Günzach liegt eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft im Quellgebiet der östlichen Günz und gehört zur Region Allgäu. Die Höhenlage zwischen 752 und 892 Metern sorgt für ein gesundes Klima, klare Luft und weite Ausblicke. Wälder, Wiesen und kleine Bäche prägen das Bild und machen den Ort zu einem ruhigen Platz für Erholung.
Die staatlich anerkannte Öko-Modellregion Günztal gehört seit Mai 2019 zu den 27 Öko-Modellregionen in Bayern. Im Rahmen des Landesprogramms „BioRegio 2020“ werden hier regionale Wertschöpfungsketten für Bio-Produkte gestärkt und das Bewusstsein für ökologische Landwirtschaft und regionale Identität gefördert. Die Region umfasst 15 Kommunen aus den Landkreisen Ostallgäu und Unterallgäu – von Günzach im Süden bis Kettershausen im Norden. Die Günz, Bayerns längstes Bachsystem, verbindet die Gemeinden miteinander.
Gemeinde Günzach
Hauptstraße 9
87634 Günzach
Tel.: 08372 / 345
Fax: 08372 / 8354
E-Mail: info@guenzach.de
Auch Obergünzburg, Günzach und Untrasried gehören zu diesem Verbund. Die Öko-Modellregion Günztal engagiert sich mit Projekten in den Bereichen regionale Bio-Wertschöpfungsketten, Artenvielfalt, Bio-Produkte in Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie sowie Bürgerbeteiligung und Bewusstseinsbildung.
Eine Besonderheit ist das Gillenmoos südöstlich von Günzach. Es ist ein 86 Hektar großes Moorgebiet und Teil des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000. Es beherbergt eine außergewöhnliche Vielfalt seltener Pflanzen wie Mehlprimel und Knabenkraut sowie gefährdete Tierarten wie den Hochmoor-Gelbling und die Kreuzotter. Dank seiner geschützten Lage ist der Wasserhaushalt weitgehend intakt, und Kalktuffquellen prägen das Landschaftsbild. Hauptgefährdung ist die Aufgabe der traditionellen Wiesennutzung, wodurch Flächen verbuschen oder aufgeforstet werden. Seit 1998 engagiert sich der Landesbund für Vogelschutz (LBV) aktiv für Pflege und Renaturierung des Moores. Heute ist das Gebiet Teil der Allgäuer Moorallianz, die sich für den Erhalt dieser einzigartigen Lebensräume einsetzt.
Für Freizeit und Bewegung gibt es viele Möglichkeiten: Wanderwege führen durch die Täler und über bewaldete Höhen, Radrouten verbinden die umliegenden Dörfer. Im Winter bieten Loipen und Schneeschuhtrails sportliche Abwechslung. Kulturell bereichern Theateraufführungen und Konzerte das Gemeindeleben, hinzu kommen traditionelle Veranstaltungen. Das Dorfmuseum bewahrt Erinnerungen an das bäuerliche Leben vergangener Zeiten.
Die östliche Günzquelle bildet einen besonderen Naturpunkt. Die Günz hat ihren Namen von der keltischen Flussgöttin Guntia und entspringt südlich von Günzach auf 802 m Höhe. Nach 39 km vereint sie sich mit der westlichen Günz und mündet nach insgesamt 94 km bei Günzburg in die Donau – und damit letztlich ins Schwarze Meer. Das über 700 km² große Günztal entstand durch Schmelzwasser der Eiszeitgletscher. Für Günzach war der Fluss grundlegend: Er lieferte Wasser, Energie und Lebensraum, begünstigte Mühlen, Besiedlung und Gewerbe. 2011 wurde der Quellbereich im Zuge der Dorferneuerung ökologisch aufgewertet und als Naherholungsort mit Kneipp-Tretbecken und Naturspielplatz gestaltet – ein Beispiel für gelebte Verbindung von Natur, Geschichte und Dorfgemeinschaft.
Die gute Infrastruktur trägt zur Lebensqualität bei: Einkaufsmöglichkeiten sind vorhanden, der Bahnhof verbindet Günzach mit Knotenpunkten im Allgäu und darüber hinaus. Vereine, von Musik bis Sport, prägen das Zusammenleben. Damit ist Günzach sowohl ein Ort für Urlaubsgäste als auch ein attraktiver Lebensmittelpunkt.
Spuren einer frühen Besiedlung finden sich in Grundmauern einer römischen Villa. Der heutige Ort entwickelte sich aus Siedlungen, die zum Fürststift Kempten gehörten. Ein Jagdschloss und ein Bräuhaus wurden um 1730 unter Fürstabt Anselm von Reichlin-Meldegg errichtet.
Die Gemeinde Immenthal entstand im Zuge der Verwaltungsreformen von 1818. Sie umfasste mehrere Kirchdörfer und Weiler. 1976 erfolgte die offizielle Umbenennung in Günzach, benannt nach dem Flusslauf, dessen Name keltischen Ursprungs ist und „fließendes Wasser“ bedeutet.
Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit waren die Orte der Region mehrfach von Pest und kriegerischen Zügen betroffen, besonders während des Dreißigjährigen Krieges in den Jahren 1632 und 1646. Auch Überschwemmungen und Missernten beeinträchtigten das Leben. Die Vereinödung im 19. Jahrhundert veränderte die Siedlungsstruktur, Gehöfte wurden aus den Dörfern in die Flur hinaus verlegt.
Die Integration in Bayern ab 1803 brachte neue Verwaltungsstrukturen, Schulwesen und die Einführung moderner Landwirtschaft. Im Gemeindeteil Albrechts wurde im frühen 20. Jahrhundert erstmals Camembert hergestellt. Industrieansiedlungen folgten, darunter die Papierfabrik, die später Teil der Felix Schoeller Gruppe wurde.
Im 20. Jahrhundert blieb Günzach durch seine Lage ein ländlich geprägter Ort, doch Eisenbahnanschluss und die Ansiedlung von Betrieben sorgten für Arbeitsplätze.
Öko-Modellregion Günztal • Dorfmuseum • Günzquelle • Kneipp-Tretbecken • Gillenmoos • Einkaufsmöglichkeiten • Gastronomie • Theater • Konzerte • Wandern • Radfahren • Schwimmen • Langlauf • Schneeschuhwandern