Oberallgäuer Orte - Übersicht

 
 
Altusried

Altusried

 
 

Altusried liegt nördlich von Kempten und gilt als einer der kulturell lebendigsten Orte im Oberallgäu. Die weiten Höhenrücken mit ihren Dörfern und Weilern öffnen sich zum Illertal hin, während im Westen der Hohentanner Wald und zahlreiche Tobel eine abwechslungsreiche Landschaft prägen. Besonders markant ist der Illerdurchbruch bei Kalden, wo der Fluss in malerischen Windungen durch Moränenhänge strömt.

Die Natur bietet reichlich Gelegenheit für Freizeitaktivitäten: Wanderwege führen zu Aussichtspunkten, Kapellen und Ruinen, Radfahrer nutzen die Verbindung über den Iller-Radweg und die Radrunde Allgäu. Im Winter stehen Langlaufloipen und Rodelmöglichkeiten zur Verfügung. Kulturell ist Altusried überregional durch seine Freilichtbühne bekannt, auf der seit Ende des 19. Jahrhunderts große Inszenierungen aufgeführt werden. Ergänzt wird das Angebot durch das Theaterkästle, Musikveranstaltungen und Festivals.

Auch kleinere Museen, Kapellen und die zahlreichen historischen Dorfkerne laden zu Entdeckungen ein. Das Vereinsleben ist stark ausgeprägt – Sportvereine, Musikkapellen und Trachtengruppen sind wichtige Säulen des Gemeinschaftslebens.

Altusried bietet eine breite Palette an Gastgebern: Gasthöfe und Pensionen mit traditioneller Bewirtung, Ferienwohnungen und Gästehäuser für Selbstversorger sowie Bauernhöfe mit Urlaubsmöglichkeiten auf dem Land. Diese Vielfalt schafft eine enge Verbindung zwischen Bevölkerung und Gästen, die das dörfliche Alltagsleben unmittelbar miterleben können.

Mit Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten und guter Verkehrsanbindung nach Kempten und Memmingen ist Altusried nicht nur ein Urlaubsort, sondern auch ein attraktiver Lebensmittelpunkt. Der Mix aus Natur, Kultur, gelebtem Brauchtum und Infrastruktur macht den Markt zu einem lebendigen Zentrum des nördlichen Oberallgäus.

Altusried
Altusried, Kunst
 

Die Spuren menschlicher Besiedlung reichen in Altusried bis in die Bronzezeit zurück. Bei Ottenstall wurden um 1000 v. Chr. Waffen, Schmuck und Werkzeuge gefunden. Schriftlich tritt der Ort im 12. Jahrhundert auf: 1180 erscheint ein „Bertholdus de Altungisried“. Der Name weist auf Rodungen („-ried“) und einen Gründer namens Alto hin.

Im Mittelalter war die Region von Burgen und Adelssitzen geprägt. Besonders bedeutsam war die Burg Kalden über dem Illerdurchbruch, seit 1128 Sitz der Herren von Kalden. Sie ging 1384 an die Herren von Rothenstein und später an die Marschälle von Pappenheim, die 1515 ein neues Schloss errichteten. Heute zeugen nur Ruinenreste von dieser Herrschaft. Altusried besaß seit dem späten Mittelalter Markt- und Gerichtsrechte.

Die Ortsteile haben jeweils eigene Ursprünge: Frauenzell wurde bereits 855 als Hupoldscelle erwähnt, Krugzell verweist mit „-zell“ auf eine klösterliche Gründung, Kimratshofen entstand wohl im 8. Jahrhundert, Muthmannshofen wird 1166 erstmals erwähnt. Diese Vielfalt zeigt die frühe Bedeutung der Gegend als Siedlungsraum.

Wie fast alle Orte im Allgäu litt Altusried unter der Pest (1353 blieben nur 60 von 150 Häusern), unter Bränden (1545 vernichteten Flammen 28 Gebäude) und unter den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, als Truppen mehrfach plündernd durch das Illertal zogen (1632 und 1646). 1670 stürzten die Pfeiler der Pfarrkirche ein, die in den folgenden Jahren neu aufgebaut wurde.

1772 begann die Vereinödung, die das Landschaftsbild bis heute prägt. Einzelhöfe traten an die Stelle von Haufendörfern, was die landwirtschaftliche Nutzung erleichterte.

Mit der Säkularisation 1803 fiel Altusried vom Fürststift Kempten an das Königreich Bayern. Im Zuge des Gemeindeedikts von 1818 wurde die heutige Verwaltungsgliederung geschaffen. Die neue Zugehörigkeit brachte den Ausbau von Schulen, Straßen und Verwaltung mit sich. Die Landwirtschaft entwickelte sich durch die Vereinödung weiter, Viehzucht und Milchwirtschaft gewannen an Bedeutung. Im 19. Jahrhundert entstanden die ersten Sennereien, und Leinenweberei wurde in vielen Häusern betrieben.

Die Tradition der Gastgeber begann ebenfalls in dieser Zeit: Bauern nahmen Sommerfrischler auf, Gasthäuser entwickelten sich zu Treffpunkten, und ab 1877 begann mit den Freilichtspielen die kulturelle Profilierung des Ortes.

Im 20. Jahrhundert kamen neue Herausforderungen. 1803 brannte ein Teil des Marktes nieder, 1955 wurde die Pfarrkirche renoviert, in den 1970er-Jahren führte die Gebietsreform zur Eingemeindung von Frauenzell, Kimratshofen, Krugzell und Muthmannshofen. 1972 erhielt Altusried offiziell den Markttitel. Die Freilichtspiele wurden zu einem überregionalen Aushängeschild.

Bis heute sind es Kultur, Landwirtschaft und Gastgewerbe, die den Ort prägen – in einer Verbindung von Tradition und moderner Entwicklung, die Altusried zu einem der markantesten Orte im nördlichen Oberallgäu machen.

Kontakt

Gästeinformation
Hauptstraße 18
87452 Altusried

Tel.: 08373 / 299-51

Besonderheiten

  • Allgäuer Freilichtbühne
  • Illerdurchbruch mit Ruine Kalden
  • Hängebrücke Fischers-Pfosen
  • Barockkirche Frauenzell und Wallfahrtskapellen im Gschnaid
  • Museen und Theaterangebote im Ort
  • Theaterkästle
  • Krimi-Führungen "Kluftinger"
  • Literaturfestival
  • Naturerlebnisse: Tobel, Moränenlandschaft, Wälder
  • Radrunde Allgäu und Iller-Radweg
  • CenterParcs - Park Allgäu
  • Frei-/Hallenbad
  • Wochenmarkt
  • Gastronomie
  • diverse Einkaufsmöglichkeiten
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Langlauf