Loretokapelle

Loretokapelle in Türkheim

Überblick

Die Loretokapelle in Türkheim wurde 1683/84 im Auftrag Herzog Maximilian Philipps von Bayern durch Johann Schmuzer aus Wessobrunn errichtet. Sie ist eine Nachbildung der Santa Casa von Loreto, des nach der Überlieferung nach Italien übertragenen Wohnhauses der Heiligen Familie. Der Herzog erhob die Kapelle zur Hofkapelle.

Schon kurz nach ihrer Entstehung entwickelte sich eine Wallfahrt zum Gnadenbild. Die Kapelle wurde zum Ausgangspunkt für den Bau des benachbarten Kapuzinerklosters und der Kirche Mariä Unbefleckte Empfängnis. Seit 1999 wird hier die Ewige Anbetung gepflegt.

Bau & Architektur

Johann Schmuzer errichtete die Kapelle 1683/84 nach den überlieferten Maßen der Santa Casa. Der kleine rechteckige Raum ist etwa 9,25 Meter lang, 4,1 Meter breit und rund fünf Meter hoch. Nur wenige kleine Fenster lassen Licht in den Innenraum.

Ein hochliegendes sogenanntes Engelsfenster nimmt Bezug auf die Loretolegende und die Verkündigung an Maria. Die Kapelle wurde später unmittelbar in den Baukomplex von Kapuzinerkirche und Kloster einbezogen.

Ausstattung & Kunstwerke

Über dem Altar steht in einer Nische das Gnadenbild, eine Marienfigur des 17. Jahrhunderts mit Krone und Strahlenkranz. Über der Figur sind das herzogliche Stifterpaar und der Kapuzinerpater Marcus d’Aviano dargestellt, der auf Einladung des Herzogs in Türkheim predigte.

Vier getriebene Silbertafeln zeigen Szenen aus dem Leben der Heiligen Familie: Verkündigung, gemeinsames Mahl, den bei der Arbeit helfenden Jesusknaben und den Tod Josefs. Mehrere Votivbilder des 19. Jahrhunderts erinnern an Gebetserhörungen und die lange Wallfahrtstradition.

Wallfahrt & Gnadenbild

Die Nachbildung des Loreto-Gnadenbildes machte die Hofkapelle rasch zum Wallfahrtsort. Bereits 1684 wurde die Kapelle durch Weihbischof Eustachius Egolf von Westernach geweiht. Der starke Zulauf trug zur Gründung des angrenzenden Kapuzinerklosters und zum Bau der Klosterkirche bei.

Seit dem 19. September 1999 ist die Kapelle außerdem Ort der Ewigen Anbetung. Damit blieb sie über ihre kunsthistorische Bedeutung hinaus ein dauerhaft genutzter Gebetsraum.

Besuch & Informationen

Name: Loretokapelle

Ort: Türkheim

Adresse: Grabenstraße 2
86842 Türkheim

Kirchentyp: katholische Wallfahrts- und Hofkapelle

Besonderheiten: Bau 1683/84 • Johann Schmuzer • Herzog Maximilian Philipp • Nachbildung der Santa Casa • Gnadenbild • Votivbilder • Silbertafeln • Ewige Anbetung seit 1999

Zuständig: Pfarreiengemeinschaft Türkheim

Telefon: 08245 725

E-Mail: pg.tuerkheim@bistum-augsburg.de

Internetseite: Weitere Informationen

 

Geschichte

Herzog Maximilian Philipp und seine Gemahlin Mauritia Febronia ließen 1683/84 nahe ihrer Türkheimer Residenz eine Nachbildung der Santa Casa von Loreto errichten. Johann Schmuzer aus Wessobrunn führte den Bau aus. Am 4. April 1684 wurde die Kapelle geweiht.

Die rasch wachsende Wallfahrt führte wenige Jahre später zur Errichtung des Kapuzinerklosters und der angrenzenden Kirche. Das Innere der Kapelle wurde mehrfach verändert; Arbeiten sind unter anderem um 1760, 1830, 1878 und 1933 belegt. Bei der Renovierung von 1954 erhielt der Raum sein heutiges Erscheinungsbild. Seit 1999 wird hier die Ewige Anbetung gehalten.


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