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Schloss Lautrach

Lautrach

 
 

Lautrach sitzt auf einer markanten Bergnase zwischen der klaren Lautrach-Ach und der Iller – ein kleines Höhenplateau mit weitem Blick in die Flusslandschaft. Feldraine, Obstgärten und Alleeabschnitte wechseln sich mit offenen Wiesen ab; unten am Stausee wird es still, wenn Wasservögel an der Vogelbeobachtungsstation rasten. Wer durch das Pfarrdorf schlendert, sieht die barocke Kirche Sankt Peter und Paul über den Dächern, und dahinter die Baumkronen des Schlossparks. Das Schloss mit seinem historischen Baukörper prägt die Atmosphäre: repräsentativ, aber unaufgeregt, eingebettet in ein sehr ländliches Umfeld.

Die Lage zwischen Ach und Iller macht Lust auf Bewegung. Der Iller-Radweg führt direkt durchs Gemeindegebiet; kleine Anstiege verbinden die Ortsteile mit den Wegen entlang der Flussauen. Spaziergänge starten oft an der Kirche oder beim Schloss und enden nach einer Schleife über Wiesenwege wieder am Dorfplatz. Im Sommer bringen kurze Pfade an den Stauseeuferweg, im Winter wird auf den Feldwegen gewandert – wenn es die Bedingungen zulassen, auch mit Langlaufpassagen auf den freien Fluren. Tennisplätze und Freisportflächen ergänzen das Angebot; wer skatet oder einfach eine Runde über den Hartplatz dreht, findet kurze Wege.

Kultur und Alltagsleben sind nah beieinander: Konferenzen und Seminare im Schloss, Musik in kirchlichen Räumen, Vereinsarbeit vom Fußball bis zur Gymnastik – alles auf kurzem Raum. Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sind vorhanden, Memmingen ist als nächster Stadtpunkt schnell erreichbar. Für Gäste stehen Unterkünfte zur Verfügung (inklusive Tagungsbetrieb im historischen Umfeld). 

Lautrach
Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Lautrach
 

Die erste urkundliche Nennung datiert auf 840 („Luteraha“), der Name verweist auf die „lautere Ach“. Frühmittelalterliche Adelssitze prägten die Gegend: Der Burgstall Altenlauternach war seit 1164 Sitz des Heinrich von Lauternach; 1337 gelangte der Besitz an die Schellenberger. Von 1417 bis 1609 hielten die Herren von Landau die Herrschaft, anschließend kam sie 1609 an die pfälzischen Herren von Muggenthal. Der Dreißigjährige Krieg traf den Ort schwer: 1632 marschierten schwedische Truppen ein, plünderten und brannten Teile des Dorfes nieder. 1641 veräußerten die Muggenthaler Lautrach an das Fürststift Kempten – ein Wendepunkt, der die weitere Zugehörigkeit bis zur Säkularisation bestimmte.

Kirchlich bildet die barocke Pfarrkirche Sankt Peter und Paul den Mittelpunkt; ihre Ausstattung spiegelt die Bautätigkeit der Barockzeit in der Region. Die Ortsgeschichte folgte ab 1803 der bayerischen Neuordnung: Mit der Säkularisation fiel Lautrach an Bayern, 1818 entstand im Zuge der Verwaltungsreformen die politische Gemeinde. Das 19. Jahrhundert brachte neue Funktionen für das Schloss: 1838 erwarb es der Geistliche Josef Deybach und richtete Erziehungsanstalten ein – ein früher Impuls für Bildung und Beherbergung am Ort. Im 20. Jahrhundert setzte die Technisierung ein; bereits 1901 wurde Lautrach – früher als anderswo – elektrisch beleuchtet. 1921 bis 1931 war das Schloss im Besitz des Polarforschers und Erfinders Hermann Anschütz-Kaempfe; seine Kontakte zur Wissenschaft machten den Ort weit über die Region bekannt.

Nach 1945 blieb die Gemeinde ländlich geprägt, mit wachsendem Auspendeln in den nahen Wirtschaftsraum. Ein prägender Schritt war der Wandel des Schlosses zum Weiterbildungs- und Tagungsort: Nach Zwischennutzungen ging es 1966 an neue Träger, 1989 bis 1993 wurde es zum Managementzentrum mit Hotelbetrieb ausgebaut. Diese Entwicklung schafft bis heute eine Brücke zwischen Historie und Gegenwart – Bildung, Gastlichkeit und Parklandschaft im historischen Rahmen. Markt- oder Gerichtsrechte sind für Lautrach nicht belegt; eine Vereinödung mit Jahresangabe ist in den vorliegenden Quellen ebenfalls nicht gesichert. Deutlich dokumentiert sind hingegen die großen Linien: adlige Herrschaften im Mittelalter, kriegsbedingte Zäsuren 1632, Übergang an das Stift 1641, bayerische Verwaltung ab 1803 und die Modernisierung vom 19. bis ins 21. Jahrhundert – mit dem Schloss als rotem Faden der Ortsgeschichte und einer Gastgebertradition, die von den Deybach’schen Anstalten bis zum heutigen Tagungsbetrieb reicht.

Kontakt

Gemeinde Lautrach
Deybachstraße 2
87763 Lautrach

Tel.: 08394 / 239
Fax: 08394 / 93101
E-Mail: gemeinde.lautrach@vg-illerwinkel.de 

Besonderheiten

  • Schloss Lautrach
  • barocke Kirche St. Peter und Paul
  • am Stausee in Lautrach die Vogelbeobachtungsstation
  • Wandern
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Tennis
  • Skaten
  • Langlauf
  • Winterwandern
  • Einkaufsmöglichkeiten
  • Gastronomie