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Untrasried

Untrasried

 
 

Ortsinfos

Die Gemeinde Untrasried liegt im Quellgebiet der westlichen Günz und zählt mit ihren Höhenlagen zu den höchstgelegenen Gemeinden des Allgäus. Die von Wiesen, Wäldern und sanften Hügeln geprägte Landschaft bietet ideale Voraussetzungen für Erholung, Wanderungen und ausgedehnte Radtouren. Ein gut ausgeschildertes Wegenetz führt durch die abwechslungsreiche Kulturlandschaft und erschließt zahlreiche Aussichtspunkte.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick von der höchsten Erhebung der Gemeinde bei Eschers auf rund 901 Metern Höhe. Von hier reicht das Panorama vom Zugspitzmassiv über die Ammergauer Alpen und die Tannheimer Berge bis zu den Oberstdorfer Bergen und der Nagelfluhkette.

Kontakt

Gemeinde Untrasried
Dorfstraße 30
87496 Untrasried
Tel.: 08372 / 97376
Fax: 08372 / 8257
E-Mail: info@untrasried.de
www.untrasried.de

 

Die heutige Gemeinde entstand am 1. April 1974 im Zuge der bayerischen Gebietsreform durch den freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Untrasried und Hopferbach. Gemeinsam bilden sie heute eine ländlich geprägte Gemeinde. Zusammen mit Günzach gehört Untrasried zur Verwaltungsgemeinschaft Obergünzburg sowie zum dortigen Schulverband.

Die ruhige Lage macht Untrasried zu einem idealen Ausgangspunkt für Ausflüge in das Allgäu. Die Städte Kempten, Kaufbeuren, Marktoberdorf und Memmingen sind in kurzer Zeit erreichbar. Ebenso bieten sich Tagesausflüge zu den Königsschlössern, den Allgäuer Seen sowie in die Allgäuer und Tannheimer Alpen an.

Untrasried
Untrasried
 

Historie

Das Gebiet der heutigen Gemeinde Untrasried war vermutlich bereits vor Beginn unserer Zeitrechnung von Kelten besiedelt. Während der römischen Herrschaft gehörte die Region zunächst zur Provinz Vindelizien, später zu Rätien. Östlich von Waizenried befand sich wahrscheinlich ein römischer Wachturm an einer Nebenstraße, die Kempten mit Türkheim und Augsburg verband. Bereits im 4. Jahrhundert setzte die Christianisierung ein, die sich während der fränkisch-karolingischen Herrschaft im 8. Jahrhundert weiter verstärkte.

Die Ursprünge des Ortsnamens reichen vermutlich in die Zeit zwischen 759 und 788 zurück. In Urkunden erscheint damals der Name des Subdiakons Cundhar, aus dem sich nach einer Deutung die Bezeichnung „Cundhartsried“ entwickelte. Eine andere Herleitung führt den Namen auf die Rodung eines Siedlers namens Untrat oder Undeo zurück. Die erste Besiedlung erfolgte wahrscheinlich von Südwesten her aus Richtung Pfaffenhofen, wobei die älteste Ansiedlung im Bereich des heutigen Hub vermutet wird.

Die erste urkundliche Erwähnung Untrasrieds stammt aus dem Jahr 1358 als „Untratzried“. In den folgenden Jahrhunderten wechselte die Schreibweise mehrfach. Über „Untrosried“ (1451), „Undreßried“ (1477) und „Underaßried“ (1593) entwickelte sich schließlich ab etwa 1800 die heutige Namensform Untrasried.

Während des Deutschen Bauernkriegs wurde 1491 der Untrasrieder Jörg Haug zum Anführer aufständischer Bauern gewählt. Wenige Jahrzehnte später trafen der Dreißigjährige Krieg und die Pest die Gemeinde schwer. In den Jahren 1629 und 1630 starben rund 180 Einwohner an der Seuche. Die Weiler Eschers und Sonderried waren infolge der Kriegswirren zeitweise vollständig entvölkert. Als schwedische Truppen 1632 in die Region kamen, floh der Pfarrer in die umliegenden Wälder. Zwei Frauen und drei Männer wurden ermordet.

Mit der Säkularisation des Jahres 1803 endete die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Stift Kempten. Untrasried fiel an das Kurfürstentum Bayern und wurde Teil des neu entstehenden bayerischen Staates.

Auch die folgenden Kriege hinterließen deutliche Spuren. Nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870 bis 1871 wurde in der Dorfmitte eine Friedenslinde gepflanzt und der Krieger- und Soldatenverein gegründet. Ein Einwohner verlor im Krieg sein Leben. Der Erste Weltkrieg forderte 26 Tote und Vermisste aus Untrasried, der Zweite Weltkrieg 39 Gefallene und Vermisste. Unter den nach Kriegsende aufgenommenen Heimatvertriebenen waren weitere 18 Kriegstote und Vermisste zu beklagen. Im Juni 1945 erschossen polnische Soldaten in Niederwang zwei Bauern.

Die Geschichte des heutigen Ortsteils Hopferbach reicht ebenfalls weit zurück. Bereits um das Jahr 800 verlief hier die Grenze zwischen den Besitzungen der Abteien Kempten und Ottobeuren. Freisinger Chroniken nennen den späteren Kemptener Abt Erchambert, der 840 sein Amt antrat, als Angehörigen eines Adelsgeschlechts aus Hopferbach. Zwischen dem 11. und 12. Jahrhundert entstanden auf beiden Seiten des Tales zwei Burgställe, deren Reste bis heute erkennbar sind.

1273 wurde Hopferbach erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort gehörte zum Stift Kempten und trug im Laufe der Jahrhunderte verschiedene Schreibweisen, ehe sich ab etwa 1550 der heutige Name durchsetzte. Während des Bauernkriegs von 1525 blieb Hopferbach im Gegensatz zu vielen Nachbarorten weitgehend ruhig. Gleichzeitig gelangten nahezu sämtliche Herrschaftsrechte an den Ort in den Besitz der Kemptener Fürstabtei.

Auch Hopferbach litt während des Dreißigjährigen Krieges unter Plünderungen, Missernten und der Pest. Seit 1642 gehörte der Ort als Hauptmannschaft zur Pflege Liebenthann. Mit der Säkularisation wurde auch Hopferbach 1803 bayerisch. Die Napoleonischen Kriege kosteten zehn Männern aus dem Ort das Leben. Nach der Verwaltungsreform von 1862 wechselte Hopferbach endgültig vom jahrhundertelang prägenden Einfluss Kemptens in den Landkreis Marktoberdorf.

Der Deutsch-Französische Krieg forderte vier Gefallene. Im Ersten Weltkrieg dienten 102 Männer aus Hopferbach, von denen 13 nicht zurückkehrten. Der Zweite Weltkrieg hinterließ mit 49 Gefallenen und Vermissten noch tiefere Einschnitte. Bis 1950 fanden zudem zahlreiche Heimatvertriebene im Ort eine neue Heimat.

Im Zuge der bayerischen Gebietsreform verloren sowohl Untrasried als auch Hopferbach ihre Selbstständigkeit. Am 1. April 1974 schlossen sich beide Gemeinden freiwillig zur heutigen Gemeinde Untrasried zusammen.

 
 

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