Das Franziskanerkloster liegt am südöstlichen Rand der Altstadt von Füssen bei der Kirche Sankt Stephan. Es wurde 1628 auf Initiative des Augsburger Fürstbischofs Heinrich von Knöringen und des Abtes Martin von Sankt Mang gegründet. Die ersten Franziskaner kamen aus dem benachbarten Reutte in Tirol.
Der älteste Klosterflügel entstand 1629 bis 1631 unter Jörg Schmuzer. Johann Jakob Herkomer ergänzte 1712 bis 1714 einen weiteren Flügel. Die heutige Klosterkirche Sankt Stephan wurde 1763 bis 1767 neu erbaut und erhielt eine Rokokoausstattung. Kloster, Kirche, Stadtmauer und der benachbarte Alte Friedhof bilden ein geschlossenes historisches Ensemble.
Die Gründung steht im Zusammenhang mit der Gegenreformation. Nachdem die Jesuiten Füssen 1627 verlassen hatten, übernahmen Franziskaner aus Reutte die seelsorgerische Aufgabe. Das Kloster gehörte zunächst zur Tiroler Franziskanerprovinz. Zeitweise lebten dort bis zu 25 Patres und Laienbrüder.
Für den Klosterbau wurden 1629 mehrere ältere Gebäude im Bereich der Stephanskirche abgebrochen. Jörg Schmuzer errichtete 1629 bis 1631 den ersten Klosterflügel. Bereits 1632 erlitt die neue Anlage beim Einfall schwedischer Truppen Schäden.
1712 bis 1714 entstand unter Johann Jakob Herkomer ein weiterer Flügel mit ehemaligem Bräuhaus. Die Klosteranlage grenzt unmittelbar an die historische Stadtmauer. Die Kirche Sankt Stephan wurde 1763 bis 1767 auf älterem Kirchenplatz neu errichtet.
Die Klosterkirche Sankt Stephan besitzt eine Ausstattung im Stil des Rokoko. Der äußerlich vergleichsweise schlichte Kirchenbau bildet damit einen bewussten Gegensatz zum reich gestalteten Innenraum.
Zum Ensemble gehören außerdem die Hauskapelle im Kloster, der Klostergarten und der kleine Klosterfriedhof. Die Lage an der Stadtmauer und am Alten Friedhof Sankt Sebastian macht die Anlage zu einem besonders geschlossenen historischen Bereich der Füssener Altstadt.
Zur historischen Klosterwirtschaft gehörten auch ein 1662 errichtetes Brauhaus und eine 1695 eingerichtete Branntweinbrennerei. Der barocke Klostergarten, die Walmdachbauten, die mittelalterliche Stadtmauer und die Rokokokirche Sankt Stephan ergeben ein Ensemble, in dem klösterliche Lebenswelt und Füssener Stadtgeschichte unmittelbar zusammentreffen.
Die Franziskaner übernahmen nach ihrer Ankunft zunächst die von den Jesuiten aufgegebene Kapelle und anschließend Sankt Stephan. Neben dem klösterlichen Leben spielten Predigt und Seelsorge eine wichtige Rolle. Die Gemeinschaft blieb über die Säkularisation hinaus in Füssen bestehen.
Die Franziskanertradition ist bis in die Gegenwart mit dem Standort verbunden. In der Klosterkirche Sankt Stephan werden weiterhin Gottesdienste gefeiert.
Name: Franziskanerkloster Füssen
Ort: Füssen
Adresse: Franziskanerplatz 3
87629 Füssen
Kirchentyp: Franziskanerkloster
Besonderheiten: Gründung 1628 • Jörg Schmuzer • Johann Jakob Herkomer • Klosterkirche Sankt Stephan • Rokoko
Internetseite: Weitere Informationen
Gründung: 1628
Gründer: Fürstbischof Heinrich von Knöringen und Abt Martin von Sankt Mang
Erste Franziskaner: aus Reutte in Tirol
Klosterbau: ab 1629; erster Flügel unter Jörg Schmuzer
Erweiterung: zweiter Flügel ab 1712; Planung durch Johann Jakob Herkomer
Klosterkirche: Sankt Stephan, Neubau 1763 bis 1767 mit Rokokoausstattung
Säkularisation: 1805 Übergang an den bayerischen Staat; 1835 Bestandsgarantie durch König Ludwig I.
Eigentümer seit 1979: Bistum Augsburg
1611 hatte der Augsburger Fürstbischof zunächst Jesuiten nach Füssen berufen. Nachdem diese 1627 nach Kaufbeuren weiterzogen, wurden 1628 Franziskaner aus Reutte nach Füssen geholt. Die Gründung erfolgte auf Initiative von Fürstbischof Heinrich von Knöringen und Abt Martin von Sankt Mang.
1629 begann der Bau des Klosters bei Sankt Stephan. Jörg Schmuzer errichtete den ersten Flügel; zugleich wurde die ältere Kirche erweitert. Schon 1632 wurde die junge Anlage durch schwedische Truppen beschädigt und musste anschließend instand gesetzt werden.
Johann Jakob Herkomer erweiterte das Kloster 1712 bis 1714. Die ältere Stephanskirche wurde 1763 bis 1767 durch den heutigen Bau ersetzt und im Rokokostil ausgestattet. 1979 übernahm das Bistum Augsburg das Eigentum an der Klosteranlage und ließ Kloster und Kirche renovieren.
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