Unterallgäuer Orte - Übersicht

 
 
 
Die Kronburg

Kronburg

 
 

Die Gemeinde Kronburg im Unterallgäu, liegt am Rand des Illerwinkels. Zu Kronburg gehören die Ortschaften Illerbeuren und Kardorf, aber auch die Siedlungen Greuth, Wagsberg sowie Unter- und Oberbinnwang. Die heutige Gemeinde ist aus der Herrschaft Kronburg hervorgegangen. Die "Burg im Grünen", wie die Kronburg auch genannt wird, hebt sich bedingt durch ihre mächtigen Ausmaße von der übrigen Umgebung sehr imposant ab. Herrschaft und Schloss wurden von vielen Schicksalsschlägen heimgesucht. Kriege hinterließen ihre Spuren ebenso wie andere Schrecken. Ab 1619 befand sich das Schloss im Besitz des Geschlechts Westernach. Im Jahre 1852 wechselte das Schloss in den Besitz der Freiherren von Vequel-Westernach. Die Ortschaft Illerbeuren, ist noch etwas älter als Kronburg im Unterallgäu. Entstanden ist Illerbeuren, nachdem die Alemannen dort eingewandert sind. Belegt ist dies durch eine Schenkungsurkunde aus dem Jahr 948. Die Pfarrkirche in der Gemeinde Kronburg mit dem massiven Tuffsteinunterbau und die Glocke aus dem Jahr 1052 zeigen das hohe Alter der Kirche an.

Die Menschen in Kronburg und den dazugehörigen Ortschaften sind vom Charakter her genauso freundlich und aufgeschlossen wie damals. Heute ist der Ort natürlich wesentlich moderner, mit seinen Apartments, Ferienhäusern und Ferienwohnungen. In den kleinen aber urig gemütlichen Ortschaften laden Restaurants sowie Gaststätten zum Verweilen ein. Nach ausgiebigen Wanderungen, Radtouren oder anderen sportlichen Aktivitäten, an denen der Urlaubsgast sich erfreuen kann, können die hungrigen Touristen hier einkehren und die traditionellen Gerichte des Unterallgäus einmal ausprobieren. 

Ausflugsziele und Sehenswürdigkeiten sind in Kronburg zahlreich vorhanden. Traurig aber dennoch interessant ist das "Sühnekreuz" am Galgenberg in Illerbeuren. Es soll an die Handhabung der vollen Gerichtsbarkeit durch die damalige Herrschaft erinnern. Insgesamt sind vier Hinrichtungen bekannt, bei zwei Urteilen hieß die Anklage "Hexerei". Das größte bayrische Freilichtmuseum, mit über 20 Häusern aus dem Jahr 1955, zieht jedes Jahr Besucher aus der ganzen Welt an. Entstanden ist das Freilichtmuseum durch eine private Initiative des Bauernhofmuseums. Direkt neben dem Freilichtmuseum, im renovierten Pfarrstadel, liegt das schwäbische Schützenmuseum. Und natürlich die mächtige "Burg", sie gehört zu den Sehenswürdigkeiten, die nicht zu übersehen sind.

Naturfreunde, die zum ersten Mal in Kronburg ihren Urlaub verbringen, werden schlichtweg begeistert sein von der unglaublichen Natur, die sich ihnen hier bietet. Die herrlichen weiten Wiesengründe, die hügelige Landschaft, die riesigen Waldungen, darin gelegen, das tief eingeschnittene Illerbett. Die Landschaft erscheint wie ein Traum und ist doch Wirklichkeit. Besonders schön, der Ausblick vom Südhang der Burg hinüber zu den Bergen zwischen Zugspitze und Säntis.

Die Ortschaft Kardorf kam erst 1977 zur Gemeinde Kronburg. Kardorf liegt in einem Geländeeinschnitt der Illertrasse. Der Ort besticht durch die kleine barocke Kirche, in der eine sehr alte "Madonna" ihren Platz bekommen hat. St. Nikolaus der Kirchenpatron weist die Touristen auf die Floßfahrt hin.

Die gemütliche Altstadt Kronburgs, besitzt viele schöne alte Gebäude. Während eines Bummels sollten die Streit- und die Johanniskirche besichtigt werden sowie das Rathaus und das alte Hospital.

Ein Urlaub in Kronburg hat zu jeder Jahreszeit ihren besonderen Reiz. Ob im Frühling und Sommer, wenn die Wiesen und Felder erblühen, oder im Herbst und Winter, wenn die Natur ihr Farbenspiel zeigt. Hier in Kronburg ist der Winter noch so, wie er sein sollte, mit richtig viel Schnee. Auch dann können schöne Schneewanderungen auf gewalzten Wanderwegen unternommen werden.

Die Kronburg
Kronburg - Illergemeinde
 

Frühe Spuren zeigen Kronburgs Lage an einer alten Verkehrs- und Kontrolllinie: Römische Münzfunde und Buckelquader-Mauerwerk belegen eine Befestigung auf dem Schlossberg; von hier ließ sich die über Kimratshofen, Legau und Lautrach führende Römerstraße überwachen. In Urkunden erscheinen lokale Adelige: 727 fällt ein „Ruof von Kronburg“ bei Feilenforst, 833 nennt St. Gallen einen „Freson von Kronburg“. Die „Edlen von Kronburg“ hielten Grundbesitz und gaben dem Ort den Namen.

Kurz nach 1200 wird eine obere Burg angenommen. 1268 gelangt die Anlage an die Habsburger und wird als Pfandlehen vergeben. Nach dem Aussterben der Herren von Kronburg († 1360, Eitel von Kronburg) folgen als Inhaber die Herren von Ratzenried und 1366 bis 1454 die von Uttenried, 1460 Hans von Werdenstein, anschließend die Herren von Rechberg. Diese errichten 1490 bis 1536 das kastellförmige Burgschloss an der Stelle der römischen Befestigung neu. 1604 stirbt Ernst von Rechberg ohne männlichen Erben; nach langen Erbstreitigkeiten fällt das Lehen an Johann Eustach von Westernach, aus dessen Familie die späteren Freiherren von Vequel-Westernach hervorgehen.

Kriege prägen das 17. Jahrhundert. 1632 marschieren schwedische Truppen ein; als katholische Insel in reformiertem Umfeld leidet die Herrschaft schwer. 1635 versuchen die Schweden das Schloss zu nehmen, werden aber abgewehrt. 1636 leben im Ort zeitweise nur noch vier Bewohner – eine drastische Verdichtung der Kriegsfolgen aus Plünderungen, Seuchen und Flucht. Im Spanischen Erbfolgekrieg besetzen zunächst die Franzosen das Schloss und verstärken die Befestigungen; nach der Zweiten Schlacht bei Höchstädt (1704) nehmen flüchtende bayerische Truppen die Anlage ein und brechen die vier Rundtürme zur Hälfte ab. Auf Intervention des Augsburger Bischofs werden sie wiederaufgebaut – seither mit charakteristischen Zwiebelhauben.

Mit der Rheinbundakte 1806 kommt Kronburg zum Königreich Bayern; 1818 entsteht im Zuge der bayerischen Verwaltungsreformen die politische Gemeinde. Das bis 1848 bestehende Patrimonialgericht I. Klasse der Freiherren von Westernach umfasst Kronburg, Illerbeuren, Ober- und Unterbinnwang, Greuth, Wagsberg, Hurren sowie Einöden wie Heißenschwende und Oßlang. 1802 zählt die Ortschaft 35 Häuser und 275 Einwohner. 1977 wird Kardorf im Zuge der Gebietsreform eingegliedert.

Das Schloss bleibt Leitmotiv der Ortsgeschichte: 1619 ist die Familie Westernach auf der Kronburg ansässig; 1986 öffnet die Anlage für Übernachtungen, Konzerte, Märkte und Führungen, 1993 bis 1998 folgt eine grundlegende Renovierung. Die Gastgeber-Tradition entwickelt sich vom Gasthof und bäuerlicher Vermietung hin zu Ferienwohnungen und Urlaub auf dem Hof – im Takt einer Landschaft, die zwischen Flussauen und Höhenrücken bis heute den Alltag bestimmt.

Kontakt

Gemeinde Kronburg
Museumstraße 1
87758 Kronburg

Tel.: 08394 / 206
Fax: 08394 / 1592
E-Mail: gemeinde.kronburg@vg-illerwinkel.de

Besonderheiten

  • Kronburg
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