raum für Bewegung, und auch Reitmöglichkeiten gehören dazu. Familien nutzen die Spiel- und Grillplätze am Wasser, während der Golfplatz bei Westerhart eine weitere sportliche Abwechslung bietet. In den Wintermonaten werden die Wege für stille Wanderungen genutzt, die die Schneelandschaft in der Auenlandschaft erlebbar machen.

Das kulturelle Zentrum bildet die Kartause mit der Klosterkirche und dem bedeutenden Chorgestühl. Mehrere Museen auf dem Gelände zeigen klösterliches Leben, Kunstwerke und die Geschichte des Dorfes. Der Brunogarten lädt als stiller Park zum Verweilen ein, und im Sommer lockt ein Open-Air-Kino Besucher an, die die alten Mauern in neuem Licht erleben. Die Pfarrkirche Sankt Peter und Paul ergänzt das Bild eindrucksvoll.

Das Alltagsleben in Buxheim ist von einer kleinen, aber soliden Infrastruktur geprägt. Ein Dorfladen mit Automat sichert die Nahversorgung, ein Bäcker ergänzt das Angebot, und die Sparkasse hält eine Filiale mit Geldautomat bereit. Damit sind wichtige Einrichtungen vor Ort, während die nahe Stadt Memmingen für umfassendere Angebote sorgt. Im Ort selbst laden Gasthäuser zur Einkehr ein und pflegen eine bodenständige Gastlichkeit. Ergänzend gibt es einen Wochenmarkt, der regelmäßig frische Produkte anbietet und den sozialen Mittelpunkt auf dem Kirchplatz stärkt.

Das Vereinsleben sorgt für eine enge Bindung im Ort. Sport-, Musik- und Brauchtumsvereine schaffen Veranstaltungen, die über das Jahr hinweg das Gemeinschaftsgefühl lebendig halten. Schulen und Kindergärten sind über die Verbindung nach Memmingen gesichert, und die Lage direkt an der Autobahn sowie an der Bahnstrecke macht den Ort verkehrsgünstig.

Für Gäste gibt es in Buxheim einige Ferienwohnungen, die vor allem Menschen ansprechen, die Ruhe und Nähe zur Natur suchen, ohne auf die kurzen Wege in die Stadt verzichten zu müssen. Große Beherbergungsbetriebe sind nicht vorhanden, was den Ort eher zu einem Ziel für Individualurlauber macht. Diese Mischung aus kleinem Dorf, klösterischem Erbe und naturnaher Umgebung prägt den Charakter Buxheims bis heute.

Buxheim
Museum in Buxheim
 

Frühe Spuren südöstlich des Ortes am Schlossberg (ehemals Althayn) weisen auf keltische Besiedlung; später wird dort ein römischer Wachturm vermutet. Schriftlich tritt Buxheim 1228 mit einem dem Hochstift Augsburg einverleibten Chorherrenstift des heiligen Augustinus hervor. Geistliche aus Augsburg versahen die Pfarrei und umgebende Sprengel; die Bauern stellten sich unter den Schutz des Stifts.

Im 14. Jahrhundert lag die Ortsherrschaft bei den Rittern von Eisenburg. 1399 erwarb Propst Heinrich von Ellerbach die Besitzungen und rief Kartäusermönche aus Christgarten, die 1402 eine Kartause gründeten. Die Kartäuser prägten Grundbesitz, Baukultur und Frömmigkeit; Stiftungen mehrten die Anlage, neue Zellen entstanden. In der Reformationszeit geriet die Kartause unter Druck der nun reformierten Reichsstadt Memmingen, die Steuerlasten erhöhte. Der Kaiser erhob das Kloster zur Reichskartause und sicherte damit seinen Sonderstatus.

Der Dreißigjährige Krieg traf den Ort schwer: 1632 Plünderungen durch schwedische Truppen, Hunger und 1635 die Pest. 1647 nahm Maximilian I. von Buxheim aus das schwedisch besetzte Memmingen ein. Die barocke Bautätigkeit hinterließ mit Klosterkirche Sankt Maria, Pfarrkirche Sankt Peter und Paul sowie der Annakapelle ein bis heute sichtbares Ensemble.

Mit der Säkularisation 1803 endete die Reichskartause; Besitzungen fielen an die Grafen von Ostein und von Wartenberg, später an die Grafen Waldbott von Bassenheim. 1806 kam Buxheim zu Bayern, 1818 entstand im Zuge des Gemeindeedikts die politische Gemeinde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich ein dörfliches Gefüge zwischen Landwirtschaft, Handwerk und der Nähe zur Stadt Memmingen; Vereine und kirchliches Leben strukturierten den Alltag.

1926 zogen die Salesianer Don Boscos in Teile der Klostergebäude ein und begründeten das Gymnasium Marianum mit Tagesheim und Internat. Während des Zweiten Weltkriegs wurden 1942 Gebäudeteile an den Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg vermietet; nach 1945 fiel der Ort in die Amerikanische Besatzungszone, Kunstguttransporte wurden restituiert. In der Nachkriegszeit wuchs Buxheim als Nachbar der Stadt, erschloss Wohnbauflächen und stärkte die Naherholung am Weiher und im Wald. 1975 entstand das Deutsche Kartausenmuseum; weitere Sammlungen auf dem Areal ergänzen die Erinnerung an Ordens- und Ortsgeschichte. Heute verbindet Buxheim Klostererbe, Weiherlandschaft und die verkehrlich günstige Lage am Rand Memmingens zu einem ruhigen Wohn- und Ausflugsort.

Kontakt

Gemeindeverwaltung Buxheim
Kirchplatz 2
87740 Buxheim

Tel.: 08331 / 9770-0
Fax: 08331 / 9770-70
E-Mail: info@buxheim.de  
www.buxheim.de

Besonderheiten

  • Kartause Buxheim
  • Brunogarten
  • Museen
  • Buxheimer Sommer Open-Air Kino
  • Buxheimer Weiher
  • Bootsverleih
  • Wald- und Erlebnispfad
  • Kneipp Tretanlagen
  • Skateplatz
  • Grillplatz
  • Golfplatz
  • Sport- und Spielplätze
  • Reiten
  • Wochenmarkt
  • Gastronomie
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Winterwandern