Obergünzburg liegt mitten im Allgäu und zählt zu den geschichtsträchtigsten Orten der Region. Der staatlich anerkannte Erholungsort begeistert mit seinem historischen Marktplatz, der St.-Martinskirche aus dem 15. Jahrhundert und dem idyllischen Nikolausberg mit seinem alten Baumbestand. Freibad, Hallenbad, Tennisplätze, Reithalle, Museum, Südsee-Sammlung und gemütliche Gasthäuser prägen das lebendige Ortsleben.
Ein kulturelles Highlight ist das kommunale „Kino im Alten Rathaus“, das seit 2010 ehrenamtlich betrieben wird. Mit wöchentlichen Filmvorführungen, Thementagen und Familienkino bietet es ein außergewöhnlich vielfältiges Programm in einem kleinen, liebevoll gestalteten Saal.
Rund 200 Kilometer markierte Wege machen Obergünzburg zu einem idealen Ausgangspunkt für Wanderungen an der Günz oder Ausflüge in die „Teufelsküche“ nach Ronsberg. Dank zentraler Lage sind die Königsschlösser, der Bodensee und zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Umgebung gut erreichbar. In Günzach lädt die Quelle der Günz zum Innehalten ein.
Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Willofs und Ebersbach, die im Zuge der Gebietsreform dazukamen. Willofs ist geprägt von einem aktiven Gemeinschaftsleben rund um das Bürgerhaus, während Ebersbach mit seiner Geschichte an der alten Römerstraße bis heute einen besonderen Charakter bewahrt – inklusive einer selbst erbauten Mehrzweckhalle.
1407 erhielt Obergünzburg das Marktrecht, und bis heute spiegeln vier Jahrmärkte und ein regelmäßiger Wochenmarkt diese Tradition wider. Im Gemeindewappen erscheint die heilige Hildegard, die Schutzpatronin des Fürststifts Kempten – ein Hinweis auf die enge historische Verbindung der Region.
Die Geschichte Obergünzburgs reicht bis in die Römerzeit zurück, wie Funde und Bodendenkmäler belegen. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort an einem wichtigen Verkehrsweg. Im Jahr 1407 verlieh König Ruprecht das Marktrecht, womit Obergünzburg zu einem zentralen Handelsplatz im oberen Günztal wurde.
Das Pflegerschloss, ursprünglich Kornhaus und Rathaus, entstand 1570 und diente als Sitz des fürststiftisch-kemptischen Pflegamts. Es symbolisiert die enge Bindung an das Fürststift Kempten, das über Jahrhunderte die Herrschaft ausübte. Die Pfarrkirche St. Martin geht auf Vorgängerbauten zurück, von denen Teile bis in das Mittelalter datieren.
Kriege und Katastrophen prägten die Geschichte: Im Dreißigjährigen Krieg litt Obergünzburg unter Einquartierungen, Plünderungen und Pestzügen in den Jahren 1632 und 1646. Trotz dieser Rückschläge blieb der Markt als regionaler Mittelpunkt bestehen. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 fiel Obergünzburg an Bayern. 1818 entstand die politische Gemeinde.
Bis 1879 war Obergünzburg Sitz eines Landgerichts, das später nach Marktoberdorf verlegt wurde. Im Zweiten Weltkrieg blieb der Ort weitgehend von Zerstörungen verschont, jedoch stieg die Bevölkerung durch Flüchtlinge und Vertriebene stark an. Mit der Gebietsreform 1972 wurden Burg, Teile von Willofs und Ebersbach eingemeindet, wodurch Obergünzburg seine heutige Größe erhielt.
Das wirtschaftliche Leben wurde durch Landwirtschaft und Handwerk bestimmt, später durch die Molkerei Gabler-Saliter, die überregionale Bedeutung gewann. Kulturell prägten Vereine, Kirchen und Märkte das Zusammenleben, während Partnerschaften mit Třešť (Tschechien) und Visegrád (Ungarn) seit dem 20. Jahrhundert den Blick über die Grenzen öffneten.
Rathaus Obergünzburg
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