Leutkirch im Allgäu trägt seit Herbst 2023 gemeinsam mit den Ortschaften Diepoldshofen, Friesenhofen, Gebrazhofen, Herlazhofen, Hofs, Reichenhofen, Winterstetten und Wuchzenhofen das Prädikat „staatlich anerkannter Erholungsort“. Gewürdigt werden damit die landschaftlich begünstigte Lage, die gewachsene Stadtstruktur und eine Infrastruktur, die auf Erholung und Freizeit ausgerichtet ist. Die Auszeichnung stärkt zugleich die Weiterentwicklung touristischer Angebote.
Die Stadt liegt im württembergischen Allgäu in einer von Wiesen, Moorflächen und sanften Höhenzügen geprägten Landschaft. Diese naturnahe Umgebung verbindet sich mit einer lebendigen Altstadt, deren historisches Gefüge bis heute klar erkennbar ist. Plätze, Gassen und markante Gebäude erzählen von der Entwicklung der ehemaligen freien Reichsstadt und bilden den Rahmen für einen Stadtrundgang durch das Zentrum.
Touristinfo Altstadt
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88299 Leutkirch im Allgäu
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Im Mittelpunkt steht der Gänsbühl rund um das Rathaus – seit jeher Bühne und Treffpunkt der Stadt. Märkte, Feste und Versammlungen fanden hier statt, ein Brunnen versorgte Menschen und Vieh, und vom Balkon des Rokoko-Rathauses wurden Beschlüsse verkündet. Bis heute prägen das barocke Rathaus, der mittelalterliche Bockturm, das Kanzleigebäude und das Bockgebäude mit dem städtischen Museum das Bild. Der Bocksaal dient als Ort für Veranstaltungen, Vorträge und Kleinkunst. Die Schneegasse führt von hier aus in das geistliche Viertel mit der Stadtpfarrkirche Sankt Martin, die bereits im 9. Jahrhundert erwähnt wird und seit dem Mittelalter das religiöse Zentrum bildet. Ergänzt wird dieser Bereich durch das Alte Kloster, das Pfarrhaus, das Spital und weitere historische Bauten.
Das Rathaus selbst, 1740 errichtet, zählt zu den bedeutenden weltlichen Barockbauten der Region. Die gegliederte Fassade mit Pilastern und Stuckelementen sowie der historische Sitzungssaal mit seiner reich gestalteten Decke verweisen auf den ausgeprägten Bürgerstolz der damaligen Zeit. Weitere Stationen im Umfeld sind das Kornhaus aus der Zeit um 1500, heute Stadtbibliothek und Galerie, sowie traditionsreiche Gebäude wie die „Goldene Krone“ oder die ehemalige „Traube“ mit ihren Renaissance-Malereien. Auch die frühere Stadtapotheke mit ihren Arkaden und der erhaltenen Einrichtung ist Teil dieses dichten historischen Ensembles.
Jenseits des Zentrums zeigen weitere Quartiere unterschiedliche Facetten der Stadt. Im Gerberviertel erinnern Altanen und Gassen an das frühere Handwerk, während das Gotische Haus aus dem 14. Jahrhundert als bedeutendes Baudenkmal mittelalterlicher Bauweise gilt. Die Wilhelmshöhe bildet als bewaldeter Höhenzug einen Aussichtspunkt über Stadt und Umland und ist zugleich Veranstaltungsort für Feste und Begegnungen. Der Stadtweiher verbindet Natur und Freizeit: als historisch gewachsener Wasserraum dient er heute sowohl als Naturfreibad als auch als geschützter Lebensraum für Tiere und Pflanzen.
Kulturell ist Leutkirch vielfältig aufgestellt: Museen wie das Museum im Bock, das Elektrotechnische Museum oder das Glasmacherdorf Schmidsfelden mit Glasmuseum geben Einblick in regionale Geschichte und Handwerk. Theater, Kleinkunst, Konzerte und Lesungen beleben das Kulturjahr, ergänzt durch Heimatfeste und Märkte.
Für Bewegung und Erholung bietet Leutkirch vielfältige Möglichkeiten. Wege durch Wiesen, Wälder und Moorbereiche erschließen die Landschaft, Spielplätze und Freiflächen schaffen Raum für Familien, während Ausflugsziele im Umland die Allgäuer Umgebung erlebbar machen. Kulturelle Einrichtungen, Ausstellungen und Veranstaltungen greifen die Geschichte der Stadt auf und führen sie in die Gegenwart fort.
Touristisch bekannt wurde Leutkirch durch den Ferienpark „Center Parcs Park Allgäu“ im Ortsteil Urlau, der Urlaubsgästen moderne Erholung mit Naturerlebnis bietet. Traditionelle Gastgeberstrukturen sind dennoch weiterhin prägend: Gasthöfe, Pensionen, Ferienwohnungen und Bauernhöfe sorgen für eine breite Auswahl an Unterkünften.
Insgesamt verbindet Leutkirch eine naturnahe Lage mit einer historisch gewachsenen Stadtstruktur und einem breiten Angebot an Freizeit- und Kulturmöglichkeiten. Das Prädikat als staatlich anerkannter Erholungsort spiegelt diese Kombination wider und unterstreicht die Eignung der Stadt für ruhige Aufenthalte ebenso wie für aktive Tage im Allgäu.
Archäologische Funde belegen, dass die Gegend bereits in der Völkerwanderungszeit besiedelt war. Ein Grabfund aus der Zeit der Alamannen zeigt frühe Spuren menschlicher Anwesenheit. Die Stadt entstand durch den Zusammenschluss zweier Siedlungen, Ufhofen und Mittelhofen, die zu Füßen der Martinskirche lagen. Diese „Leutekirche“ gab dem Ort seinen Namen.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 766, als das Gebiet nach dem Aussterben der Udalrichinger an die Grafen von Bregenz und später an die Grafen von Montfort kam. Unter ihrer Herrschaft entwickelte sich eine Marktsiedlung. 1293 verlieh König Adolf von Nassau Leutkirch die Rechte der Stadt Lindau. Damit wurde die Siedlung zur Reichsstadt.
Der Leinwandhandel bestimmte vom Mittelalter bis in die Frühe Neuzeit das wirtschaftliche Leben. Weber und Händler brachten ihre Erzeugnisse bis nach Italien und Spanien. 1488 trat Leutkirch dem Schwäbischen Bund bei und erhielt Sitz und Stimme auf Reichstag und Bundestagen.
Die Reformation setzte 1546 ein, als die Stadt lutherisch wurde. Konflikte mit dem Kloster Weingarten, das Patronatsrechte besaß, führten zu einer konfessionellen Teilung: Die Katholiken behielten St. Martin, die Protestanten erhielten die Spitalkirche. 1613 bis 1615 entstand die Dreifaltigkeitskirche als erster protestantischer Neubau zwischen Donau und Bodensee.
Der Dreißigjährige Krieg brachte schwere Zerstörungen. 1632 und 1646 war die Stadt von Kriegseinwirkungen betroffen, die Zahl der Bürger sank drastisch. Auch Brände und hohe Schulden belasteten die Reichsstadt. Dennoch entstand 1740 das barocke Rathaus mit seiner Stuckdecke von Johannes Schütz.
1803 fiel Leutkirch an Bayern, 1810 kam es im Grenzvertrag an Württemberg. Es wurde Sitz eines Oberamtes, später Kreissitz. 1872 erfolgte der Bahnanschluss, 1889 die Verbindung nach Memmingen. Damit begann eine vorsichtige Industrialisierung.
Die Eingemeindungen von 1972 führten zur heutigen Flächenausdehnung. Die eingegliederten Dörfer, viele einstige Reichsdörfer, waren im Spätmittelalter von freien Bauern bewohnt, die besondere Rechte genossen. Mit über 174 Quadratkilometern wurde Leutkirch zur fünftgrößten Stadt Baden-Württembergs.
Im 20. Jahrhundert prägten Vereine, Schulen, religiöse Einrichtungen und kulturelle Entwicklung das Leben. Bedeutende Persönlichkeiten wie der Bildhauer Hans Multscher oder der Gestalter Otl Aicher sind eng mit Leutkirch verbunden. Die Gastgebertradition, vom Gasthof bis zum modernen Ferienpark, setzte sich fort und bestimmt bis heute die touristische Ausrichtung.
Große Kreisstadt • Staatlich anerkannter Erholungsort • Historische Altstadt • Schloss Hummelsberg • Schloss Zeil • Center Parcs Park Allgäu • Glasmacherdorf Schmidsfelden / Glasmuseum • Museum im Bock • Elektrotechnisches Museum • Leprosenhaus Leutkirch • Stadtführungen • Einkaufsmöglichkeiten • Gastronomie • Märkte • Galerien / Ausstellungen / Lesungen • Konzerte / Festivals • Theater & Kleinkunst • Heimatfeste • Kino • Frei-/Hallenbäder, Naturweiher Moorbad • Kneipp'sche Wassertretanlagen • Grillplätze • Skateplatz • Tennisplatz • Minigolf • Heißluftballonfahrten • Fallschirmspringen Flugplatz Unterzeil • Spielplätze / Spieloasen- und Erlebniswege • Wandern • Radfahren • Nordic Walking • Schwimmen • Langlauf • Schneeschuhwandern • Rodeln
Ob Ferienwohnung, Zimmer, Pension, Bauernhof oder Hotel - hier finden Sie Ihre Unterkunft für einen erholsamen Urlaub in Leutkirch im Allgäu.