Unterallgäuer Orte - Übersicht

 
 
 
Schloss Fellheim

Fellheim

 
 

Fellheim liegt nördlich von Memmingen auf der rechten Seite der Iller. Der kompakte Ort schließt unmittelbar an die Felder und Wiesen des Illertals an; Baumgruppen, Wegraine und der breite Flussraum setzen grüne Korridore zwischen Siedlung und Landschaft. Die alltäglichen Wege bleiben kurz, Gemeindeeinrichtungen liegen nah beieinander, und die Verbindung in die umliegenden Zentren ist planbar. Entlang der Ortsachsen öffnet sich der Blick immer wieder in die offene Flur, wo die Übergänge vom bebauten Raum in die Auen weich auslaufen.

Das Draußensein lässt sich hier ohne großen Aufwand in den Tagesablauf integrieren. Ufernahe Wege führen parallel zur Iller, Feldwege verbinden die Fluren zu kleinen und mittleren Runden. Der Iller-Radweg bildet eine durchgehende Linie durch das Tal und macht aus einer Feierabendrunde auf Wunsch eine längere Tour. Im Sommer sorgen schattige Abschnitte am Wasser und Weiher in der Umgebung für Abkühlung; die offenen Wiesenflächen bleiben luftige Räume für ruhige Bewegungen. In der kalten Jahreszeit ermöglicht das ebenere Gelände ausgedehnte Winterspaziergänge; bei ausreichender Witterung sind auch festere Routen auf den Feldwegen möglich.

Ein besonderer Akzent der Ortsmitte ist das Ensemble um die ehemalige Synagoge, heute als Bürgerhaus genutzt: Es macht Geschichte sichtbar und ist zugleich ein Ort der Begegnung. Die Nähe zur Iller prägt Atmosphäre und Orientierung des Ortes; das Wasser ist ständiger Bezugspunkt im Alltag. Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten liegen in erreichbarer Nähe, vieles bleibt zu Fuß oder mit dem Rad machbar. Vereine und Gruppen geben dem Jahr Struktur – unaufgeregt, verlässlich, nah an den Menschen. So versteht sich Fellheim als ruhiger Wohn- und Lebensort am Fluss, mit kurzen Wegen, klarer Ausrichtung und einer Landschaft, die ohne großen Aufwand zugänglich ist.

Synagoge
Herz-Jesu-Kirche Fellheim
 

Fellheim liegt an der ehemaligen Befestigungslinie des Donau-Iller-Rhein-Limes. Nach mehreren Besitzwechseln kam der Ort am 25. Januar 1555 als Lehen vom Fürststift Kempten an die Freiherren Reichlin von Meldegg; ab 1557 wurde das Schloss errichtet. 1620 erhielt die Freiherrschaft das Recht zur Ausübung des Blutbanns. Der Dreißigjährige Krieg traf die Siedlung schwer: Plünderungen durch kaiserliche und schwedische Truppen führten zur Verwüstung; zwischen 1636 bis 1643 lebte zeitweise niemand im Ort. 1643 kehrte der geflohene Ortsherr zurück. Um die Einwohnerzahl zu stabilisieren, siedelte Freiherr Philipp Bernhard von Reichlin-Meldegg 1670 fünf jüdische Familien in Fellheim an; daraus entwickelte sich eine jüdische Gemeinde, die bis 1943 bestand.

Die Synagoge wurde 1786 als barocker Saalbau errichtet und 1860 umfassend renoviert. In der Nacht des 10. November 1938 wurde das Gebäude verwüstet; während des Zweiten Weltkriegs diente es als Lagerraum. Nach 1945 blieben Pläne zur erneuten kultischen Nutzung oder Umwidmung unausgeführt; 1950 erfolgte der Verkauf und Umbau zum Wohnhaus. 2007 gelangte das Gebäude wieder in Gemeindebesitz; seit 2013 wurde es zurückgebaut und renoviert und 2015 als Bürgerhaus eröffnet. Mit der Rheinbundakte 1806 kam Fellheim zu Bayern; das Gemeindeedikt von 1818 ordnete die politische Gemeinde. Der Ort blieb Sitz der gleichnamigen Herrschaft und bewahrte im Kern das Gefüge aus Schlossbereich, kirchlichen Einrichtungen und dem jüdischen Quartier südlich des Schlosses. Die Wallfahrt zum Heiligen Kreuz in Pleß, belegt seit 1665 und 1973 erneuert, verbindet Fellheim über einen historischen Fußweg mit dem Illertal.

Kontakt

Gemeinde Fellheim
Memminger Straße 44
87748 Fellheim

Tel.: 08335 / 217
Fax: 08335 / 1409
E-Mail: fellheim@vg-boos.de

Besonderheiten

  • Synagoge
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Winterwandern