Das Kartausenmuseum Buxheim vermittelt die Geschichte des Kartäuserordens und der ehemaligen Reichskartause Buxheim. Untergebracht in mehreren original erhaltenen Mönchszellen entlang des Kreuzgangs, gewährt das Museum einen seltenen Einblick in das Leben eines Ordens, der über Jahrhunderte von Stille, Einsamkeit und Gebet geprägt war. Die Ausstellung verbindet Ordensgeschichte, Klosterkultur und Regionalgeschichte an einem authentischen historischen Ort.
Das Museum umfasst drei ehemalige Kartäuserzellen auf der Nordseite des Kreuzgangs. Jede Zelle besteht aus mehreren Räumen und widmet sich einem eigenen Themenbereich. Die heutige Ausstellung entstand im Zuge einer umfassenden Neukonzeption, die 2007 abgeschlossen wurde. Besucher erhalten dabei Einblicke in die Geschichte des Ordens, den Alltag der Mönche sowie die Entwicklung der Kartause Buxheim.
Die erste Zelle widmet sich dem Leben des Ordensgründers Bruno von Köln und der Geschichte der Kartause Buxheim. Ergänzt wird die Ausstellung durch Rekonstruktionen bedeutender Kunstwerke, historische Urkunden sowie Informationen zu den Besitzungen des Klosters. Auch die heute noch bestehenden Kartäuserklöster werden vorgestellt.
Die zweite Zelle zeigt den Alltag der Kartäusermönche. Anhand von Beispielen aus der Kartause Marienau bei Bad Wurzach, der einzigen heute noch bestehenden Kartause Deutschlands, werden Wohn- und Schlafräume, Werkstätten und Kartausengärten vorgestellt. Die Ausstellung verdeutlicht die Verbindung von Gebet, Arbeit und Zurückgezogenheit, die das Leben der Kartäuser über Jahrhunderte bestimmte.
Ein Schwerpunkt der dritten Zelle liegt auf der einst bedeutenden Bibliothek der Kartause. Diese umfasste ursprünglich zwischen 15.000 und 18.000 Bände und gehörte zu den wertvollsten Klosterbibliotheken der Region. Nach ihrer Versteigerung im Jahr 1883 gingen viele Werke verloren. Dem Heimatdienst Buxheim gelang es jedoch, einen Teil der Bücher zurückzuerwerben. Weitere Ausstellungsbereiche informieren über die Entwicklung der Kartause vom Barock bis in die Gegenwart. Ein großes Modell veranschaulicht die einstige Reichskartause in ihrer gesamten Ausdehnung.
Zu den Besonderheiten gehören Originalbücher der ehemaligen Klosterbibliothek, historische Urkundenkopien, Rekonstruktionen bedeutender Kunstwerke sowie ein Modell der Reichskartause. Darüber hinaus widmen sich einzelne Bereiche Themen, die mit dem Namen der Kartäuser verbunden sind, darunter auch die Geschichte des berühmten Kartäuserlikörs der Grande Chartreuse.
Name: Kartausenmuseum Buxheim
Ort: Buxheim
Standort: Kartause Buxheim
Träger: Heimatdienst Buxheim
Eröffnung: 1975
Neukonzeption: 2007
Schwerpunkte: Kartäuserorden • Klostergeschichte • Mönchsalltag • Klosterbibliothek
Der Grundstein für das Kartausenmuseum wurde 1975 gelegt. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Ausstellung schrittweise erweitert und ausgebaut. Mit der umfassenden Neugestaltung der historischen Mönchszellen im Jahr 2007 erhielt das Museum seine heutige Form. Es zählt heute zu den wichtigsten Einrichtungen zur Geschichte des Kartäuserordens in Deutschland.
Kartausenmuseum • Kartäuserorden • Bruno von Köln • Originale Mönchszellen • Klosteralltag • Reichskartause Buxheim • Historische Bibliothek • Klostergeschichte • Urkunden • Kunstrekonstruktionen • Kartäuserlikör • Modell der Kartause