Das ehemalige Benediktinerkloster Sankt Mang gehört zu den bedeutendsten historischen Baukomplexen von Füssen. Seine Wurzeln reichen in das frühe Mittelalter zurück und sind eng mit der Verehrung des heiligen Magnus verbunden. Fast ein Jahrtausend prägte die Abtei das religiöse, wirtschaftliche und kulturelle Leben der Stadt und des Füssener Landes.
Sein heutiges Erscheinungsbild erhielt das Kloster in der großen barocken Neubauphase von 1696 bis 1726. Johann Jakob Herkomer entwickelte aus der unregelmäßig gewachsenen mittelalterlichen Anlage einen repräsentativen Klosterkomplex. Zu den herausragenden Räumen gehören Kaisersaal und Klosterbibliothek; Teile der Anlage beherbergen heute das Rathaus und das Museum der Stadt Füssen.
Trotz der barocken Überformung sind bedeutende Teile der älteren Klosteranlage erhalten. Dazu zählen der romanische Kreuzgang, der Unterbau des Turmes, der westliche Chor und vor allem die Krypta Sancti Magni. Dort haben sich Fresken aus ottonischer Zeit erhalten. Das Kloster macht dadurch nahezu ein Jahrtausend Bau-, Kunst- und Ordensgeschichte an einem Ort sichtbar.
Unter Abt Gerhard Oberleitner begann 1696 die barocke Erneuerung des Klosters. Johann Jakob Herkomer plante eine groß angelegte, symmetrisch geordnete Anlage, die trotz des schwierigen Geländes über dem Lech die unterschiedlichen Funktionen eines Benediktinerklosters in einem zusammenhängenden Baukörper vereinte.
Die Klostergebäude entstanden bis 1726 als unregelmäßige Vierflügelanlage mit Innenhöfen und mehreren Querbauten. Auch die Klosterkirche wurde nach Herkomers Entwurf barock neu gestaltet. Der gesamte Komplex prägt zusammen mit dem Hohen Schloss bis heute die Silhouette der Füssener Altstadt.
Der Kaisersaal bildet einen repräsentativen Mittelpunkt der barocken Klosteranlage. Seine Ausstattung entstand im frühen 18. Jahrhundert; die Deckenfresken schuf Franz Georg Hermann. Die historische Klosterbibliothek gehört ebenfalls zu den herausragenden Räumen.
Im ehemaligen Kloster befinden sich heute bedeutende Sammlungen des Museums der Stadt Füssen. Dazu gehören Zeugnisse der Klosterkultur und des Füssener Lauten- und Geigenbaus. Die Annakapelle bewahrt den Füssener Totentanz von 1602.
Zu den historischen Prunkräumen gehören neben Kaisersaal und Bibliothek auch Refektorium, Colloquium, Kapitelsaal, Papstzimmer und Abtskapelle. Die Krypta Sancti Magni bildet das geistige Zentrum der Anlage. Eine Gruft bewahrt die Erinnerung an die 59 Äbte, die bis zur Aufhebung des Klosters wirkten. Die Verbindung romanischer, gotischer und barocker Bauteile macht Sankt Mang zu einem außergewöhnlich vielschichtigen Klosterensemble.
Die Benediktinerabtei war über Jahrhunderte geistliches Zentrum und zugleich ein bedeutender Wirtschafts- und Herrschaftsfaktor. Neben Gebet und Seelsorge spielten Bildung, Wissenschaft und Musik eine wichtige Rolle. 1790 wurde im Kloster ein Gymnasium gegründet.
Mit der Säkularisation endete 1802 die Geschichte des Benediktinerkonvents. Die Gebäude erhielten anschließend neue Nutzungen und blieben dadurch in großen Teilen erhalten.
Name: Benediktinerkloster Sankt Mang
Ort: Füssen
Adresse: Lechhalde 3
87629 Füssen
Kirchentyp: ehemaliges Benediktinerkloster
Besonderheiten: barocke Klosteranlage • Johann Jakob Herkomer • Kaisersaal • Klosterbibliothek • Museum der Stadt Füssen • Annakapelle
Internetseite: Weitere Informationen
Gründung: erste Hälfte des 9. Jahrhunderts, hervorgegangen aus der Magnusverehrung
Barocker Neubau: 1696 bis 1726
Planung: Johann Jakob Herkomer; Vollendung der Ausstattung durch Johann Georg Fischer
Historische Bauteile: romanischer Kreuzgang • Turmunterbau • westlicher Chor • Krypta Sancti Magni mit ottonischen Fresken
Prunkräume: Kaisersaal • Klosterbibliothek • Refektorium • Kapitelsaal • Papstzimmer • Abtskapelle
Aufhebung: 1802 im Zuge der Säkularisation
Heute: Rathaus und Museum der Stadt Füssen in Teilen der ehemaligen Abtei
Die Geschichte des Klosters ist mit dem heiligen Magnus verbunden, der im 8. Jahrhundert im Füssener Raum wirkte. Aus seiner geistlichen Zelle entwickelte sich eine Benediktinergemeinschaft. Im Mittelalter wurde Sankt Mang zum religiösen und wirtschaftlichen Mittelpunkt eines weitreichenden Klostergebiets.
Reformbewegungen führten im Lauf der Jahrhunderte wiederholt zu geistlichen und wirtschaftlichen Erneuerungen. Nach den Belastungen von Reformation und Dreißigjährigem Krieg begann unter Abt Gerhard Oberleitner 1696 die große barocke Neubauphase. Johann Jakob Herkomer schuf bis zu seinem Tod 1717 die grundlegende Planung; die Arbeiten wurden bis 1726 fortgeführt.
Im 18. Jahrhundert verstärkte der Konvent seine Tätigkeit in Seelsorge, Wissenschaft, Musik und Bildung. 1790 entstand ein Gymnasium. 1802 wurde die Abtei im Zuge der Säkularisation aufgehoben. Heute dienen Teile des ehemaligen Klosters als Rathaus und Museum; die Anlage blieb damit ein zentraler Bestandteil des Füssener Stadtbildes.
Benediktinerkloster Sankt Mang • Füssen • Ostallgäu • Benediktiner • heiliger Magnus • Barockkloster • 1696–1726 • Johann Jakob Herkomer • Abt Gerhard Oberleitner • Kaisersaal • Franz Georg Hermann • Klosterbibliothek • Annakapelle • Museum der Stadt Füssen • Säkularisation 1802